Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten

Vorkämpfer deutscher Ostpolitik.

Im Osten und Südosten war für das Deutschtum Land wiederzugewinnen, das schon von Ariern und Germanen urbar gemacht war. Gegen Ende der großgermanischen Zeit ging es an die Wenden und andere Slawen,  Hunnen und Awaren verloren.

Der Südosten erlebte die erste deutsche Neusiedlung, die von Bayern und Franken ausging. Schon um 600 drangen bayrische Bauern nach Tirol vor. Die awarische Mark Kärnten, von Karl dem Großen um 800 gegründet, reichte von Böhmen bis zum Plattensee und zur Adria. Viel ging unter den schwachen Karlingem wieder an die vordringenden Ungarn und Südslawen (Winden) verloren.

Heinrich I. und Otto I.

Im Osten machte Kaiser Karl mit der Gründung der sorbischen Mark den Anfang. König Heinrich I. widmete seine volle Kraft der Wiedergewinnung des Ostens. Die Ungarn erfuhren es an der Unstrut, die Wenden bei Brennabor und Lenzen, wie scharf das deutsche Schwert schlägt, und Böhmen wurde ein Teil des Reiches. Otto I. drang mächtig vor und gründete Magdeburg; auch die Ungarn mußten auf dem Lechfelde deutscher Kraft weichen.

Markgraf Gero.

Mit den Großen seines Reiches hält Kaiser Otto Rat: „Wen wollen wir entsenden, daß er die Mark an der Elbe sichere und die Wenden zur Taufe bringe? Ich weiß nur einen, der würdig ist: meinen getreuen Gero. Er ist nicht fürstlichen Geschlechts, aber beim Wendenzug war er der Schrecken der Feinde.“ — ..Bauernsohn, nicht ebenbürtig“, murrten die hohen Herren; aber Otto erhob sich: ..Gero, Markgraf der Ostmark, schütze die Grenze des Reiches!“

In Gernrode am Harz stand die Burg des Markgrafen. Drüben aber, jenseits der Elbe, saßen die Wenden. Immer wieder brachen sie über die deutschen Grenzen, sengten, raubten und mordeten.

Mit tapferer Hand scheuchte sie Gero zurück und drang selber vor. Durch die Sümpfe und Urwälder des Wendenlandes kam er bis an die Oder. Er legte feste Burgen an und sicherte das eroberte Land. Auf dem Fuße folgten die christlichen Priester im Schutze des Schwertes. Immer wieder mußte Gero reiten. Weit über die Oder hinaus bis an die Warthe drang er vor und machte auch den Polenherzog zinspflichtig.

Nur kurze Zeit überlebte ihn und seinen Kaiser das Werk. Noch fehlten die deutschen Siedler, die es verteidigt hätten. Im großen Wendensturm.

Des Jahres 983 bereits brach es zusammen. Wieder standen die Wenden an Elbe und Saale, und niemand trieb sie zurück. Der Kampf um die Kaiserkrone, der Kampf um Italien verlangte alle Kraft der schwächeren Nachfolger,

Leopold von Babenberg.

Im Südosten waren neben den Bayemherzögen vor allem die fränkischen Babenberger Vorkämpfer der deutschen Raumpolitik. Otto der Große vertraute 976 die Bayrische Ostmark (später Österreich) diesem tatkräftigen 976 Geschlecht an. Tapfer und kraftvoll begann Leopold I. donauabwärts dem deutschen Leben Raum zu schaffen. Was er an Resten deutschen Volkstums noch vorfand, wurde zusammengefaßt und dadurch aus der andrängenden slawischen Flut gerettet. Neue Siedler aus Süddeutschland, besonders aus Schwaben, Bayern und Franken, verstärkten die deutschen Reihen. Ihnen folgte die deutsche Kultur. Am glänzenden Wiener Hofe der Babenberger fand sie eine berühmte Pflegestätte. Das Nibelungen- und das Gudrunlied entstanden im Lande der Babenberger, und hier erklangen um 1200 die Lieder Walthers von der Vogelweide, der im Streit der deutschen Fürsten zur Eintracht mahnte. Der letzte Babenberger fand im Kampfe gegen die Ungarn den Heldentod.

Kaiser Lothar von Sachsen.

Den Kampf gegen die wendischen Feinde nahm erst Kaiser Lothar von Sachsen mit voller Kraft wieder auf. Seine Heimat Süpplingenburg lag im Grenzland, und die Grenznot brannte ihm auf den Händen. Er erneuerte die Marken und setzte kraftvolle Männer als Markgrafen ein. In der Mark Meißen fochten die Wettiner, Albrecht der Bär nahm Geros Werk wieder auf, und Graf Adolf von Schauenburg säuberte Holstein. Mit dem Herzogtum Sachsen belehnte Lothar seinen Schwiegersohn, den Weifen Heinrich den Stolzen, der auch schon Bayern besaß und so der mächtigste Gefolgsmann des Königs wurde.

