Im Weltkrieg unbesiegt.

Feinde ringsum.
Die Gegner entfesseln den Krieg.

Der Balkan, schon seit Jahrzehnten „das Pulverfaß“ Europas, bot den Anlaß zum Kriege (1914). In Serajewo fielen die verhängnisvollen Schüsse, 1914 die den Weltkrieg einleiteten. Ein Jude, Mitglied der serbischen Verschwörergesellschaft „Die Schwarze Hand“, streckte den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gemahlin nieder. Österreich forderte Genugtuung für den Meuchelmord. Sie wurde von Serbien, das auf die Hilfe Englands, Rußlands und Frankreich rechnen konnte, schroff verweigert. Deshalb waren alle Bemühungen des deutschen Kaisers, zwischen Rußland, Serbien und Österreich zu vermitteln, vergebens. Nach langen Verhandlungen erklärte Österreich an Serbien den Krieg (28. Juli).

Am 30. Juli befahl der Zar die russische Mobilmachung und erzwang dadurch am 1. August die deutsche Kriegserklärung an Rußland. 1.8.1914. Da Franreich ein Neutralitätsversprechen ablehnte, erfolgte am 3. August auch die Kriegserklärung an Frankreich. Am 4. August trat England offen auf die Seite der Feinde. Schon Ende Juli hatte es den Franzosen und Russen mitgeteilt, daß es ihnen im Falle eines Krieges beistehen wolle. Belgien war nur „auf dem Papier“ neutral, in Wirklichkeit war der Durchmarsch der Engländer und Franzosen durch Belgien seit Jahren vorbereitet und vom französischen Marschall am 2. August befohlen worden, Dem mußte Deutschland zuvorkommen. Es erbat in Brüssel freien Durchzug und rückte, als das Verlangen abgelehnt wurde, in Belgien ein. Im Widerspruch zu den Tatsachen nutzte die feindliche Presse, die fast ausschließlich in den Händen von Juden und Freimaurern lag, die Kriegserklärungen zu einem Verleumdungsfeldzug gegen die deutschen „Friedensbrecher“ aus. Am 20: August trat Japan, im Mai 1915 Italien und im April 1917 Amerika auf die Seite der Feinde. Ihnen folgten noch zahllose Staaten. Deutschland war von einer Welt von Feinden umgeben.

Das Volk steht auf.

Das ganze deutsche Volk empfand den Emst der Stunde. Einmütig stand es zur politischen und militärischen Führung. Aller Parteistreit schwieg, und das Gerede von der Völkerversöhnung verstummte mit einem Schlage. Nicht nur die Wehrpflichtigen: Reserve, Landwehr und Landsturm eilten ausnahmslos zu den Waffen, auch Millionen junger und ungedienter Männer meldeten sich freiwillig zum Kriegsdienst. Begeistert wurden alle von Angehörigen und Nachbarn gefeiert. Unter den Kriegsfreiwilligen war auch der große Sohn des österreichischen Deutschtums, der zukünftige Retter Deutschlands: Adolf Hitler. Bis zum letzten Kriegsjahr kämpfte er in einem bayrischen Regiment und errang als einfacher Soldat höchste Auszeichnung.

Mit seinen Bundesgenossen Österreich-Ungarn, Bulgarien und der Türkei, von vier Seiten eingekeilt, mußte Deutschland gegen eine Welt in Waffen vier Jahre lang unerbittlich kämpfen. Ein ungeheures Maß an Mut, Geduld und Entsagung forderte der Weltkrieg vom deutschen Volke.

Der Kampf im Westen.
Siegreich bis zur Marne.

Die Entscheidung dieses Ringens mußte an der Westfront fallen. Nach den genialen Plänen, die Generalstabschef von Schlieffen für den Zweifrontenkrieg aufgestellt hatte, mußte sie rasch fallen. Mit beispielloser Schnelligkeit vollzog sich der Aufmarsch des deutschen Heeres. Von den 3 900000 Soldaten stand die Mehrzahl in sieben Armeen im Westen. Kaum hatte der Krieg begonnen, da kam auch schon die Nachricht von der siegreichen Erstürmung der belgischen Festungen Lüttich und Namur und erweckte Jubelstürme der Begeisterung in ganz Deutschland. Die vier Nordarmeen besetzten Belgien und drangen unaufhaltsam in Nordfrankreich ein.

In zahlreichen Schlachten schlugen unsere Heere die Franzosen und Engländer und trieben sie bis an die Somme und Marne zurück. Schon standen deutsche Truppen vor Paris, die französische Regierung floh nach Bordeaux.

In ungehemmtem Siegeslauf schien der Feldzugsplan Schlieffens zu gelingen. Doch man hatte seine ernste Mahnung „Macht mir den rechten Flügel stark“, nicht genug beachtet. Es fehlte an frischem Nachschub zur Besetzung und Sicherung der eroberten Gebiete. Die Franzosen schickten ihre letzte Reserve, die Besatzungsarmee der Festung Paris, vor und bedrohten unsere rechte Flanke. Die Erste Armee warf sich ihr in rascher Schwenkung entgegen und schlug auch den neuen Feind zurück. In diesem Augenblick versagte die Führung. Der Generalstabschef v. Moltke (ein Neffe des großen Feldherm) war ein müder Mann. Mitten im Siegeslauf erschien ein Oberstleutnant aus dem Hauptquartier. Er befahl den Rückzug von der Marne, weil die Fühlung zwischen den Armeen verlorengegangen sei. Es ist bis heute noch nicht völlig aufgeklärt, wie dieser Befehl zustande kam. Die deutschen Soldaten konnten es nicht begreifen, daß sie so kurz vor dem Ziel zurückweichen sollten. Die Feinde selbst waren so überrascht, daß sie den Rückzug der Deutschen das Marnewunder nannten.

