Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Die Malerei am Niederrhein und in Westphalen

Die Nachbarschaft der Niederlande übte auch in dieser Epoche einen so übermächtigen Einfluss auf diese Gegenden aus, dass die Maler keineswegs eine so entschiedene Eigenthümlichkeit entwickelten, als dieses in den betrachteten Schulen der Fall war. Besders ist von Belgien aus der Einfluss des Quintin Massys wahrzunehmen. Bei einer entschieden realistischen Richtung erheben sie sich in den Köpfen meist nicht über das Gewöhnliche und zeigen wenig Sinn für Schönheit, sind aber oft tief und ergreifend im Ansdruck. In der Färbung kommen sie den Niederländern sehr nahe, auch in der meisterlichen Ausbildung der Einzelheiten, namentlich der häufig sehr ausführlichen, landschaftlichen Hintergründe. In der Behandlung unterscheiden, sic sich von denselben durch eine gewisse Trockenheit und grössere Häite der Umrisse.

Köln bildet wieder den Mittelpunkt der malerischen Bestreben. Mit besonderer Vorliebe werden daselbst Vorgänge aus der Passion, welche schmerzliche Gefühle erregen, namentlich die Abnahme vom Kreuz, zunächst aber die Anbetung der heiligen dre Könige, dargestellt.

