Gabriel Metsu – das Frühstück

Gebroren in Leyden 1630, Gestorben zu Amsterdam im Oktober 1667.
Holländische Schule

Metsu soll der Schüler seines älteren Landsmannes Gerard Dou gewesen sein, des frühesten und bedeutendsten Schülers von Rembrandt in Leiden. Als er später nach Amsterdam übersiedelte, war es der grosse Meister selbst, der einen bestimmenden Einfluss auf ihn ausübte. Ein äusseres Dokument dafür besitzen wir in dem unter dem Namen „das Frühstück“ bekannten Gemälde der Dresdener Galerie, das der Künstler im Jahre 1661 ausführte. Wer wird vor dem Bilde nicht an das berühmte Bild der selben Sammlung erinnert, in dem sich Rembrandt mit seiner jungen Frau am Frühstückstische dargestcllt hat! Metsu muss das Bild gekannt haben, und es scheint, als habe er es sich zum Vorbild genommen, weil er hier sich gleichfalls selbst mit seiner jungen Frau oder Braut dargestellt hat; denn Houbrakens Porträt des Künstlers zeigt genau die Züge des jungen Herrn auf diesem Bilde. Glückstrahlend erhebt er das Glas, mit dem er die Gesundheit des Frauchens neben ihm ausbringen will, das er umfasst, und auf dem sein zärtlicher Blick ruht. Mit der heiteren Laune des Künstlers, die der Wein noch erhöht hat, kontrastiert die züchtige Zurückhaltung der aschblonden jungen Schönen in reicher friesischer Tracht, die uns ihre Herkunft verrät, während Metsu selbst das modische Kostüm eines jungen holländischen Elegants trägt. Auf die grosse historische Auffassung, die aus Rembrandts Bilde des gleichen Motives spricht, hat Metsu in seinem kleinen Gemälde verzichtet; es ist ein echtes Genrebild, eines der reizvollsten, das der Pinsel des Künstlers hervorgebracht hat. Gemütvoll und heiter in der Auffassung, ist es auch koloristisch von grösstem Reiz, von weicher, delikater Behandlung und bei aller Feinheit von einer Freiheit der Ausführung, die selten ein anderer Meister der holländischen Schule erreicht hat.