Von der flandrischen Küste her bedrohten die Engländer die deutsche Flanke. Ihnen wurden bei Ypern junge deutsche Truppen, hauptsächlich Kriegsfreiwillige, entgegengeworfen. Es waren Studenten, Arbeiter, Schüler und Kaufleute. Sie kamen geradeswegs von der Schulbank, aus den Hörsälcn und Kontoren; flüchtig nur, in knapp zwei Monaten, waren sie aus-gebildct worden. Nun wurden sie dem kampferprobten englischen Berufsheer entgegengeworfen. Aber heldenmütig und in glühender Begeisterung stürmten sie gegen den Feind. Ihre größte Ruhmestat war der Angriff auf die englische Kernstellung bei Langemarck.

Am 11. November 1914 schrieb der deutsche Heeresbericht: ,,Westlich Langemarck brachen junge Regimenter unter dem Gesänge Deutschland, Deutschland über alles‘ gegen die erste Linie der feindlichen Stellungen vor und nahmen sie…“ Nur wenige Langemarckstürmer kehrten von dem schweren Opfergange zurück. Und auch von ihnen verstummten viele in den späteren Schlachten. Mit dem Liede aber, mit dem sie singend in den Tod stürmten, leben sie heute bei uns fort.

Im Stellungskrieg.

Von Ende 1914 ab erstarrte der Kampf im Westen zu einem furchtbaren vierjährigen Stellungskrieg. Die „Westfront“ entstand. Unter Opfern von Millionen Toten und Verwundeten schützte sie die Heimat. Entscheidende Erfolge konnten jedoch nicht errungen werden. In zahlreichen, blutigen Schlachten bewegte sich die Westfront nur wenig vor- oder rückwärts. Es galt, den Gegner im Graben-, Minen- und Gaskampf zu überwinden, um an einer Stelle zum Durchbruch zu kommen. An die Stelle der Feldgeschütze traten schwere Artillerie (42 cm, „Dicke Berta“) und Grabengeschütze; Minenwerfer, Flammenwerfer, Granatwerfer, Maschinengewehre, Handgranaten und Gasgranaten wurden zu den, wichtigsten Kampfmitteln im Grabenkrieg. Mit Starkstrom geladene Drahtverhaue trennten die feindlichen Gräben voneinander. Stollen- und Minengänge wurden unter der Erde gegen die feindliche Stellung vorgetrieben, durch Sprengungen undNahkämpfe wurde immer wieder der Angriff versucht. Ein ganzes Netz von Gräben entstand. Hinter den vordersten Kampfgräben lagen die Reserve Stellungen. Durch Laufgräben waren alle miteinander verbunden. Besonders gefährdete Stellen wurden durch wohlausgebautc Maschinengewehrnester gesichert. Sappen- und Horchposten lagen in vorgeschobenen Löchern oft nur wenige Meter vor der Stellung des Feindes. Flieger nahmen die feindliche Stellung auf und lenkten das Feuer der Geschütze auf die erkannten Ziele. Kampfflieger hinderten die Gegner am Überfliegen der deutschen Stellungen. In den Schützengräben, die sich ohne Unterbrechung von der Schweizer Grenze bis an die Nordsee zogen, herrschte dauernder Gefechtszustand.

Durchbruchsschlachten.

Die fortgesetzten Kämpfe stellten hohe Anforderungen an die Frontsoldaten. Sie steigerten sich ins Übermenschliche, wenn in einer Schlacht der Versuch unternommen wurde, die feindliche Front zu durchstoßen. In Flandern, in der Champagne, vor Verdun, an der Somme und Aisne, in den Argonnen und Vogesen tobten immer wieder Einzelschlachten. Sie wurden Stunden und Tage durch „Trommelfeuer“ vorbereitet. Tausende von Geschützen schleuderten ununterbrochen ihre Granaten auf die feindlichen Gräben, um sie „sturmreif zu machen. Dann wurde das Feuer vorverlegt, und hinter der Feuerwalze drangen die Stoßtrupps vor. sprangen in die feindlichen Gräben und kämpften mit Handgranaten nieder, was nach dem zermürbenden Trommelfeuer noch am Leben war und sich wehrte. Oft brachen die Angriffe auch im feindlichen Sperrfeuer zusammen. Gelang es jedoch, die Stellungen des Gegners einzunehmen, dann setzte sofort der Gegenangriff des Feindes ein. Hunderttausende haben in den wochen- und monatelangen Großkämpfen ihr Leben verloren, aber eine Entscheidung wurde nicht erreicht.

Die Festung Verdun sollte im Frühjahr 1916 erobert und dadurch die französische Front aufgerollt werden. Hier kam es zu den furchtbarsten und blutigsten Kämpfen des Weltkrieges.

„Am 21. Februar, 8 Uhr 11 Minuten, brüllen die deutschen Geschütze los. ,Schnellfeuer!‘ Himmel und Erde beben. Die Artillerie trommelt. Kartuschen klirren. Hände ergreifen die Geschosse, schieben sie ein, klappen die Verschlüsse zu, ziehen die Abzugsleine, jede Batterie hat ihre bestimmten Ziele. Doch auch die französische Artillerie ist nicht untätig. Aus den Forts 1916 schießen ihre Geschütze auf die vordersten Gräben der Deutschen. Verwundete, Gefallene werden weggeschafft. Weniger Männer stehen an den Geschützen, immer mehr wird die Arbeit. Die Artillerie trommelt.

Die Stunde des Infanteriesturmes naht. ,Alles fertigmachen!‘ geht es von Mann zu Mann. Sprungbereit stehen die Männer, das Gewehr in der Faust.

Die deutsche Feuerwalze setzt sich in Bewegung, und hinter ihr stürzen 18 deutsche Infanterieregimenter aus den Gräben gegen den Feind. Unaufhaltsam drängen sie in das Dickicht der zerschossenen Wälder, brechen den Widerstand der übriggebliebenen Widerstandsnester, dringen unter dem Abwehrfeuer der französischen Artillerie durch Ast- und Drahtverhaue vor und erreichen das Tagesziel.