Vor allen zeichnet sich hier ein kölnischer Meister aus, welcher in dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts geblüht, und, nach der Uebereinstimmung mancher Köpfe, iu Auffassung und Farbe, mit denen, des, oben erwähnten, Meisters der Familie Christi, ursprünglich ein Schüler desselben, nachmals offenbar in der Färbung, wie in der Ausbildung der landschaftlichen Hintergründe, sich nach Quintin Massys gebildet, später aber auch Italien besucht hat, ohne indess, durch den dort empfangenen Einfluss, in den wesentlichsten Stücken sein deutsches Kuustnaturell aufzugeben. In seinen, besonders in der späteren Zeit, mit Einsicht componirten Bildern herrscht ein echtes und warmes religiöses Gefühl. In den Köpfen seiner Frauen verräth sich viel Sinn für Schönheit und geistige Reinheit, seine männlichen Köpfe sind dagegen zwar durchgängig sehr wahr, aber meist von unschöner Bildung, besonders haben die älteren Männer seiner früheren AVerke häufig zu weiche, mehr alten Frauen angemessene Formen. Nackte Körper sind öfter von einer gewissen Magerkeit. Sonst ist er ein ziemlich guter Zeichner. Seine früheren Bilder sind von einer ungemeinen Klarheit und Wärme der Färbung, welche im Fleisch blühend röthlich ist. In seinen späteren , einen Einfluss italienischer Kunst verrathenden Werken, wird dieser schöne Lokalton dem Bestreben nach grösserer Model-lirung geopfert, zugleich tritt aber in den meisten Köpfen eine edlere Bildung, überhaupt ein reinerer Geschmack ein. In der niederländischen Ausführlichkeit der Landschaft bleibt er sich zwar stets gleich, indess stellt sich in den späteren Bildern darin ein schwererer Ton ein. Das frühste, mir von ihm bekannte Bild ist der mit 1515 bez.eichnete Tod Mariä im Museum zu Cöln. Die Compo-sition ist hier allerdings zerstreut, die Motive meist etwas unruhig, der Kopf der Maria indess sehr zart, die weiblichen Heiligen auf den Flügeln lieblich, die Bildnisse der Stifter wahr und lebendig. Eine grössere, ungleich bedeutendere, etwas spätere Darstellung desselben Gegenstandes, welche in den Flügeln mit jenem fast ganz übereinstimmt, im Mittelbilde aber sehr davon abweicht, befand sich früher gleichfalls zu Köln in der Kirche Sta. Maria im Capitol, ist aber jetzt mit der Boisseree’schen Sammlung in die Pinakothek nach München gelangt, wo es noch immer den ganz willkürlichen Kamen Scho re el trägt. Yon den Boisserees in allen Theilen stark lasirt, hat es jetzt ein grell buntes Ansehen. Besonders unangenehm macht sich der ziegelrothe Ton der Fleischtheile. Ein bedeutendes, ganz mit letzterem Bilde übereinstimmendes Werk, ist eine Kreuzigung Christi, mit Maria , Johannes, Magdalena und drei, das Blut aus den Wunden auffangenden Engeln, im Museum zu Neapel. Auf den Flügeln der Stifter, mit drei Söhnen, von dem heiligen Hieronymus, und die Frau, mit zwei Töchtern, von der heiligen Margaretha empfohlen, und die Wappen der Eheleute. Hieher gehören auöh zwei schöne Darstellungen der Maria mit dem Kinde, in der Gallerie zu Wien, welche dort als Nachahmungen des A. Dürer angegeben werden, und das in Auffassung sehr wahre, in der Farbe höchst klare Bildniss einer Frau in einem blauen Kleide und weissem Tuch, mit einem Rosenkranz in der Rechten, einer Nelke in der Linken, in der Gallerie Lichtenstein ebenda, wo es irrig dem jüngeren Jlolbein beigemessen wird. Eins der schönsten Bilder aus dieser früheren Zeit befindet sich aber in der Sammlung des Herrn Blundell Weid zu Ince in der Nähe von Liverpool. Es stellt die Maria, welche voll Liebe das schlafende Kind betrachtet, und drei singende Engel dar. Ein Werk von ansehnlichem Umfang aus derselben Zeit ist eine freie Copie nach der berühmten Abnahme vom Kreuze von Rogier van der Weyden dem jüngeren, wovon, wie schon früher bemerkt, drei von demselben herrührende Exemplare existiren, im Besitz des Lord Heytes-buryinHeytesbury. Da sich eins jener drei Exemplare früher in Löwen befunden hat, beweist dasselbe auch einen Aufenthalt des Meisters in den Niederlanden. In der Composition ist nur die Figur auf der Leiter, in manchen Köpfen nur der Ausdruck verändert. An der Stelle des Goldgrundes hat er den Hintergrund zu einer reichen Landschaft ausgebildet. Derselben Zeit gehört endlich auch eine Anbetung der Könige in der Gallerie zu Dresden (No. 1688) an. Einen Uebergang von seiner früheren zu seiner späteren Kunstweise bilden folgende Gemälde. Ein Flügelaltar in der Gallerie zu Wien, welches dort irrig dem C. Engelbrechtsen beigemessen wird, dessen Mitte die Maria mit dem Kinde, welchem ein Engel Kirschen darreiebt, und den heiligen Joseph, die Flügel den Stifter mit dem h. Georg und die Stifterin mit der h. Catharina vorstellen. Nur die grauen Fleischtöne in der Maria, dem Kinde und dem Engel sprechen in diesem schönen Bilde für die etwas spätere Zeit. — Zunächst die mit dem Jahr 1524 bezeichnete, vormals in der Lyskirche, eigentlich Sta. Maria in Littore zu Köln befindliche Beweinung Christi, mit Joseph von Arhnathia und Ve-ronica auf den inneren Seiten der Flügel, No. 117, des Städel’schen Instituts zu Frankfurt. Fast die alte Klarheit der Färbung ist hier mit einer edleren Bildung einiger Köpfe vereinigt. Hauptwerke aus seiner späteren Zeit sind: eine Anbetung der Könige von sehr ansehnlichem Umfang in der Gallerie zu Dresden (No. 1687). Die Charaktere sind hier noch ziemlich die alten, die Färbung aber grauer. Es ist wahrscheinlich von dem Meister für eine Kirche in der Nähe von Genua gemalt worden, worin es sich früher befand. 1 Ein ziemlich grosses Altarbild im Louvre (No. CO 1), dessen Mitte die Beweinung Christi, ein Halbrund darüber den heiligen Franziskus, welcher die Wundenmahle erhält, die Altarstaffel das Abendmahl darstellt.2 Die, meist nach dem berühmten Bilde des Lionardo genommenen, Motive beweisen, dass der Meister in Mailand gewesen. Die Anordnung des Mittelbildes ist hier stylgemässer, als in den vorigen Bildern, die Charaktere minder wahr, doch edler, die Modellirung sorgfältiger, die Färbung aber weniger warm und klar. Diesem schlicsst sich eine Anbetung der Könige im Museum zu Neapel, dort irrig Luca d’Olanda, d. h. Lucas van Leyden, genannt, an, wo zwei der Könige sich auf den Flügeln befinden. Die Köpfe der Maria und des knieenden Königs sind hier sehr schön, auch das Helldunkel, worin das Gefolge gehalten ist, besonders gelungen.

