Flieger des ersten Weltkrieges-Otto Bernet

Ernst von Hoeppner, Hermann Thomsen, Karl Allmenroeder, Oliver Freiherr von Beaulieu-Marconnay, Paul Bäumer, Otto Bernet, Hans Berr, Rudolf Berthold, Walter Blume, Erwin Böhme, Oskar Freiherr von Boenigk, Carl Bolle.

Dieser tollkühne Draufgänger stammt aus Oberschlesien. Sein Vater war Bürgermeister von Ratibor. Otto, der am 6. März 1893 das Lieht der Welt erblickt hatte, wählte die Offizierslaufbahn, trat in das Infanterie-Regiment 173 ein und wurde kurz vor dem Weltkriege zum Leutnant befördert. Von seinem unerhörten Schneid kann sich kaum jemand eine Vorstellung machen, der ihn nicht beobachtet hat.

Bei einem Nachtgefecht im Westen hatte er sich eine ernste Fußverletzung geholt, aber erst der strikte Befehl des Bataillonsarztes zwang ihn, zunächst zurückzubleiben. Ein paar Tage später hört er, daß sein Regiment angreifen soll. Mit einem Krückstock bewaffnet, verläßt er nachts heimlich das Lazarett, fährt auf einem Munitionswagen seiner Kompanie nach und kann noch rechtzeitig deren Führung übernehmen. Aber bald schon erhält er drei neue schwere Verwundungen.

Der Kompanieführer wird glücklich ausgeheilt, aber felddienstfähig als Infanterist ist er nicht mehr. Er meldet sich nun kurz entschlossen zu den Fliegern. Zunächst ist er ein Jahr als Beobachter tätig, wird aber bald Flugzeugführer und kommt im August 1916 zur Jagdstaffel 4. Hier erfocht er seine ersten Siege. Am 9. November 1916 schießt Bernert bei einem Luftkampf hintereinander drei Gegner ab. Am 23. April 1917 hat er bereits 22 Luftsiege errungen, als er den Pour le mérite erhält. Zugleich wird dem tapferen und schneidigen Offizier die Führung der Jagdstaffel 6 übertragen, nachdem er inzwischen der Jagdstaffel Boelcke angehört hatte. Seine Kühnheit hatte er mehr als einmal unter Beweis stellen können. Im September 1916 hatte er einen feindlichen Artillerieflieger auf freiem Felde zur Landung gezwungen. Auf dem Rückfluge griff er kaltblütig in 1300 m Höhe über den feindlichen Linien drei gegnerische Doppeldecker an. Natürlich bekam er zahlreiche Treffer, sein Motor setzte aus, aber es gelang Bernert, im Gleitfluge hinter den vordersten deutschen Gräben niederzugehen.

Am 24. April 1917 kommt Bernert zum Kampf mit einem feindlichen Geschwader von sechs Flugzeugen. Im Handumdrehen sind zwei davon erledigt, und ein drittes muß schwer beschädigt notlanden. Ein vierter Gegner kommt ihm in den Rücken. Bernert reißt seine Maschine herum und schießt den Feind auf Flugzeuglänge ab. Seine eigene Maschine ist von Kugeln durchlöchert, aber noch ein weiterer Gegner muß daran glauben. Fünf Luftsiege an einem Tage!

Am 9. Juni war Bernert Führer der Jagdstaffel Boelcke geworden, wurde aber nun, nachdem er insgesamt 29 Luftsiege errungen hatte, zur Inspektion der Fliegertruppen versetzt und im November zum Oberleutnant befördert. Es ist ihm nicht vergönnt gewesen, im siegreichen Luftkampf den Heldentod zu finden, der seiner würdig gewesen wäre. Am 18. Oktober 1918 erlag er im Krankenhause seiner Heimatstadt Ratibor einer heimtückischen Grippe. Auf einem der schönsten Plätze seiner Vaterstadt, dem „Otto-Bernert-Platz“, steht ein Ehrenmal, das seinen Namen und das Andenken an diesen hochverdienten Kämpfer für immer wachhält.

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal
Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen
Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich.
Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach.
Martin Luther, der Reformator.
Volkskämpfe im Schatten der Reformation.
Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst.
Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas.
Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648).
Randstaaten werden Weltmächte.
Ein neues Deutschland ersteht.
Um die Herrschaft über Europa und die Welt.
Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes.
Das deutsche Volk will die Einheit.
Bismarck errichtet das neue Reich.
Das Reich unter Kaiser Wilhelm II.
Im Weltkrieg unbesiegt.
Die Schmach von Versailles und die Republik.

2 Comments

Comments are closed.