Stellung auf Stellung wurde in den nächsten Tagen erobert. Am 25. Februar erstürmten zwei Kompanien des Infanterieregiments 24 unter Hauptmann Haupt und Oberleutnant Brandis die Panzerfeste Douaumont. Dann begann ein furchtbares Ringen um jeden Fußbreit Boden. Unter unsagbaren Opfern wurden immer wieder neue Angriffe tapferer deutscher Regimenter vorgetragen. Nach mehrwöchigen Kämpfen eroberten sie die Höhe des Toten Mann westlich der Maas und die Feste Vaux, drangen über Douaumont weiter vor. Immer grausiger wurde der Kampf, immer entsetzlichere Verluste traten ein. Tag und Nacht, ohne Unterbrechimg grollte der Donner der Geschütze. An den Bai von Unterständen war nicht zu denken. In Granattrichtern lagen die Kämpfer. Ohne Schutz waren sie dem feindlichen Feuer ausgesetzt. Die Verluste der Deutschen waren fast ebenso hoch wie die der Franzosen. Bei dem Kampf um Verdun verloren wir 337000, die Franzosen 362000 Mann. Drei Siebentel davon waren tot. Ende August entschloß sich die Oberste Heeresleitung, den Angriff einzustellen. Die ,Hölle von Verdun‘ war zum Leichenfeld zweier tapferer Gegner geworden. Die deutschen Truppen aber hatten sich in diesen schwersten Kämpfen der Weltgeschichte unsterblichen Ruhm erworben.“

Während die deutsche Hauptmacht im entscheidenden Ringen um Verdun 1916 lag, setzte im Juni 1916 an der Somme ein Großangriff der Gegner ein. Sieben Tage lang überschüttete die feindliche Artillerie die deutschen Gräben mit einem rasenden Trommelfeuer. Ungeheure Mengen an Geschützen und Munition wurden eingesetzt. Bis weit in das Hintergelände hielten sie die Anmarschwege, Truppenunterkünfte, Batteriestellungen, Schützengräben unter Feuer. Am 1. Juli begann der Sturm. Gegen die Reste von 11 deutschen Divisionen gingen 37 englische und französische Divisionen zum Angriff vor. Scharenweise flogen die feindlichen Flieger über die Stellungen, lenkten das Feuer auf die Erdlöcher, in denen die deutschen Kämpfer Schutz suchten.

Vier Monate dauerte der Kampf. Mit einem beispiellosen Heldenmut wehrten unsere.Regimenter die immer wieder erneut vorbrechenden Gegner ab. Engländer und Franzosen verloren in dieser ungeheuren Materialschlacht 700000 Mann. Sie vermochten trotz des Einsatzes ihrer ganzen Kraft die deutsche Linie nur um 12 km zurückzudrücken. Doch auch wir mußten große Verluste an Kriegsgefangenen, Toten, Verwundeten und an Kriegsmaterial beklagen. Trotz allem blieb unsere Westfront eine lebende Schutzmauer für Heimat und Vaterland. Die mit größtem Truppeneinsatz versuchte Durchbruchsschlacht des französischen Generals Nivelle im April 1917 bei Reims vermochte daran gleichfalls nichts zu ändern. Auch diese bis ins kleinste vorbereitete Offensive, bei der neben Franzosen, Engländern und farbigen Truppen auch Russen kämpften und zahlreiche Tanks und Kavallerie eingesetzt wurden, scheiterte an der Tapferkeit der deutschen Soldaten. Sie brach unter ungeheuren Verlusten in den vordersten Stellungen zusammen. Nivelle hieß fortan im französischen Heere nur noch „Blutsäufer“; mehrere Divisionen meuterten und verließen ihre Stellungen. Nur mit harten Strafen konnte die französische Heeresleitung die Zucht wiederherstellen. Die deutsche Heeresleitung erfuhr von diesen Vorgängen zu spät; der Krieg hätte in kurzer Zeit entschieden werden können.

Der Krieg im Osten.
Ostpreußens Not und seine Retter.

Erfolgreicher war der Krieg im Osten gegen das Riesenreich Rußland. Deutschland hatte zuerst nur geringe Truppen zum Schutze der Ostgrenzen zurückgelassen, zumeist nur Landwehr und sogar Landsturm. Man hatte gehofft, Frankreich in kurzer Zeit niederwerfen zu können, um sich dann mit voller Kraft gegen Rußland zu wenden. Bis dahin sollte die weit schwächere österreichische Armee den Schutz der Ostgrenze übernehmen. Man rechnete auch mit der Langsamkeit der Russen, wußte aber nicht, daß sie schon monatelang Truppen an ihre Westgrenze gebracht hatten. Unerwartet schnell erschienen deshalb starke russische Armeen an der Grenze Ostpreußens. Schon überschwemmten die russischen Heere die Gebiete um Tilsit, Gumbinnen, Insterburg, bedrohten Königsberg und trieben die Flüchtlinge gegen Berlin. Schnellstes, entschlossenes Handeln war erforderlich. In höchster Not berief die Heeresleitung den Generaloberst von Hindenburg zum Befehlshaber in Ostpreußen und General Ludendorff zu seinem Gencralstabschcf. Die beiden neuen Führer verloren keine Zeit;

Der Sieg von Tannenberg.

Noch bevor der Zug in Marienburg, ihrem neuen Hauptquartier, ankam, marschierten die Truppen bereits nach den Anweisungen Hindenburgs und Ludendorffs. Der Plan für die bevorstehende Schlacht war meisterhaft einfach. Dem tief ins Land eingedrungenen General Samsanoff wurde in der Mitte nur eine dünne Kette zur Verteidigung gegenübergestellt, während die beiden starken Flügel den Feind angreifen und vernichten sollten. Vor der Front der zweiten gewaltigen, ostwärts stehenden Armee des russischen Generals Rennenkampf wurde ein lichter Schleier von Kavallerie ausgebreitet. Dieser hatte die Aufgabe, den Gegner zu binden und ihn von einer Hilfeleistung an die gefährdete Nachbararmee abzuhalten. So begann