Nächstdem verdient ein anderer, in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts in Köln blühender Meister, den man früher ganz irrig Lucas van Leyden, neuerdings, indess mit nicht ausreichender Begründung, Christoph genannt hat, Beachtung. Er hat in den mageren Formen, in den ungelenken und doch dabei, im Bestreben nach Grazie, gesuchten Motiven, noch etwas Alterthümliches. In den Gesichtern, worin sich kleinliche, keineswegs ansprechende Züge einförmig wiederholen, herrscht meist ein gezwungenes Lächeln. Besonders sind seine Hände von hässlicher Form der knöchernen, sich fast gar nicht zuspitzenden Finger. Die Färbung des Fleisches geht meist in das Kühle, Perlgraue, die Gewänder, von schwerfälligen und scharfen Brüchen, sind häufig in prachtvollen Stoffen sehr im Einzelnen ausgebildet. Die Modellirung aller Theile ist bewunderungswürdig, die Ausführung sehr fleissig. Im Ganzen ist auch bei ihm ein Einfluss des Quintin Massys unverkennbar. Das frühste, erweislich um 1501 gemalte, vormals in der Carthause von Köln befindliche Bild, jetzt im Besitz desHerrnHaan zu Köln, stellt den heiligen Thomas vor, welcher seine Finger in die Seite des, ihm > dabei behülflichen Heilandes legt. Zu den Seiten vier Heilige, unten auf dem Rasen, musicirende Engel. Auf den Flügeln, aussen und innen, Heilige. Um etwas später fällt das aus derselben Kirche stammende, jetzt an derselben Stelle, wie das vorige, befindliche Bild, die Kreuzigung mit den Angehörigen uud Hieronymus in der Mitte, auf den Flügeln, im Innern, Heilige, von Aussen, die Verkündigung und Petrus und Paulus. Diesen schliessen sich eine Reihe von einzelnen Heiligen an, von denen fünf, w’elche einen Altar bilden, und unter denen sich am meisten die männlichen Heiligen, Jacobus der Jüngere, Bartholomäus und Johannes der Evangelist auszeichnen, sich in der Pinakothek zu München (Cabinette Ko. 38—40), zwei im Stadtmuseum zu Mainz, endlich ebenfalls zwei, Petrus und Dorothea, unter No. 36 sich in der Sammlung des Prinzen Gemahl in Ken sing ton1 befinden. Die Sorgfalt der Ausführung ist bei allen diesen bewunderungswürdig. Sein in Umfang und Gehalt bedeutendstes Werk ist indess eine Kreuzabnahme im Louvre, No. 280, als Quintin Massys aufgestellt. Es zeichnet sich sowohl durch die Composition, als durch den lebhaften Ausdruck der Affecte, und die wärmere Färbung des Fleisches vor den übrigen sehr vortheilhaft aus. Der Goldgrund macht durch braune, darauf lasirte, Schatten den Eindruck eines Gehäuses.

Dem ersten dieser beiden Meister schliesst sich offenbar Johann von Melem von Köln an, nur ist er in Zeichnung, Ausführung und Färbung schwächer, wie einige Bilder, Heilige mit Stiftern, in der Pinakothek beweisen (No. 74, 75, 77, 78, 81, 87, Cabinette).

