Im Lande der Pharaonen : Bilder aus Kairo


Kairo — el Kahira, die Siegreiche, wie die Araber die Stadt nennen, vereinigt in glücklicher Weise Morgenland and Altertum und Neuzeit und bildet einen würdigen Abschluss der Orientreise unsrer Kronprinzessin.

Die ältesten Kulturdenkmäler der Vergangenheit, die Pyramiden von Giseh, grüssen herüber zu den modernsten Hotelpalästen, wo eine internationale Gesellschaft aus aller Weltteilen alljährlich die Wintermonate zuzubringen pflegt. Neben dem Fellachen, dem ägyptischen Bauern, der fast unberührt von jeder Kultur, genau wie seine Vorfahren vor Tausenden von Jahren heute noch vom Nil seine Aecker befruchten lässt und mit den gleichen primitiven Gerätschaften bearbeitet, entfalten Europa und Amerika ihren höchsten Luxus der Neuzeit. Kairos Geschichte, die bis 640 nach Christus zurückreicht, ist mit Blut geschrieben. Damals gründete ein Feldherr des Kalifen Omar an der Stelle des jetzigen Masr el atika eine Militärkolonie, und die Nachfolger dehnten die Stadt bis zu dem Fusse des Mokattamgebirges aus. Zahllose Moscheen erzählen die Geschichte der verschiedenen Geschlechter, die im Laufe der Jahrhunderte über die Stadt herrschten.

Das älteste Denkmal dieser Art ist die Ibn Tulun-Moschee, um 879 nach Christus errichtet. Die imposanteste Moschee dagegen ist die Hasan-Moschee, wohl das bedeutendste Denkmal arabischer Baukunst Kairos. Zwanzig Meter hoch ist das Eingangstor und das Kuppelgewölbe mit dem Grabmal des Erbauers erreicht eine Höhe von 56 Metern.

Das imposante Minaratt in der Südecke ist mit 86 Metern das höchste aller vorhandenen Minaretts Kairos.

Kairos Wahrzeichen, die Alabaster-Moschee Mohammed Alis auf der Zitadelle, die Sultan Saladin um 1170 erbaute, wurde 1824 begonnen und ist die modernste der Moscheen. Zu ihren Füssen dehnt sich nach Norden und Süden das Häusermeer der Stadt aus, westlich begrenzt vom Nil, hinter welchem, am Rande der Wüste, die Silhouetten der Pyramiden auftauchen. Ganz wundervolle Lichtreflexe entzücken das Auge, wenn das Tagesgestirn, in die Schleier der Wüste gehüllt, hinabzusinken scheint in das ewige Sandmeer, den einsamen Sphinx vergoldend mit ihren Strahlen.

Im Süden der Zitadelle liegen die sogenannten Mamelukeneräber. Die wenigen erhaltenen Denkmäler unbekannter Erbauer geben noch heute einen Begriff von der ehemaligen Schönheit und Kunstvollendung. Besser erhalten sind die sogenannten Kalifengräber im Nordosten. Zahlreiche reichverzierte Gräber und Moscheen, von letzteren besonders die Kait Bey- und Sultan Barkuk-Moschee sind von höchstem Interesse tür den Reisenden.

Für die gesamte mohammedanische Welt bildet die El Azhar-Moschee mit ihrer Universität den Mittelpunkt des geistigen Lebens des Islams, der aus allen Ländern dorthin seine Schüler sendet. Ihre Erbauung fällt in das Jahr 973 und ihrer jetzigen Bestimmung dient sie seit 988. Reich an Schätzen arabischer Kultur ist das arabische Museum mit anschliessender Bibliothek. Weitaus das grösste Interesse aber verdient das ägyptische Museum, das in einem imposanten Bauwerk, nicht weit von der Nilbrücke, endlich eine bleibende und würdige Stätte gefunden hat. Die Sammlung übertrifft alle ähnlichen an Reichtum. Erwähnt seien nur die Holzstatue aus Sakara, der sogenannte Schech el Beled, die Königsmumien von Seti I, Ramses II., Sesostris und der wundervolle Goldschatz von Daschur. Jenseits der Nilbrücke eine bequeme Trambahn zu den drei grosses Pyramiden und dem Sphinx von Giseh. Recht: interessant ist das Leben am Nil, der von hunderten  eigenartiger Segelfahrzeugen genannten Dahabien, die Oberägypten Erzeugnisse zu Tal bringen, wimmelt. Durch Alt-Kairo mit seinen Ruinen eines römischen Kastells und der Kopten-Kirche Abu Serge gelangt man nach der Insel Roda mit dem Nilmesser. 716 errichtet, ist er bis auf den heutigen Tag der Massstab für die Erhebung der Abgaben auf das vom Nil bewässerte Land. Den Mittelpunkt oder Neustadt Kairos bildet der Esbekiye-Platz mit seinen herrlichen Gartenanlagen, um die sich das moderne Kairo und die Hotelpaläste gruppieren und hieran schliesst sich das Ismailiya-Viertel mit seinen zahlreichen Gärten und Palästen. Interessant und lohnend ist ein öfterer Besuch der Kairener Basare. Was man indessen hier für teures Geld ersteht, ist vielfach europäischer Herkunft und bequemer und billiger, jedenfalls aber mit weniger Geschrei in der Heimat erhältlich. An Lärm und Buntheit des Strassenlebens übertrifft Kairo überhaupt jede Stadt der Welt. Nur allmählich gewöhnen sich Auge und Ohr an das Chaos und das babylonische Sprachengewirr. Unaufhaltsam drängt und schiebt sich, wie in einem Karnevalstreiben, eine bunte Menge schreiend, lärmend, gestikulierend, seltsam anmutend angesichts der majestätischen Bauwerke, zu deren Füssen Völker entstanden und vergingen.

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