am 25. August auf der mehr als 100 km langen Front die gewaltige Vemichtungs-schlacht, die Schlacht bei Tannenberg. Mit kräftigen Schlägen wird der rechte Flügel Samsanoffs besiegt. Aber schwere Gefahr droht. In unabsehbaren Reiterge-schwadem setzen sich Teile der Rennenkampfarmee in Richtung des deutschen Flügels in Bewegung. Dunkle, Ungewisse Stunden im deutschen Hauptquartier. Unrichtige Befehle können verheerend wirken. Soll der Schutz gegen Rennenkampf verstärkt werden ? Oder soll das 1914 Wagnis versucht werden, Samsanoff cinzukreisen, während eigene Truppen in Gefahr schweben, vom Rücken aus durch Rennenkampf umzingelt und vernichtet zu werden? Riesenhaft ist die Verantwortung, die auf Hinden-burgs und Ludendorffs Schultern lastet. Aber beide haben eiserne Nerven und finden Mut in der festen Entscheidung, der alte Kriegsplan wird beibehalten. In der Mittagsstunde des 27. August wird die endgültige Einkreisung der Hauptmacht der Samsanoffarmee befohlen. Der Ring schließt sich — trotz verzweifelter Anstrengungen des Gegners, ihn zu sprengen. Schon am Abend des 27. August konnte der denkwürdige Armeebefehl der beiden deutschen Führer gegeben werden: Die Einkreisung der russischen Narewarmee ist vollendet. Die Korps marschieren morgen früh mit äußerster Kraftanstrengung gegen den Feind. Auf Marschunfähigkeit ist keine Rücksicht zu nehmen. Wo man auf den Feind stößt, ist er rücksichtslos anzugreifen.

Die Vernichtung des Gegners gelang, was nicht fiel, geriet in Gefangenschaft. General Samsanow erschoß sich. Eine der glänzendsten Schlachten der Weltgeschichte war geschlagen. In wenigen Tagen hatten Hindenburg und Ludendorff die russische Dampfwalze zum Stehen gebracht. Truppen hatten die Tat vollbracht, die seit Wochen, zum Teil unglücklich, gefochten hatten. Deutschland und Österreich-Ungarn jubelten, die Welt schwieg. Hindenburg und Ludendorff aber wurden zu Nationalhelden. Bei dem Klang der Namen schlugen die Herzen aller Deutschen höher.

Doch der Boden Ostpreußens war noch nicht ganz frei vom Feinde. Erst als Hindenburg auch die von Osten her eingedrungene Armee der Russen in der ersten Schlacht an den Masurischen Seen besiegte (10. September 1914), wurde das Land frei. 110000 Gefangene, 150 Geschütze und sonstiges Kriegsmaterial fielen in die Hände der Deutschen.

Deutsch-österreichische Waffenbrüderschaft im Osten.

Nun konnte auch der Vormarsch in Polen beginnen, der den schwer bedrängten Österreichern Hilfe bringen mußte. Nach kühnen Angriffen und verlustreichen Schlachten in Galizien waren sie durch die Übermacht der Russen zum Rückzug hinter den Dunajec und die Karpaten gezwungen. Die Russen überfluteten die Bukowina und Galizien. „Die Armeen Österreich-Ungarns brachten furchtbare Opfer. Sie griffen in dichten Massen ungestüm an und erlitten hohe Verluste. Die Ruhr räumte zudem unheimlich unter den Truppen auf. Um so bewundernswerter erscheint die stählerne Energie, mit der Conrad von Hötzendorf im Anschluß an den Angriff Hindenburgs und Ludendorffs in Polen die erschöpften Truppen zu neuen blutigen Kämpfen emporriß, die bis zum San Raum gewannen.“ In einer dreitägigen Schlacht bei Lodz wurden die Riesenarmeen der Russen zum Stehen gebracht. Übermenschliches leisteten deutsche und österreichische Truppen in jenen Dezembertagen. Generalleutnant von Litzmann, „der Löwe von Brzeziny“, war bei diesem Ort mit seiner Gardedivision eingeschlossen. Es gelang ihm, nicht nur durchzubrechen, sondern mit seinen 4000 Mann auch noch 16000 gefangene Russen einzubringen. „Es ist eine der schönsten Waffentaten des Feldzuges“, berichtete damals die deutsche Heeresleitung. Der südliche Flügel der Russen wurde von Conrad von Hötzendorf entscheidend geschlagen. Kurz vor Weihnachten war die „russische Dampfwalze“ zur Umkehr gezwungen. Nicht die Zahl allein entscheidet im Kriege, sondern der Geist und die Tapferkeit, mit der eine Truppe kämpft.

Am 2. Mai 1915 begann unter Mackensen der Durchbruch in Westgalizien. Die russischen Stellungen in den Karpaten lösten sich auf, die russischen Armeen fluteten auf der ganzen Linie zurück. Die starken Festungen an der Weichsel, am Narew und Njemen fielen in die Hände der verbündeten reichsdeutschen und deutsch-österreichischen Truppen. Die 1915 Front wurde weit nach Rußland hineingeschoben. Sie reichte von Mitau bis Czemowitz.

In Rußland war inzwischen der Haß gegen die Zarenherrschaft gestiegen. Im April 1917 kam es zu einer Revolution der Demokraten und Sozialdemokraten. Das Herrscherhaus wurde gestürzt. Aber die neuentstandene Republik führte den Krieg weiter. In einer zweiten Revolution gewannen die kommunistischen Arbeiter- und Soldatenräte unter Führung jüdischer Hetzer die Oberhand. Sie errichteten die Sowjetherrschaft (Bolschewismus).

Die Bolschewisten sahen sich bald zum Frieden mit Deutschland gezwungen.

Am 3. März 1918 wurde mit Rußland der Friede zu Brest-Litowsk ge- 1918 schlossen. Was Deutschland damals gew ann, wurde ihm später in Versailles von den Westmächten wieder entrissen.

An der Süd- und Südostfront.

