Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben

Entstehung des Ritterstandes.

Waffendienst ist Ehrendienst des ganzen Volkes. So ist es heute, und so war es auch in germanischer Zeit. Anders wurde es erst im Frankenreich. Dort waren die Entfernungen bereits so groß und die Heerzüge so zahlreich, daß die Bauern ihr Wehrrecht nicht mehr ausüben konnten. Die Lasten erdrückten sie. und der Kaiser verfugte nicht über Reichssteuem, um seine Truppen zu unterhalten. Nur die adligen Grundherren und Dienstmannen konnten noch Heeresfolge leisten. Sie bildeten die Ritterheere und den Ritterstand.

In der Burg.

Die stolze Feste auf der Höhe erfüllt uns mit Staunen und Bewunderung. Auf schmalem, steilem Wege geht es durch die Wälder bergauf. Dann stehen wir vor einem tiefen Abgrund. Von starken Mauern umgeben hegt die Burg zum Greifen nahe vor uns. Eine Zugbrücke, an schweren, eisernen Ketten hängend, führt hinein. Von der Decke im Tor hängen eiserne Fallgatter herab, die dem Feinde den Weg sperren sollen. Wir aber können hindurchgehen, denn kein Pfeilregen von den Mauerzinnen und aus den Schießscharten, kein siedendes Pech aus den „Pechnasen“ des Turmes empfängt den Gast. Im äußeren Burghof stehen die Wirtschaftsgebäude, die Ställe, Vorratshäuser und Rüstkammern. Da gehen die Knechte zu den Pferden, der „Meier“ überrechnet, ob die Bauern ihren Zehnten richtig ablieferten, eine Magd holt Wasser aus dem tiefen Burgbrunnen. Durch ein zweites Tor gelangen wir in den inneren Burghof. Mächtig ragt der „Burgfried“ in die Höhe. Die Tür zu ihm ist so hoch angebracht, daß man sie nur auf langen Leitern erreichen kann. Der Burgfried bietet noch Schutz, wenn die Burg selbst schon erobert ist. Wir werfen einen Blick in den tiefen Keller, das finstere „Burgverlies“, in dem die Gefangenen schmachteten. Die Ritterwohnung, der „Palas“, ist ein fester, hoher Bau. Im Rittersaale stehen um einen starken Eichentisch die handfesten Stühle. An den Wänden hängen Rüstung und Waffen. Im Winter erwärmt das Kaminfeuer den Raum, und die offenen Fenster werden durch Tierhäute verschlossen. Die Zimmer der Frauen in der „Kemnate“ sind mit kunstvollen Teppichen und Stickereien freundlicher und wärmer geschmückt. Edel, aber einfach wraren auch die Burgen der Großen, der Kaiser und Fürsten, gebaut und eingerichtet.

Ritterliche Erziehung.

Die Erziehung der Rittersöhne. Bis zum. 7. Jahre blieb der Knabe in der Obhut der Mutter. Dann kam er als Edelknabe auf die Burg eines befreundeten Ritters. Er übte sich im ersten Gebrauch der Waffen, im Reiten und Schwimmen und ging der Burgfrau zur Hand, um „höfische“ Sitten zu lernen. Vom 14. Jahre ab begleitete er als Knappe den Ritter auf die Jagd und in den Kampf; er versorgte die Waffen. War er 21 Jahre alt und hatte er sich bewährt, dann wurde er zum Ritter geschlagen. So genoß er keine gelehrte lateinischeBildung,übte aber von früh auf die alten germanischen Tugenden: Ehre, Tapferkeit und Treue.

Das Leben des Ritters.

Das Leben ist Kampf. Unter diesem Zeichen stand das Schicksal des Ritters. Seinen Kaiser begleitete er auf Kriegszügen nach Italien, ins Ostland und bis ins ferne Kleinasien. Im Frieden hielt er sich straff durch Waffenübung und durch die Jagd auf Bär, Wolf und Hirsch. Höchste Freude herrschte, wenn er zum männlichen Ritterspiele, zum Turnier, ausreiten konnte. Da splitterten die Lanzen, da ward der Gegner aus dem Sattel geworfen, und stolz ritt der Sieger die Runde und empfing aus der Hand edler Frauen den Siegespreis.

Oft sah man Gäste auf der Burg, und ein besonderes Fest war es, wenn einer der berühmten Sänger, unter denen Wolfram von Eschenbach und Walther von derVogelweide die größten Meister waren, die Burg besuchte und zur Harfe Helden- und Minnelieder sang. Dannklang es in herrlicher deutscher Sprache „von Lenz und Liebe, von seliger, goldener Zeit, von Freiheit,Männerwürde,von Treu und Heiligkeit“.

So waren die Ritter die Träger der edelsten Tugenden des Deutschtums, sie hüteten den wehrhaften Geist des Germanentums, sie erzogen ein kernfestes Geschlecht und pflegten deutsche Sprache und Dichtung. Deutschland kann auf seine Ritter stolz sein.

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt

9 Comments

  1. […] kämpfen um Europa Die Wikinger, eine neue germanische Welle. Das Reich der Deutschen beginnt Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten Deutsche Bauern und Bürger sichern […]

    21. Juni 2017
  2. […] kämpfen um Europa Die Wikinger, eine neue germanische Welle. Das Reich der Deutschen beginnt Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten Deutsche Bauern und Bürger sichern […]

    21. Juni 2017
  3. […] kämpfen um Europa Die Wikinger, eine neue germanische Welle. Das Reich der Deutschen beginnt Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten Deutsche Bauern und Bürger sichern […]

    21. Juni 2017
  4. […] kämpfen um Europa Die Wikinger, eine neue germanische Welle. Das Reich der Deutschen beginnt Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten Deutsche Bauern und Bürger sichern […]

    21. Juni 2017
  5. […] kämpfen um Europa Die Wikinger, eine neue germanische Welle. Das Reich der Deutschen beginnt Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten Deutsche Bauern und Bürger sichern […]

    21. Juni 2017

Comments are closed.