Gesundheitsverhältnisse und Körperpflege in Südwest-Afrika

Man kann das Klima in Südwest, abgesehen von einigen Fieberplätzen, durchweg als gesund bezeichnen. Eine Voraussetzung muss allerdings bei allen Einwanderern vorhanden sein: ein gesundes Herz. Das Herz hat infolge der dünnen Luft in Höhenlagen viel mehr Arbeit zu verrichten als zu Hause, und wer eine schwache Herztätigkeit besitzt, muss daheim bleiben. Ferner sollten keine bleichsüchtigen Frauen und Mädchen die Kolonie aufsuchen.

Infolge der ausserordentlich dünnen Luft stellt sich oft Nasenbluten ein, namentlich im Anfänge des Aufenthalts; ich habe allerdings fast gar nicht darunter zu leiden gehabt. Andere klimatische Einflüsse, die sich für den Neuling fühlbar machen, wüsste ich nicht zu nennen. Ich behaupte auch, dass man sich, abgesehen von einer nach und nach naturgemäss eintretenden Verdünnung des Blutes, das nach Zeiträumen von einigen Jahren in Deutschland wieder aufgefrischt werden muss, bei vernünftiger Lebensweise sehr wohl seine Gesundheit erhalten kann. Im Alkohol- und Nicotingenuss Mass zu halten, wird den Damen ja nicht gerade schwer fallen, anders steht es schon mit dem gewohnten Schälchen Kaffee und Tee, die, andauernd genossen, schon die Herztätigkeit in ungünstiger Weise zu beeinflussen imstande sind, und besonders die Nervosität steigern. Ich gehöre nicht zu den Gesundheitsfanatikern und bin der Ansicht, dass geringe Quantitäten nicht schädlich wirken können, doch da man in Südwest im allgemeinen grössere Flüssigkeitsmengen zu sich nimmt, möchte ich immerhin raten, Kakao, Malzkaffee, Milch, Zitronensaft und dergleichen zeitweise als Ersatzmittel zu gebrauchen.

Und dann — was ein wesentliches Moment für das körperliche Wohlbefinden bildet — ein starkes Pflegma muss man sich hier zur zweiten Natur werden lassen. Ich kenne einen Menschen, der behauptet, sich in Afrika noch niemals geärgert zu haben. So etwas muss als Vorbild angestrebt werden. Leute, die zur Nervosität neigen, werden hier noch kribbeliger, sie werden verärgert und zanksüchtig.

Als Hauptklimakrankheit wäre im Norden die Malaria zu nennen, auch in der Mitte des Schutzgebiets erscheint sie, hier jedoch nur in leichteren Formen. Trotz energischer Bekämpfung — Trockenlegung der Sümpfe und regelmässiger Chininprophylaxe — befällt sie in den Fiebergegenden des Nordens den weit aus grössten Teil der Bevölkerung, während Typhus und Ruhr sich vorzugsweise dort zeigen, wo bei mangelhaften Wasserverhältnissen nicht die genügende Sorgfalt beobachtet worden ist. Wer zu Rheumatismus neigt, wird hier bald seine leidigen Erfahrungen machen, kein Wunder bei den grossen Temperaturunterschieden. Ohren- und Augenkrankheiten, besonders Bindehautentzündung, treten häufig auf. Man sollte daher in der Grellheit des Sonnenlichtes, namentlich in der Mittagszeit, eine blaue Schutzbrille tragen. Es sieht ja nicht schön aus, aber das ist Nebensache. Vorbeugungsmittel gegen Tropenkrankheiten zu nehmen, ist durchaus unnötig, dagegen bringe man eine kleine Hausapotheke mit, die die wichtigsten Medikamente und Verbandstoffe für plötzliche Erkrankungen enthält.

Man kann eigentlich nicht behaupten, dass Südwestafrika ein Land ist, das verschönernd wirkt, im Gegenteil. Man sagt, dass die Frauen hier bedeutend schneller altern, als daheim, ln der Tat habe ich selbst junge Damen nach Afrika gehen sehen in voller Blüte ihrer Jugendschönheit: nach wenigen Jahren kamen sie zurück, das Gesicht mit feinen kleinen Fältelten bedeckt. Es gibt hier Frauen Mitte der Zwanziger, die das Aussehen einer hohen Dreissigjährigen besitzen Ich sehe in diesem Moment das entsetzte Gesicht meiner Leserin vor mir und höre, wie sie mit nachdrücklicher Bestimmtheit ihren Entschluss äussert: „Nein, dann gehe ich nie nach Südwest.“

Zur Beruhigung der Gemüter: Es ist ebenso leicht die Möglichkeit gegeben, diesem schnellen Verblühen entgegenzuwirken. Das Mittel ist ein sehr einfaches. Man muss hier eben viel mehr Körperpflege treiben als in Deutschland. Das ganze Geheimnis ist Wasser, viel Wasser. Wo man es irgend ermöglichen kann, sollte man täglich ein kühles Bad nehmen, zum mindesten aber zweimal in der Woche baden. Man kann gar nicht genug Wasser gebrauchen, der Staub in Südwest schon fordert das. Es ist war, dass die grosse Trockenheit in der Luft die Haut spröde macht, man kann daher ein wenig Creme zur Hautmassage nicht entbehren, schon die alten Hereros, die sich dermassen einschmierten, bis sie triefend von Fett in der Sonne standen, gingen uns darin mit gutem Beispiel voran. Das Haar muss öfters gewaschen werden, im übrigen genügt für alle Toilettenbedürfnisse eine medizinische Seife und eine gute Zahnpaste. Den Zähnen muss besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da sie hier ausserordentlich leicht kariös werden.

Auch Sport sollte die Frau in Südwest treiben, wenn irgend Zeit und Gelegenheit vorhanden ist. Man kann Tennis spielen, Reiten, Fahren, Bergsteigen und wenn man Lust und Geschick dazu besitzt, auch auf die Jagd gelten.

Meine Leserin macht schon wieder ein ganz freundliches Gesicht. Sie ist wieder ganz ausgesöhnt mit dem bösen Land, das das Grab ihrer Jugend zu werden versprach.

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