Durch große Versprechungen der Feindmächte verlockt, trat auch Italien in den Krieg gegen uns ein. Nun mußte Österreich-Ungarn seine alpendeutschen Kerntruppen aus der galizischen Front nehmen. Zusammen mit dem deutschen Alpenkorps sperrten sie den Italienern den Weg. „Über alles Lob erhaben waren in den Tiroler und Kärtner Bergen wiederum Opfer und Einsatz der Deutsch-Österreicher, ob sie nun am blutgetränkten Karst oder auf schwindligen Graten und Gipfeln der Hochalpen, auf ihren vereisten Kämmen, in der weißen Wüste ihres endlosen Winters, ja selbst im Leib der Gletscher und im Innern der Felsberge geschahen.“ Im Mai 1916 brachen sie aus dem Etschtal siegreich nach Oberitalien vor. Die gesamte italienische Front wurde im Rücken bedroht. Doch die russische Gefahr machte dem Siegeslauf ein Ende. Elfmal versuchten die Italiener am Isonzo durchzubrechen. Im Sommer 1918 waren sie bedrohlich nahe an Triest herangekommen. Die Widerstandskraft der Österreich-ungarischen Truppen begann nachzulassen. Nur sieben deutsche Divisionen konnten frei gemacht werden. Zusammen mit den alpendeutschen Truppenteilen durchbrachen sie zwischen Flitsch und Tolmein am oberen Isonzo die Gebirgsstellungen der 3917 Italiener (Oktober 1917). Schon nach drei Tagen war die venezianische Ebene erreicht. Die Italiener fluteten bis an die Piave zurück und mußten durch französische und englische Hilfe gestützt werden. 250 000 Gefangene und 3000 Geschütze blieben in der Hand der Sieger. Italien war gelähmt, die Südwestfront gerettet.

Gegen Serbien, Albanien und Montenegro konnte Österreich am Anfang des Krieges erfolgreich vorgehen. Später nahm die Abwehr der russischen Dampfwalze seine Kräfte in Anspruch. Um einen Landweg zur Türkei frei zu machen, griff Mackensen im September 1915 mit der Südarmee und mit deutsch-österreichischen Truppen an. Fast ganz Serbien wurde erobert. König Peter entkam mit etwa 50000 Mann nach Albanien. Nun schickten die Feindmächte unter französischer Führung von Saloniki aus Hilfe. Wohl wurden sie geschlagen, aber dann wegen anderer Kriegsaufgaben nicht verfolgt. Sie konnten später Serbien wieder befreien und von hier aus den Zusammenbruch der Mittelmächte einleiten.

Rumänien blieb ebenfalls dem Bündnis mit Deutschland und Österreich nicht treu und erklärte 1916 den Krieg. Von Süden her rückte eine deutschbulgarisch-türkische Armee unter Mackensen in die Dobrudscha ein und ging über die Donau. Blitzschnell erschien Falkenhayn mit deutschen Divisionen in Siebenbürgen. Er schlug die Rumänen bei Hermannstadt und Kronstadt und warf sie über die Südkarpaten zurück. In glänzendem Siegeslauf durchzogen nun beide Feldherren das Land. Die Bodenschätze und andere Reichtümer Rumäniens waren für die immer mehr „ausgehungerten“ Mittelmächte von großem Wert.

Auch der Türkei mußten kleinere deutsche Tmppenabteilungen Hilfe bringen, und so kamen deutsche Soldaten bis nach Palästina und Arabien. Deutsche Kriegsschiffe und Unterseeboote wirkten mit in den Kämpfen um die Dardanellen, die von der englischen und französischen Flotte vergeblich belagert wurden.

Der Seekrieg.
U-Boote gegen Schlachtschiffe und Handelsflotten.

Im Seekrieg setzte Deutschland seine Hoffnung auf die starke Schlachtflotte und die flinken Kreuzer und Unterseeboote. Wie horchte die Welt auf, als U 9 unter Kapitänleutnant Weddigen im September 1914 mit un- 1914 heimlicher Sicherheit nacheinander drei englische Kreuzer bei Hoek van Holland torpedierte!

Auch gegen die Blockade, mit der uns England aushungem wollte, waren die U-Boote unsere schärfste Waffe. Wir gingen zur Gegenblockade über und versenkten zahllose Handelsschiffe imd ganze Geleitzüge des Gegners.

Als die U-Boot-Waffe einige Monate lang rücksichtslos eingesetzt wurde, konnte in einem Monat bis zu 1 Million Tonnen Schiffsraum versenkt werden. England sah sich an den Rand des Abgrundes gedrängt. Nur die Rücksicht auf Amerika hinderte uns, es völlig auf die Knie zu zwingen.

Kämpfe der Schlachtflotten und Kreuzergeschwader.

Englands Riesenflotte blieb vorsichtig und verbarg sich in Kriegshäfen hinter Minen und Netzen. Sie wagte keinen Großangriff auf die deutsche Küste, da an der Nord- und Ostsee außer der deutschen Flotte auch unsere Küstenwache zur Verteidigung bereit war. Wiederholt fuhr die deutsche Schlachtflotte aus, um die übermächtige englische Flotte zum Kampfe zu fordern. Doch blieben die Seeschlachten bei Helgoland 1914 und an der Doggerbank 1915 unentschieden.

Am 31. Mai 1916 kam es gegen Abend und in der Nacht zur Seeschlacht im Skagerrak, dem größten Flottenkampf des Weltkrieges.

„Die Luft ist klar, die Sicht scharf. Da melden plötzlich die Aufklärungsschiffe unserer Kreuzerspitze Rauchfahnen. Kein Zweifel, die englische Kreuzerflotte kommt heran. Mit einem donnernden ,Hurra‘ wird diese Nachricht von unseren Blaujacken aufgenommen. Und schon rollen die ersten Schüsse über das Wasser. Da… eine hundert Meterhohe Feuersäule! Masten stürzen, Schornsteine brechen zusammen! In tausend Stücke zerrissen, verschwindet der erste Engländer in die Tiefe. Ein zweiter folgt. Mit noch größerer Heftigkeit geht der Kampf weiter, denn nun greifen die deutschen Schlachtschiffe ein. Auf der Kommandobrücke des Flotten-Flaggschiffes ,Friedrich der Große‘ steht Admiral Scheer, frei und ungedeckt vor den einschlagenden englischen Granaten. Unerschrocken und mit eiserner Ruhe hält er auf seinem, gefährlichen Platze aus und beherrscht sicher die Schlacht.

