Kapitalanlagen : Marktbericht


Die Hoffnung, dass an der Schwelle des neuen Jahres der Entwertungsprozess am Kolonialaktien-Markt zum Stillstand kommen und das alte Jahr mit einigen Lichtblicken schlicssen würde, hat sich als trügerisch erwiesen. Die Geschäftsstille hat vielmehr in unvermindertem Masse angehalten, und wenn Umsätze von Belang einmal zu verzeichnen gewesen sind, so war das Ergebnis für das betr. Papier zumeist ein weiterer Rückgang.

Einige Anregung brachte dem Markte die Etatrede des neuen Leiters des Kolonialamtes im Reichstage. Es befriedigte seine Erklärung, dass er. wie sein Vorgänger, bestrebt sein wolle, wohlerworbene Rechte zu schützen.

Da auch seine Ausführungen über die allgemeine Entwicklung der deutschen Schutzgebiete durchaus zuversichtlich lauteten, wurde die Rede des Staatssekretärs in den Kreisen der Kolonial-Interessenten befällig aufgenommen und fast schien es, als sollte endlich wieder ein frischerer Zug ins Geschäft kommen. Die Freude dauerte aber nur einen Tag, dann bröckelten die Kurse wieder ab und Geschäftsstille und Verdrossenheit lagerten von neuem auf dem Markte.

Die Anteile der Deutschen Kolonialgesellschaft mussten vorübergehend bis 760 Proz. weichen, konnten sich aber im Laufe der Zeit wieder bis 800 Proz. erholen. Kaoko setzten auf die Einführung der neuen Grundsteuern, deren Rechtsgültigkeit übrigens von den Interessenten stark bezweifelt wird, ihre rückläufige Bewegung um 10 Proz. fort. Für die Aktien der Ostafrika-Compagnie sowie der Afrikanischen Compagnie zeigte sich bei unveränderten Kursen einige Nachfrage. Angeboten waren British Central Africa und neue South East-Shares. Gibeon Schürf- und Handelsgesellschafts-Anteile schwächten sich erheblich ab, da man noch immer vergebens auf eine endgültige Erledigung der Pomona-Angelegenheit wartet. Vereinigte Diamant-Minen Lüderitzbucht-Anteile erfuhren eine kräftige Besserung, dagegen stellten sich Kolmanskop-Anteile neuerdings etwas niedriger.



Sieht man von diesen mehr nebensächlichen Vorgängen ab, so blieben dem Markte auch Ereignisse, die den Anstrich einer Sensation hatten, nicht erspart. An erster Stelle ist der neuerliche Rückgang der Southwestafrika-Anteile von ca. I66 Proz. auf 158 Proz. zu erwähnen. Es kamen in diesem Papier grössere Posten Ware an den Markt, die bei der mangelnden Aufnahmefähigkeit und der Gleichgülltigkeit, mit der die Emissionsbank das von ihr an den Markt gebrachte Wert betreut, nur zu weiter stark ermäßigten Kursen Aufnahme finden konnten. In den Verhältnissen der Gesellschaft, mit der wir uns an dieser Stelle schon früher eingehend beschäftigt haben, hat sich nach Informationen von massgebender Seite nichts geändert. Dass die Dividende für das laufende Jahr von 7% Proz. auf 5 Proz. ermässigt werden soll, ist bekannt, ebenso, dass die Gesellschaft in guten maiktgängigen Wertpapieren usw. mindestens 130 Proz. des Aktienkapitals besitzt. Der Rückgang ist also bei dem Fehlen sachlicher Gründe der Verstimmung der Aktionäre über die Schmälerung der Dividende und die langsame Entwicklung der Gesellschaft zuzuschreiben.

Die Lage der South African Territories haben wir an dieser Stelle vor kurzem ebenfalls eingehend besprochen und unserer Ueber-zeugung dahin Ausdruck gegeben, dass das Papier bei der Undurchsichtigkeit der Verhältnisse und dem Mangel an authentischen Informationen über den Wert der Besitztümer mehr den Charakter eines Lospapieres trägt, das bei günstigen Aufschlüssen plötzlich recht wertvoll werden kann, im allgemeinen aber als eine wenig geeignete Kapitalanlage zu betrachten ist. Die Aktien hielten sich in letzter Zeit aut dem Kursstand von ungefähr 11 sh für die £ 1 Aktie. Nun ist nach einer Londoner Meldung die Auflösung der vor zirka 1 1/2 Jahren von dem inzwischen verstorbenen mecklenburgischen Industriellen Johannes Schlutius gegründeten Knaras Exploration Co. beschlossen worden, und die Muttergcsellschaft (die South African Territories Co.) hat ihre damals auf die Kharas Co. übertragenen Bergrechte zurückgefordert. Das Bekanntwerden dieser Nachricht rief in den Aktien der Territories Co. einen scharfen Kursrückgang um 3 sh hervor. Die Anteile konnten sich jedoch wieder bis auf zirka 9 sh erholen.

Haben diese Vorgänge zur Erhöhung der Verstimmung am Kolonialmarkte auch erhebbeh beigetragen, so muss doch immer wieder betont werden, dass die Reaktion jetzt in derselben Weise über das Ziel hinauszuschiessen scheint, als sich früher die in die Entwicklung unserer Kolonien gesetzten Hoffnungen in mancher Hinsicht als überspannt erwiesen haben.

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