Hongkong


Die Ausdehnung und der Ausbau des englischen Kolonialbesitzes ist der Regierung nur im geringen Masse zu danken. Sehr oft hat man in der Downing Street in London nur widerwillig und vielfach lediglich unter dem Drucke der Verhältnisse die Verwaltung wichtiger Gebiete übernommen. Nach einem zweijährigen Kriege mit China, dem sogenannten Opium-Krieg, kam Hongkong im Jahre 1842 unter englische Herrschaft.

Die Verwaltung hatte auf Hongkong anfänglich einen schweren Stand; Pest, Cholera und Typhus rafften die Ansiedler dahin und Handel und Verkehr schien sich nicht entwickeln zu wollen. Im Parlament wurde damals ernstlich die Frage erwogen, ob es nicht besser sei, Hongkong überhaupt aufzugeben.

Aber die Zähigkeit der Kolonisten, die gemeinsame Tätigkeit der fremden kaufmännischen Elemente, nicht zum mindesten der Deutschen, haben schliesslich doch den Sieg davongetragen. Der Taipingaufstand von 1852 bis 1864 war für die Entwicklung Hongkongs von grosser Bedeutung.

Dieser Aufstand trieb damals Hunderttausende reicher Chinesen nach Hongkong, die hier Schutz suchten und fanden. Ein gewaltiger Goldstrom übergoss die Kolonie. Die Bautätigkeit, insbesondere der Handel, nahm über Nacht einen nie geahnten Aufschwung und machte Hongkong zum schönsten und reichsten Platze Ostasiens.

Schliesslich soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch der deutsche Kaufmann an dieser prachtvollen kolonialen Schöpfung in hervorragender Weise mitgewirkt und den deutschen Exporthandel dadurch wesentlich gefördert hat.

Die Stadt Hongkong, die, wie erwähnt, eigentlich Victoria heisst, liegt auf einer etwa 15 Kilometer langen, 7—8 Kilometer breiten Insel, welche der Halbinsel Kaulung, dem Hauptteil der englischen Kolonie, vorgelagert ist. Die Insel steigt im Victoria-Pik bis zu einer Höhe von 560 Meter im Hintergrund der Stadt auf und bietet herrliche, zum Teil wildromantische Landschaftsbilder, wie ja auch unsere Ansichten ahnen lassen. Die Stadt dehnt sich am Nordufer der erwähnten Insel, in Sicht des Festlands, als 7 Kilometer langer schmaler Streifen am Fuss des steil aufsteigenden Innern aus, bezw. steigt zum Teil an den Höhen empor. Das Ufer wird in seiner ganzen Länge von Quais und Dockanlagen eingenommen. Die Hauntstrasse ist die Queens Road (Königinstrasse), in der das Stadthaus, das Theater und zahlreiche Banken und Geschäftshäuser gelegen sind. Das Chinesenviertel ist im Osten etwas ausserhalb der Stadt tiefer in den Bergen angelegt.

In Hongkong haben fast alle Handelsstaaten der Welt ihre Konsulate, darunter natürlich auch das Deutsche Reich. Unter den öffentlichen Gebäuden sind der Gouverneurspalast, die St. Johns-Kathedrale, das Industriemuseum, die Sternwarte, der Botanische Garten, das Marinehospital usw. zu nennen. Ausserdem weist die Stadt, was für unsre Südseereisenden nicht unwichtig ist, mehrere grosse Hotels auf, die allen Anforderungen des modernen Verkehrs entsprechen. Denn Hongkong ist eine Hauptetappe auf dem Wege nach der deutschen Siidsee, wo jeder Reisende den Australiendampfer des Norddeutschen Lloyd erwarten muss. Gerade der Umstand, dass die Schiffe, die nach Australien gehen, Hongkong zur Einnahme von Kohlen usw. anlaufen müssen, sichert dem Halen auch für die Zukunft eine gewisse Bedeutung, wenn sein Handel auch sonst durch die Entwicklung anderer Häfen, z. B. Schanghais und bis zu einem gewissen Grade unsres Hafens Tsingtau, an Umfang eingebüsst hat.

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    14. Oktober 2016
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