Flieger des ersten Weltkrieges-Rudolf Berthold

Ernst von Hoeppner, Hermann Thomsen, Karl Allmenroeder, Oliver Freiherr von Beaulieu-Marconnay, Paul Bäumer, Otto Bernet, Hans Berr, Rudolf Berthold, Walter Blume, Erwin Böhme, Oskar Freiherr von Boenigk, Carl Bolle.

Unter den tapfersten Heiden des Weltkrieges wird dieser treue Kämpfer stets eine Sonderstellung einnehmen. Keiner von allen hat nach vielen Ruhmestaten ein so tragisches Schicksal gefunden.

Rudolf Berthold ist im Frankenlande als Sohn eines Oberförsters am 24. März 1891 zu Ditterswind bei Bamberg geboren. Der junge Leutnant hatte schon vor Beginn des Krieges alle Flugprüfungen bestanden. Mit der Fliegerabteilung 23 zieht er ins Feld, zeichnet sich zuerst aus, als er während der Marneschlacht dem Generalobersten von Bülow die gefährlich klaffende Lücke zwischen den Armeegruppen Bülow und Kluck meldet, und erhält das Eiserne Kreuz I. Klasse. Bald darauf wird seine Maschine bei einem Aufklärungsflug abgeschossen, er selbst bleibt unverletzt. Jetzt beginnt die Reihe seiner Erfolge. Am 2. 4. 1916 wird Leutnant Berthold zum erstern Male im Heeresbericht erwähnt. Nach fünf Luftsiegen stürzt er Anfang Mai im Kampf mit einem Engländer ab. Schwere Schädelverletzung, Gehirnerschütterung, Beckenverletzung, Nasenbeinbruch und Oberschenkelbruch liegen vor, aber Berthold lebt und lehnt es entrüstet ab, in die Heimat geschickt zu werden: „Und wenn ich in die Maschine getragen werden soll, ich will wieder fliegen!“

Am 9. Oktober 1916 holt Berthold den 8. Gegner herunter. Nach diesem Siege schmückt auch ihn der Pour le mérite. Ein Jahr später sind es 28 Erfolge. Da muß auch er dem Schicksal seinen Tribut zahlen. Der Schuß eines Engländers zerschmettert ihm den rechten Oberarm, der seitdem gelähmt bleibt. Aber Berthold lernt im Lazarett mit der Linken zu schreiben: „Dann kann ich auch mit der linken Hand den Steuerknüppel führen.“

Trotz ständigen Schmerzen in dem noch nicht ausgeheilten Arm startet und siegt Berthold weiter. Nach mörderischem Kampf fällt der 33. Gegner. Beim 44. Abschuß sieht das Schicksal auch seine Aufgabe im Felde erfüllt. Aus 4000 m Höhe stürzt die Maschine in die Tiefe und zerschellt auf dem Dach eines alleinstehenden Hauses. Aufs schwerste verwundet, auch der Oberarm ist wieder gebrochen, wird Berthold aus den Trümmern herausgeholt, aber er lebt! Halbwegs geheilt, will er wieder an die Front, da ist der Krieg zu Ende. Ungebrochen ist der Kampfgeist dieses Mannes. Sein glühender Aufruf vom April 1919 sucht das Feuer der nationalen Begeisterung erneut zu wecken. Mit 1200 Söhnen seiner Heimat bildet Berthold die „Eiserne Schar“, zieht mit ihr ins Baltenland und versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Die Baltikumkämpfer kehren in die Heimat zurück. Man verlangt die Auflösung der Schar. Berthold weigert sich, bezieht Quartier in einer Flarburgcr Schule und wird vom aufgepeitschten Spartakistenmob belagert. Kluge Verhandlungen. Berthold setzt freien Abzug für seine Leute durch und verläßt am nächsten Morgen an ihrer Spitze die Schule. Da stürzt die Menge über ihn her; einer der besten Söhne des Volkes wird in bestialischer Weise erschlagen! Auf seinem Grabstein auf dem Berliner Invalidenfriedhof stehen die Worte: „Geehrt vom Feinde — erschlagen von deutschen Brüdern.“

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal
Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen
Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich.
Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach.
Martin Luther, der Reformator.
Volkskämpfe im Schatten der Reformation.
Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst.
Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas.
Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648).
Randstaaten werden Weltmächte.
Ein neues Deutschland ersteht.
Um die Herrschaft über Europa und die Welt.
Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes.
Das deutsche Volk will die Einheit.
Bismarck errichtet das neue Reich.
Das Reich unter Kaiser Wilhelm II.
Im Weltkrieg unbesiegt.
Die Schmach von Versailles und die Republik.

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