Haubenmeise

Haubenmeise, Parus cristátus L.

Wenn auch schlicht gefärbt, ist die Haubenmeise doch durch ihren Kopfputz vor allen unsern andern Meisen ausgezeichnet. „Gensdarmle“ hat sie irgendwo drollig der Volksmund genannt. Will man das schmucke Vögelchen beobachten, so muß man es in den Nadelhölzern aufsuchen, denn es kommt nicht, wie die andern Meisen, in die Gärten, diese müßten denn an den Wald stoßen, ln der Stille des Nadelforstes hört man bald durch das Flüstern der Goldhähnchen ihren rollenden wie „ürrr ürrr“ klingenden Ruf und gewahrt den spitz ge-häubten Kopf des flinken Vogels. So sehr sie an die Nadelwälder gebunden ist, brütet sie doch gern in bzw. auf Laubbäumen, wenn ihr ein Eichenüberständer morsche Äste zum Ausmeißeln einer Nisthöhle oder ein nahes Buchenstangenholz ein verlassenes Eichhornnest für den Einbau ihres Nestes bietet.

Name: „cristatus“ — mit Helmbusch geziert.

Vorkommen: lm Nadelwald nicht selten.

Artmerkmal: Spitze, emporgebogene Haube.

Größe: Wie vorige, Flügel 5,9—6,9 cm.

Weibchen: Wie Männchen.

Junge: Wie Alte, aber Kopfschmuck und Kopfzeichnung weniger entwickelt.

Lockton: „Zizigürrr.“

Gesang: Zwitschernd, noch wenig beobachtet.

Eier: 7—10, nach Ochs (mündliche Mitteilung) normal 5—6, wie andere Meiseneier, aber meist gröber und kranzförmig-gefleckt, April, Mai, wohl nur eine Brut.

Nest: Moos, Halme, Wolle usw.

Nistplatz: In Baumhöhlen oder Eichhornnestern.

Nahrung: Insekten (besonders Eier, Puppen, Larven), wenig Samen.

Standvogel: Ich habe sie nie wandernd angetroffen, doch ist sie im Winter an Stellen häufiger, wo sie im Sommer selten ist.

Die Realgattung Párus Lophóphanes ist bei uns durch zwei Formen, den helleren cristatus im Nordosten, und den dunkleren mitrdtus in Mittel- und Westdeutschland vertreten. Letztere Form tritt wieder in zwei Phasen einer mehr grauen und einer lebhaft braunen mit allen Zwischenstufen auf.

Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger
Seggen-Rohrsänger
Garten-Laubvogel
Heuschrecken-Rohrsänger
Weiden-Laubvogel
Fitis-Laubvogel
Wald-Laubvogel
Gemeines Goldhähnchen
Augenstreif Goldhähnchen
Kohlmeise
Blaumeise
Nonnenmeise
Weidenmeise
Tannenmeise

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

One Comment

  1. […] Goldhähnchen Augenstreif Goldhähnchen Kohlmeise Blaumeise Nonnenmeise Weidenmeise Tannenmeise Haubenmeise […]

    1. Februar 2016

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