 

Doch auch der Gegner, der ebenfalls inzwischen fast die gesamte Flotte herangeführt hat. schlägt sich hervorragend. Jetzt versucht er, die Deutschen einzukreisen und ihnen den Rückweg abzuschneiden. Da entscheidet sich Scheer zum entscheidenden Schlag: Die blutrot gezackte Flagge steigt auf dem Führerschiff auf: Schlachtkreuzer und Torpedoboote ran an den Feind!‘ Der Höhepunkt der Schlacht ist gekommen.“

Vor dem überraschenden Massenangriff drehte der englische Flottenführer ab. Die Deutschen hatten den Ring, der sie zu umschließen drohte, gesprengt. Noch in der Nacht lösten sich die englischen Schiffe von den deutschen und traten mit Kurs nach Norden den Rückzug an. Die Entscheidung war nicht gefallen. Aber die junge deutsche Flotte hatte sich der für unbesiegbar geltenden britischen „Großen Flotte“ nicht nur gewachsen, sondern sogar überlegen gezeigt: von 103 deutschen Schiffen waren 11 eingebüßt, und 2500 deutsche Helden kehrten nicht mehr zurück. Der Engländer aber verlor von 138 Schiffen 16 mit über 6000 Toten.

Deutsche Auslandskreuzer gab es noch zuwenig. Sie vermochten nicht, unsere Kolonien wirksam zu schützen. Admiral Graf Spee hatte fünf Kreuzer zu einem Geschwader vereinigt und besiegte im November 1914 bei Coronel eine englische Flotte. Spee versuchte, die Heimat zu erreichen, wurde aber im Dezember bei den Falklandinseln gestellt. Tapfer kämpfend, versank das Geschwader vor der überlegenen Feuerkraft der englischen Übermacht in den Wellen. Nur die „Dresden“ entkam. Admiral Graf Spee fand mit zwei Söhnen den Seemannstod. Der Kreuzer „Emden“ behauptete noch lange Zeit die See und versenkte zahlreiche feindliche Schiffe. Doch auch die „Emden“ erlag schließlich bei den Kokosinseln der feindlichen Übermacht. Wikingertaten — Wikinger los!

Kämpfe in den Kolonien.

Ohne eine Flotte, die der englischen überlegen war, konnte Deutschland seine Kolonien nicht behaupten. Sie wurden von feindlichen Truppen nach und nach erobert. Aber auch in diesen Kämpfen wurde Heldenhaftes geleistet. Unter Lettow-Vorbeck verteidigte sich die tapfere Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika von nur 3000 Deutschen und 12000 schwarzen Askaris gegen eine zwanzigfache Übermacht.

„Von allen Seiten dringen die Feinde auf die kleine deutsche Streitmacht ein und wollen sie wie die Maus in der Falle fangen. Aber es sollte ihnen nicht gelingen. In unvergleichlichem Heldenmut überwindet die tapfere Schar unter der glänzenden Führung ihres Generals alle Schwierigkeiten. Kreuz und quer zieht sie durch das ganze Land, immer gehetzt, immer gejagt wie ein Stock Wild, im steten Kampf mit dem Feind, mit. Entbehrungen und Krankheit. Weite Durststrecken werden überwunden, sumpfige Gebiete durchwatet, Berge erklommen, Dombuschdickichte durchschritten. Abgeschnitten von aller Welt, ohne Verbindung mit dem Mutterlande, mit nur geringer Ausrüstung und mangelhafter Verpflegung wagen sie immer wieder den Angriff gegen den überlegenen Feind, nehmen ihm ab, was sie brauchen, Stiefel und Munition, Pferde und Gewehre, Decken und Zelte, Brot und Fett. Sie greifen ihn sogar in seinen eigenen Gebieten an. Der englische General fordert sie auf, sich unter ehrenvollen Bedingungen zu ergeben. Lettow-Vorbeck lehnt ab. Er hält kämpfend durch bis zum Waffenstillstand.“ Nun wird bedingungslose Übergabe der Schutztruppe gefordert. „Alles hatten wir getragen und geduldet als selbstverständlich. Einen Kameraden nach dem andern hatten wir in Afrikas Erde gebettet: Um unser Deutschtum hatten wir gestritten über vier Jahre, und kein Feind hatte es uns entrissen. Und nun? Besiegt und geschlagen unser Vaterland! Wie einsam, wie furchtbar einsam standen die wenigen deutschen Männer plötzlich in Afrikas Wildnis, verlassen! Keiner von uns sprach ein Wort. Harte Männer, die in Hunderten von Gefechten mit keiner Wimper gezuckt, wandten sich ab. Einer nach dem andern ging still davon …“

Der Luftkrieg.

In den Jahrzehnten vor dem Weltkriege war die Eroberung der Luft gelungen. Der jahrtausendealte Traum nordischer Menschen, fliegen zu können, hatte Erfüllung gefunden. Jetzt wurde, zum erstenmal in der Geschichte, die Luft zum Kampfplatz. Die Luftschiffe des Grafen Zeppelin waren Deutschlands Stolz. Sie wurden von 3 auf 64 vermehrt und standen zumeist als Marineluftschiffe im Dienst der Flotte. Wiederholt suchten sie England heim und vernichteten dort wichtige Kriegshafen- und Industrieanlagen. Trotz großer Verluste wurden immer von neuem Vorstöße nach England unternommen. Am Kriegsende waren nur noch 10 Schiffe venvendungsfähig. Viele heldenmütige Luftfahrer hatten ihr Leben für das Vaterland in die Schanze geschlagen, oft den sicheren Tod vor Augen.