Bisher hatten die Bezwinger des Ostens sich damit begnügt, die Wenden mit der Gewalt des Schwertes niederzuhalten und sie zum Christentum zu zwingen. Mit Lothar setzte die eigentliche „Ostsiedlung“ ein. Durch Mecklenburg und Pommern stieß Lothar bis nach Rügen vor. Den Polenherzog machte er wieder lehnspflichtig und zwang ihn, ihm im Zuge sein Schwert voranzutragen. Auch der Böhme erkannte den deutschen König wieder als seinen Herrn an. Der Herzog von Schlesien rief selbst deutsche Bauern herbei, um mit ihrer Hilfe sein Land zu bessern und zu heben.

Albrecht der Bär.

Der stärkste Helfer Lothars bei der Rückgewinnung des Ostens war Albrecht der Bär aus dem Geschlecht der Askanier in Ballenstedt am Harz. Das Glück war ihm hold. Die Wendenfürsten waren untereinander uneinig. Albrecht gewann mit leichter Mühe die Priegnitz. Der Wendenfürst Pribislaw schloß sich eng an Albrecht an und setzte ihn als Erben seines Landes ein. Als Pribislaw starb, nahm Albrecht von dem Erbteil Besitz und Albrecht rief deutsche Bauern vom Rhein, aus Sachsen, Holland und Flandern ins Land. Die ebenfalls herbeieilenden Bürger und Handwerker bauten Städte.

Überall, wo deutsche Menschen Fuß fassen, wird bald aus öder Wildnis herrliches Kulturland.

Heinrich der Löwe.

Den machtvollsten Vorstoß in den Osten unternahm Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern. Während Friedrich Barbarossa mit dem Papste und den Lombarden stritt, griff Heinrich von Braunschweig aus über die Elbe und gewann den ehemals germanischen Raum in Holstein, Mecklenburg und Pommern zurück. Wie Lothar und Albrecht zog er Bauern und Bürger ins Land, das er so kerndeutsch zu machen wußte. Von Lübeck aus, das er stark und prächtig erbaute, machte er die Ostsee zu einem deutschen Meer. Wo die Schiffe sein Wappen trugen, blühte der Handel auf.

Im Jahre 1164 fielen die Wenden mit Hilfe der Pommern noch einmal in das eroberte Mecklenburg ein. In der Stadt Mecklenburg leisteten die deutschen Siedler heldenhaften Widerstand. Aber es gelang den Wenden schließlich, in die Stadt einzudringen. Erbarmungslos metzelten sie die tapferen Verteidiger samt ihren Frauen und Kindern nieder. Da eilte Heinrich mit der ganzen sächsischen Ritterschaft herbei. Auch die Flotte der Dänen bot er auf. Blutig wurden die Feinde zurückgeschlagen. Dann wurden die Pommern so gezüchtigt, daß sie es seitdem nie mehr gewagt haben, aufständische Wenden zu unterstützen. Stärker als je zuvor stand nun der Löwe da. Weithin im Osten zitterten die Slawen vor seinem Namen. „Einzig der Herzog flößt ihnen Furcht ein“, schrieb ein Geschichtsschreiber jener Zeit. „Mehr als alle Herzoge vor ihm, ja, noch mehr als Otto hat er die Kraft der Wenden gebrochen.“

Nach dem Willen des Führers ist das Grab des „größten deutschen Ostpolitikers“ der frühdeutschen Zeit im Braunschweiger Dom zu einer nationalen Weihestätte ausgebaut. Ehrfurchtsvoll treten wir vor den Sarg des Löwen und danken dem Manne, der unserem Volke erfolgreich den Weg nach dem Osten wies und altes, germanisches Siedlungsland mit Schwert und Pflug zurückeroberte. Wer neues Deutschtum schafft, dessen Arbeit trägt ewige Früchte.

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal
Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen
Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich.
Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach.
Martin Luther, der Reformator.
Volkskämpfe im Schatten der Reformation.
Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst.
Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas.
Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648).
Randstaaten werden Weltmächte.
Ein neues Deutschland ersteht.
Um die Herrschaft über Europa und die Welt.
Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes.
Das deutsche Volk will die Einheit.
Bismarck errichtet das neue Reich.
Das Reich unter Kaiser Wilhelm II.
Im Weltkrieg unbesiegt.
Die Schmach von Versailles und die Republik

3 Comments

  1. […] Das Reich der Deutschen beginnt Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland. Deutsche Städte — deutsche Kunst. Großtaten […]

    21. Juni 2017

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