Kalblederfabrik Furth i. Wald


In einer Entfernung von 15 Minuten vom Stadtrayon der alten Grenzstadt Furth i. W. im oberen Chambtale liegt die obengenannte Fabrik inmitten eines ca. 30 Tagw. großen, von allen Seiten abgeschlossenen Wiesenplanes. Der ganze Besitz wird in mehreren Windungen vom Chambflusse. welcher hier bereits 2—3 m tief und zirka 20—30 m breit ist, durchzogen.

Fischereiberechtigungen gehören zur Fabrik. Im Jahre 1887 begründete der jetzige Inhaber, August Perlinger, die Firma aus den kleinsten Anfängen heraus, legte 1890 durch Erwerbung eines Grundstückes im oberen Chambtale die Basis zu dem heutigen Etablissement, indem von Anfang an Kalbfelle als Spezialartikel zu feinen Schuhoberleder verarbeitet wurden.

Die Erzeugnisse der jungen Firma wurden auf den Weltausstellungen sowohl in Chicago 1893 als auch in Antwerpen 1894 ausgezeichnet.

Bis zu der großen Umwälzung, die durch die amerikanische Erfindung der Mineralgerberei um die Jahrhundertswende hervorgerufen wurde, war die Gerbung in der Fabrik eine rein vegatabilische.

Der Sieg der neuen Gerbmethode für Oberleder, Chromgerbung genannt, war ein radikaler.

Das alte Fabrikat entwertete sich zusehends, da der Konsum und die Mode nur mehr Stiefel aus Chromleder, später „Box-Calf“ genannt, bevorzugte, so daß die Fabrik sich entschließen mußte, im Frühjahr 1901 das alte Fabrikat ganz aufzugeben und diese neue Chromgerbung einzuführen. Dazu war aber ein gänzlicher Umbau der Fabrik und die Änderung der maschinellen Anlagen nötig. Nach vielen Schwierigkeiten der ersten Versuchsjahre in der neuen chemischen Gerberei konnte sich der Jahresumsatz 1905 wieder bis zu M. 700000.— ausdehnen.

Die Fabrikate Marke „Perla“ – farbig Box-Calf und Marke „Unelia“ – schwarz Box-Calf führten sich von Jahr zu Jahr mehr ein bei den großen Schuhfabriken, so daß in den nächsten Jahren wiederholt größere Neubauten ausgeführt werden mußten bezw. noch in Ausführung begriffen sind.

Die Fabrik hat als maschinelle Kraft eine Dampfmaschine mit 120 HP, eigene elektrische Beleuchtung, außerdem Wärme-, Heiz- und Ventilationsanlagen nach moderner Art in allen Betriebsräumen.

52 Maschinen der neuesten Systeme dienen der Fabrikation in allen Stadien der Gerbung.

Zu Koch-, Heiz- und Extraktionszwecken stehen außerdem noch Dampf- und Heißwasserkessel mit 315 qm Heizfläche zur Verfügung.

Die Rohware wird aus allen Ländern des Kontinents bezogen und nach Eingang in einem großen Rohwarenhaus für alle Zwecke der Fabrikation sortiert.

Die heutigen Fabrikate, die im verflossenen Jahre eine Umsatzziffer von M. 3200 000.— erreichten, werden hauptsächlich von den führenden deutschen und schweizerischen Schuhfabriken aufgenommen. Ein kleinerer Teil wird durch Vertreter im Auslande placiert.

Die Fabrik beschäftigt zirka 100 Arbeiter, die mit ihrem Arbeitgeber in bester Harmonie leben. Mehrere Arbeiter sind heute noch seit dem ersten Gründungsjahre in der Fabrik beschäftigt. Aus einer von der Firma fundierten Wohltätigkeitskassa erhalten die Arbeiter und ihre Familien in besonderen Unglücksfällen Unterstützung.

Siehe auch:
Aktien-Papierfabrik Regensburg
Express-Fahrradwerke A.G.Neumarkt in der Oberpfalz
Jesuitenbrauerei Regensburg in Regensburg
Schlüssel-Bleistift-Fabrik J. J. Rehbach in Regensburg
Das Elektrizitätswerk der Stadt Regensburg
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Hamburg. Benzinfabrik Regensburg.
Dampfsägewerk Arnschwang
Johann Müller, Perlmutterknopf-Fabrik
Eisengießerei Carolinenhütte
Dampfsäge, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik
Staatliche Eisenindustrie in der Oberpfalz Amberg-Weiherhammer-Bodenwöhr
Prinz Rupprecht-Quelle vormals Silvana-Sprudel in Groschlattengrün
Bayerische Granitaktiengesellschaft in Regensburg
Tonwerk Prüfening und Braunkohlengrube Friedrichzeche
Städtisches Lagerhaus Regensburg am Luitpoldhafen
Die Kalkindustrie der Walhallastraße
Kalblederfabrik Furth i. Wald
Bayerische Braunkohle-Industrie
Die Malteserbrauerei in Amberg
Terranova-Industrie C. A. Kapferer & Co. in Freihung.
Königlich Bayerische Hofglasmalerei Georg Schneider in Regensburg
Das neue Gaswerk der Stadt Regensburg
Die Stadt Weiden
Naabwerke für Licht- und Kraftversorgung
Kalksandsteinfabrik Roding G.m.b.H.
Königl. Schwellenwerk in Schwandorf
Bayerische Maschinenfabrik Regensburg
Metallhammerwerk u. Bronzefarbenfabrik in Rothenbruck Opf. Aluminiumbronzefabrik in Rauhenstein Opf.
Die Entwicklung des Fahrrades
Tonwerk Blomenhof, G.m.b.H., Neumarkt i. Opf.
Die Flügel- und Piano-Fabrik von Georg Weidig in Regensburg
Eisen- und Metallgießerei, Maschinenfabrik und Kesselschmiede
Dresdener Maschinenfabrik und Schiffswerft Übigau A.G. Werft in Regensburg
Die Anlagen der Benzinwerke Regensburg
Portland – Cementwerk Burglengenfeld
Bürgerbräu Weiden
Aktiengesellschaft Porzellanfabrik Weiden
Holzhandlung, Werke für Holzimprägnierung und Kyanisierung
Porzellanfabrik Tirschenreuth
Stanz- und Emaillierwerke in Amberg
Bayerische Schlauchfabrik, mechanische Hanf- und Drahtseilerei
Die Wasserversorgung der Stadt Regensburg
Vereinigte Bayerische Spiegel- und Tafelglaswerke
Cahücitwerke Nürnberg. Fabrik in Neumarkt Oberpfalz.