Größere Bedeutung gewannen die Flugzeuge. Mutige Flieger kämpften als Erkundungs-, Schlacht-. Artillerie-, Bomben- oder Jagdflieger allein und in ganzen Geschwadern gegen die Feinde. Unvergeßliche Heldentaten vollbrachten die Flieger Immelmann (gefallen 1916), Boelcke (gefallen 1916) und Richthofen (80 siegreiche Luftkämpfe, gefallen 1918). Sie alle sind unvergessen geblieben. Heute ziehen, dank der Befreiungstat des Führers, wieder deutsche Kampfflieger gegen den Feind. Reichsmarschall Hermann Göring, der letzte Kommandeur der alten Richthofen-Staffel, hat die deutsche Luftwaffe seit 1933 neu aufgebaut Sie trägt den Heldengeist der Weltkriegsflieger im Herzen. So stahlhart, so todesmutig und opferbereit, wie jene waren, sind sie alle, die jungen deutschen Flieger, die nun den Schutz des Vaterlandes übernommen haben.

An der Heimatfront.

In der Heimat war die erste Begeisterung rasch verflogen. Aber das Volk ertrug die Opfer des Krieges mit Heldenmut, und alles wetteiferte in Arbeit und Pflichterfüllung. 1916 wurden durch das Hindenburgprogramm alle Kräfte der Heimat im „Vaterländischen Hilfsdienst“ zusammengefaßt. Aber Deutschland war ringsum vom Welthandel abgeschnürt. Da fehlte es bald nicht nur am nötigen Kriegsmaterial, sondern auch an Lebensmitteln aller Art. Sparen mußte man an allem; Ersatzmittel und neue Erfindungen sollten die Kriegswirtschaft im Gang halten. Die Kriegswirtschaft aber hatte der Jude Rathenau in seine Hand gebracht und verwüstet. Im „Kohlrübenwinter“ 1916/1917 begann der Hunger. Erst als schon an allem Mangel herrschte, wurden Lebensmittelkarten eingefuhrt. Der Schleichhandel blühte, Wucherpreise wurden gefordert. Ungeheuer war der Geldumlauf. Statt die Steuern zu erhöhen und dadurch die Kriegsgewinne einzuziehen, borgte das Reich in neun Kriegsanleihen über 100 Milliarden Mark, mit denen es auch die Verbündeten unterstützte. In der Heimat machten Kriegsgewinnler und „Schieber“ Riesengeschäfte.

Bald rührten sich auch die Parteien wieder, sie brachen den Burgfrieden und weckten Uneinigkeit im Volke. Manche waren für einen Siegfrieden, andere für einen Verständigungsfrieden. Unter dem Druck der marxistischen Parteien machte die deutsche Regierung 1916 ein Friedensangebot, und im Reichstag wirkte der Zentrumsabgeordnete Erzberger für einen Verzichtfrieden. Die Feinde sahen in den deutschen Friedensangeboten nur ein Zeichen unserer Schwäche und antworteten mit Hohn.

Die Entscheidung.

Seit August 1916 war Hindenburg Chef der Obersten Heeresleitung und General Ludendorff auch hier sein Berater und treuer Helfer. Neue Hoffnung wuchs in den Menschenherzen an der deutschen Front und in der Heimat. Draußen wurden die Heeresgruppen umorganisiert, in Deutschland aber Rohstoffbeschaffimg und Kricgsmaterialherstellung neu geregelt.

Die „Vereinigten Staaten Nordamerikas“ hatten unseren Gegnern zunächst Waffen geliefert und große Geldsummen geliehen. Um diese Kredite nicht zu verlieren, traten sie 1917, als es um die Feinde schlecht stand, gleichfalls 1917 in den Krieg gegen uns ein. Der verschärfte U-Boot-Krieg, den wir gegen die bewaffneten englischen Handelsschiffe eröffneten, diente ihnen als Vorwand.

Über 2 Millionen frische Truppen mit ungeheuren Waffen- und Munitionsmengen kamen nun nach und nach an die feindliche Front. Trotzdem durfte die Oberste Heeresleitung im Frühjahr 1918 noch hoffen, den Krieg durch Einsetzen fast der ganzen Heeresmacht an der Westfront siegreich zu beenden. Doch brachte die „Große Schlacht bei Arras“ im März 1918 trotz eines siegreichen Durchbruches und Vorstoßes von 60 km Tiefe keine Entscheidung; auch nicht der heldenhafte Kampf unserer Truppen, die im April den Kemmel in Flandern erstürmten. Der großangelegte Angriff Ludendorffs an der Marne, in der Champagne, mußte trotz anfänglicher Erfolge der Maioffensive scheitern, weil die Gegner durch Verrat schon zehn Tage vor dem weiteren Angriff im Juni Ort und Umfang genau kannten.

Der Geist des Verrats und des Umsturzes kam aus der Heimat. Dort tat die Landesverratshetzc der schwarzrotgoldenen Parteien zusammen mit dem Flugblattschwindel der Gegner ihre Wirkung.

Der Sozialdemokrat Ebert leitete große Munitionsarbeiterstreiks ein. Er fiel damit der Front in den Rücken. Einer der „deutschen“ Sozialdemokraten erklärte ganz offen. „Wir müssen alles tun, um zu verhindern, daß dieser Krieg für Deutschland siegreich ausgeht!“ „Ich kenne kein Vaterland, das Deutschland heißt“, sagten die Verführer.

Der Habsburger Kaiser Karl machte den Franzosen heimlich ein Friedensangebot und versprach ihnen Elsaß-Lothringen, das ihm gar nicht gehörte.