Unter den durchweg unbekannten, westphälischen Malern dieser Zeit zeichnet sich einer vor allen aus. Er schliesst sich in seiner ganzen Kunstweise, ebenfalls den Niederländern sehr nahe an, hat indess eine etwas strengere und alterthümlichere Form, als der erstgenannte jener Meister von Köln. Er ist von einer entschieden realistischen Richtung, und vermöge derselben in allen Theilen von grosser „Wahrheit, leider aber fehlt es ihm so sehr an Schönheitssinn, dass die Köpfe seiner Frauen wenig ansprechen, die der Kinder aber von auffallender, und noch dazu sehr einförmiger, Hässlichkeit sind. Auch in der Zeichnung zeigt er wenig Fertigkeit, und seine Umrisse haben etwas Scharfes. Dagegen hat er etwas Kindlichnaives in der Composition, wie im Gefühl, eine ausserordentliche Kraft in der Färbung, und eine sehr ins Einzelne gehende, höchst gediegene Ausführung. Namentlich gehören seine landschaftlichen Hintergründe, mit mancherlei anziehenden Episoden, zu dem Besten, was diese Zeit in Deutschland von solcher Art hervorgebracht hat. Eins der von ihm mir bekannten Hauptbilder, eine, mit 1512 bezeichnete, Geburt Christi befindet sich unter dem irrigen Namen des A. Dürer im Museum zu Neapel (No. 342 des Catalogs von 1842). Unter den Ruinen eines Gebäudes, womit,, nach der mittelalterlichen Auffassung ein antiker Tempel gemeint ist, wird das am Boden liegende Kind von Maria und Joseph verehrt, während eine grosse Zahl von Engeln unter der Begleitung von verschiedenen Instrumenten das „Gloria in excelsis“ singen. Zu den Seiten die Stifter, zwei Männer und zwei Frauen, mit ihren Schutzheiligen. In der reichen, hüglichten Landschaft des Hintergrundes sieht man eine Stadt an einem See. Die Ausführung bis zu den kleinsten Einzelheiten ist bewunderungswürdig. Durch deir grossen Umfang und den Reichthum der Vorstellungen am bedeutendsten ist der Altar mit Doppelflügeln , weloker in der Gallerie zu Wien dem Michael Wohlgemuth beigemessen wird, vom Jahr 1511. Die Mitte stellt den h. Hieronymus mit dem Löwen und, in Verehrung knieend, einerseits den Stifter, andererseits dessen Frau mit einem Mädchen und einem Kinde, in der reichen Landschaft Vorgänge aus seiner Legende, vor. Die inneren Flügel enthalten auf bei den Seiten, die äusseren, auf der inneren Seite, eine grosse Zahl einzelner Heiligen. Die Aussenseite der letzten stellt die Messe des Pabstes Gregor dar. Ein Bild von unsäglicher Ausführungl Ein kleineres, aber ebenfalls ausgezeichnetes Altärchen befindet sich im Museum zu Berlin (No. 607). In der Mitte sieht man Maina mit dem segnenden Kinde und sechs Engel in einer reichen und sehr anziehenden Landschaft. Die inneren Seiten der Flügel stellen den Stifter mit dem heiligen Augustinus, und die Stifterin mit der heiligen Barbara, die äusseren, die heilige Anna mit Maria und dem Kinde auf dem Schoosse, und die heilige Elisabeth von Thüringen mit einem Bettler dar. Ein drittes, mit 1515 bezeichnetes, Flügelaltärchen befindet sich im Museum zu Antwerpen (No. 121 bis 123). In der Mitte die, das Kind haltende, Jungfrau, welches sich Kirschen aus einem, ihm von einem Engel gereichten, Korb nimmt, während ein anderer Engel musicirt In der Luft Gott Vater und der heilige Geist. In der reichen Landschaft der Kindermord und die Flucht nach Aegypten. Auf den Flügeln der Stifter mit St. Sebastian und die Stifterin mit Magdalena.

Nur in einem Künstler lässt sich am Niederrhein ein entschiedener Einfluss von A. Dürer nachweisen. Dieses ist der, etwa von 1525—1531, in Köln meist als Zeichner für Holzschnitte, aber auch, als Maler, thätige Anton von Worms.1 Seine äusserst seltenen Bilder zeigen einen Künstler, welcher eine gute Zeichnung mit einem gewissen Schönheitsgefühl verbindet. Ein mit seinem Monogramme bezeichnetes Bild befindet sich im Besitz des Herrn Merlo in Köln. Auch in den nach ihm ausgeführten Holzschnitten erscheint er al& ein tüchtiger Zeichner. Sotzmanu weist nach, dass unter den eilf,. von Bartsch  ihm beigemessenen, Holzschnitten, No. 11, einem schwächeren Künstler angelört, dass die Passion nicht nach Dürer copirt, sondern darin nur Motive des Dürer benutzt worden sind, und trägt noch verschiedene, von ihm ausgehende Holzschnitte, nament-e lieh einen sehr grossen Plan der Stadt Köln, nach.

Unter den Bildern des kölnischen Museums, so wie in den kölnischen Kirchen, finden sich noch manche sehr achtbare, indess nicht grade bedeutende Bilder dieser Epoche vor.

Text aus dem Buch: Handbuch der deutschen und niederländsichen Malerschulen (1862), Author: G.F. Waagen.

Siehe auch:
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Vorrede
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Erstes Kapitel von 800-1150
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Zweites Kapitel von 1150-1250
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Der Germanische Stil
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Ausbildung der eigentlichen selbständigen Malerei
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – vollständige Ausbildung des germanischen Kunstnaturells im Geiste des Mittelalters
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Die Schule der Brüder van Eyck his gegen Ende des 15. Jahrhunderts
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Die Schule der van Eyck bis zu ihrem Ausgange
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Die deutschen Schulen in ihrem Übergange von der Kunstweise der vorigen Epoche zum Realismus bis zum Jahr 1460
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Die deutschen Schulen in der realistischen Richtung der van Eyck’schen Schule von 1460-1500
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Die Schule von Köln und dem Niederrhein
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Die deutschen Schulen in der vollständigen Entwicklung ihrer Eigenthümlichkeit Von 1500-1550
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Die fränkischen Malerschulen
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Sächsische Maler
Handbuch der deutschen und niederländischen Malerschulen – Die schwäbische Schule

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