So wurde die Heimat verzagt und verwirrt, und kein Kaiser und kein Reichskanzler trat dem verderblichen Treiben entgegen. Zuletzt drang das Gift der Zersetzung auch in einzelne Teile der Front. „Streikbrecher“ wurde unseren vormarschierenden Truppen zugerufen, es gab jetzt Fahnenflüchtige und Drückeberger in großer Zahl. Unter dem Ansturm der immer stärker werdenden Feinde mußte die Front langsam zurückweichen. Aber sie hielt noch immer zusammen, an keiner Stelle brach der Feind durch! Vier Jahre hat der deutsche Soldat aller Stämme ausgehalten, gekämpft, gedarbt, gehungert, gefroren, geblutet und wieder und wieder gekämpft. Vier Jahre ist der Gegner mit Negern und Indern, mit Kosaken und Tataren und fast allen Farbigen der Welt auf ihn eingestürmt. Völker, die kaum wußten, wo Deutschland liegt, fast zwei Drittel der Menschheit, standen im Kampf gegen ihn. Und vier Jahre hat er die Heimat erfolgreich geschützt, hat den Kampf auf feindlichen Boden getragen. Er hat gekämpft in Frankreich., Belgien, Italien, auf dem Balkan und in Rußland, in Afrika und in Asien und auf den Gewässern aller Meere: Es gibt kein größeres Heldentum in der Geschichte als das des deutschen Frontsoldaten im Weltkrieg.

Da brach die Türkei zusammen, ihr folgten Bulgarien und Österreich. Allein stand Deutschland gegen die Welt! Nim half nichts mehr. Am 5. Oktober 1918 ging unser Waffenstillstandsangebot hinaus. Der Präsident der Vereinigten-Staaten, Wilson, hatte 14 Punkte der Völkerverständigung als Lockmittel aufgestellt, die Deutschland anzunehmen bereit war. Weil die Front wieder feststand und sich an der Maaslinie halten konnte, widersetzte sich General Ludemdorff. Da wurde er vom Kaiser entlassen wie früher schon Bismarck. Nun jubelten die Feinde auf. Deutschland hatte seinen letzten Halt verloren. ,.Ihr seid nun fertig! Die Seele des Ganzen ist weg. Wir fürchten euch nicht mehr. Ludendorff kaputt!“ An Ludendorffs Stelle trat der Freimaurer Groener. Auch die Reichsregierung kam in die Hände schwarzrotgoldener Verräter.

Mit Riesenschritten nahte das Ende. Am 28. Oktober sollte die Flotte aus dem Kieler Hafen auslaufen und im Verein mit den Unterseebooten gegen England fahren. Da rissen die Heizer die Feuer heraus, die Maschinen wurden zerstört. Die rote Fahne der Revolution wurde gehißt, Offiziere und der Stadtkommandant wurden erschossen. Reißend schnell breitete sich die Revolution aus. Am 7. November verkündete der Jude Eisner in München die Republik. Der Kaiser aber blieb nicht beim Heere und nicht auf seinem Posten, er dankte ab und floh nach Holland! Da war alles aus! Der Sozialdemokrat Sc hei de mann rief in Berlin die Republik aus: „Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt!“ Ein Zentrumsführer prahlte im Reichstag: „Die Revolution haben wir vom Zentrum gemacht!“ Und der Jude Rathenau nahm das „Verdienst“, die Revolution herbeigeführt zu haben, für sich in Anspruch.

Nun hatten es die Feinde leicht. Vom 8. bis 11. November dauerten in einem Eisenbahnwagen bei Compiégne die Waffenstillstandsverhandlungen. Auf deutscher Seite wurden sie von dem Zentrums-Landesverräter Erzberger geführt. Von den 14 Punkten Wilsons blieb nichts übrig. „Ihr habt die Revolution, wir sind die Sieger!“ So sahen die Bedingungen aus: Deutschland muß räumen: alle besetzten Gebiete sofort, Elsaß-Lothringen binnen 14 Tagen, dann das Rheinland und eine neutrale Zone 10 km rechts des Rheines. Deutschland muß abliefem: 5000 Geschütze, 30000 Maschinengewehre, 3000 Minenwerfer, 2000 Flugzeuge, 160 Unterseeboote, die Kriegsflotte bis auf wenige Schiffe, Tausende von Lokomotiven, Eisenbahnwagen, Lastkraftwagen. Deutschland muß sofort sämtliche Kriegsgefangenen freigeben, bekommt aber die deutschen Kriegsgefangenen nicht zurück. Die Hungerblockade bleibt weiter bestehen! Das waren Bedingungen, in denen sich ein unmenschlicher Haß offenbart! Erzberger aber meinte: „Wir müssen alles zugeben, dann werden sie uns verzeihen!“ Am 11.November 1918 Unterzeichnete er. Hindenburg aber blieb trotz allem beim Heere, um es sicher in die Heimat zurückzuführen. Und dann kehrte das Frontheer in Zucht und Ordnung zurück, den Kreideschlamm und den Staub des Schlachtfeldes auf den zerschlissenen Röcken, furchtbar ernst die Menen, unbesiegt und doch ohne Sieg! In der Heimat aber trat ihnen irgendein roter Lump entgegen und beglückwünschte sic zu ihrer Rückkehr „in das befreite Land“. In den Gesichtem der Soldaten aber stand der Wille: „Einst kommt der Tag der Rache, einmal da werden wir frei! Deutschland erwache!“

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal
Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen
Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich.
Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach.
Martin Luther, der Reformator.
Volkskämpfe im Schatten der Reformation.
Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst.
Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas.
Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648).
Randstaaten werden Weltmächte.
Ein neues Deutschland ersteht.
Um die Herrschaft über Europa und die Welt.
Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes.
Das deutsche Volk will die Einheit.
Bismarck errichtet das neue Reich.
Das Reich unter Kaiser Wilhelm II.

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  1. […] Siehe auch: Deutsche Geschichte-Zeittafel Germanen kämpfen um Europa Die Wikinger, eine neue germanische Welle. Das Reich der Deutschen beginnt Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland. Deutsche Städte — deutsche Kunst. Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse. Der deutsche Bauer und sein Schicksal Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich. Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach. Martin Luther, der Reformator. Volkskämpfe im Schatten der Reformation. Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst. Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas. Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde. Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648). Randstaaten werden Weltmächte. Ein neues Deutschland ersteht. Um die Herrschaft über Europa und die Welt. Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes. Das deutsche Volk will die Einheit. Bismarck errichtet das neue Reich. Das Reich unter Kaiser Wilhelm II. Im Weltkrieg unbesiegt. […]

    29. Juni 2017

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