Königl. Schwellenwerk in Schwandorf

Geschichtliches.

Die Stadt Schwandorf hat schon in den fünfziger Jahren als Endpunkt einer der ersten Eisenbahnlinien in der Oberpfalz eine im Eisenbahnwesen wichtige Stelle eingenommen. Ein Blick von der Wallfahrtskirche am Kreuzberg aus der damaligen Zeit zeigt die bescheidene Größe der Stationsanlage, die bereits als Nebenbetrieb eine kleine Imprägnierungsanstalt besaß.

Diese, im Dreiecke der Regensburger und Further Bahnlinie gelegen, wurde im August 1872 vergrößert, um sie auf eine Jahresleistung von etwa 100 000 Schwellen zu bringen. Durch den Ausbau des Regensburger Doppelbahngleises war im Jahre 1892 eine Verschiebung der Anstalt nach Siidwesten nötig geworden.

ln der Imprägnieranstalt wurden seit den siebziger Jahren durchschnittlich 80 bis 135 Arbeiter beschäftigt, da das verhältnismäßig einfache Tränkungsverfahren mittels Kupfervitriollösung durch hydrostatischen Druck nach Dr. Boucherie und die sehr einfachen Transport-und Lagereinrichtungen erhöhten Arbeitsaufwand erforderten.

In dem Schwellenwerk Schwandorf mußte vom Jahre 1909 ab das dort angewendete Verfahren der Tränkung mit Kupfervitriollösung aufgegeben werden, weil das Schwellenholz nur vor der Entrindung getränkt werden konnte und die seit Jahren erhobenen Klagen immer lauter wurden, daß von dem Werke die Verbreitung des Borkenkäfers ausgehe.

Die Einrichtungen des neuen Werkes sind zur Tränkung von jährlich mindestens 200 000 Schwellen mit karbolsäurehaltigem Teeröl nach dem Rüping-Verfahren getroffen. Eine Erweiterung auf Erzeugung von etwa 400 000 Schwellen ist möglich.

Aufgabe und Umfang des Betriebes.

Bei dieser weiter südwärts gelegten Neuanlage wurden alle bisherigen Betriebserfahrungen nutzbringend verwertet. Insbesondere wurde für eine tunlichste Erleichterung der Zufuhr, Lagerung, Verladung und Abfuhr der Rohhölzer, Rohschwellen und getränkten Schwellen durch sachgemäße Anlage des Platzes, der Haupt- und Feldbahngleise, diese vorwiegend in der Ebene oder mit leichtem Gefälle für die beladenen Wagen, der Rampen, der elektrischen Schiebebühne und Verschiebewinde, der Drehscheiben und Weichen, durch leichte Rollwagen mit Kugellagern usw., gesorgt. Die Einrichtungen für das Tränkungsverfahren sind so getroffen, daß die verschiedensten neuen Tränkungsweisen nach Belieben ausgeführt werden können. Die Einrichtung besteht aus 2 Dampfmaschinen, Dampfkesselanlage, 1 Tränkungskessel, 1 Arbeitskessel und 1 Rohteerbehälter mit den nötigen Pumpen und Verteilleitungen. Das Wasser wird aus der städtischen Wasserleitung, die elektrische Arbeit für Licht und Kraft vorn Bahnhofwerk bezogen.

Das Sägewerk ist mit 4 Sägegattern, den nötigen Schwellen- und Brettersaumsägen, Pendelsägen und Brennholzsägen ausgestattet. Eine Staub- und Späneabsaugeanlage ist in hygienischer Hinsicht bemerkenswert. Die Späne werden durch die Absaugeanlage direkt zur Verteuerung den Betriebsdampfkesseln zugeführt.

Die Jahresleistung der Säge stellt sich auf etwa 180 000 Bahnschwellen. Zurzeit sind in dem Werke beschäftigt: 120 Schwellenarbeiter, 8 Gehilfen und 6 Beamte.

Die angefallenen Nebenerzeugnisse werden in den Hauptmengen an die Dienstesstellen abgetreten, ein Teil bleibt für den Verkauf an Private, während das angefallene Brennholz meist an das Arbeiterpersonal der Verkehrsverwaltung zu ermäßigten Preisen verkauft wird.

Siehe auch:
Aktien-Papierfabrik Regensburg
Express-Fahrradwerke A.G.Neumarkt in der Oberpfalz
Jesuitenbrauerei Regensburg in Regensburg
Schlüssel-Bleistift-Fabrik J. J. Rehbach in Regensburg
Das Elektrizitätswerk der Stadt Regensburg
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Hamburg. Benzinfabrik Regensburg.
Dampfsägewerk Arnschwang
Johann Müller, Perlmutterknopf-Fabrik
Eisengießerei Carolinenhütte
Dampfsäge, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik
Staatliche Eisenindustrie in der Oberpfalz Amberg-Weiherhammer-Bodenwöhr
Prinz Rupprecht-Quelle vormals Silvana-Sprudel in Groschlattengrün
Bayerische Granitaktiengesellschaft in Regensburg
Tonwerk Prüfening und Braunkohlengrube Friedrichzeche
Städtisches Lagerhaus Regensburg am Luitpoldhafen
Die Kalkindustrie der Walhallastraße
Kalblederfabrik Furth i. Wald
Bayerische Braunkohle-Industrie
Die Malteserbrauerei in Amberg
Terranova-Industrie C. A. Kapferer & Co. in Freihung.
Königlich Bayerische Hofglasmalerei Georg Schneider in Regensburg
Das neue Gaswerk der Stadt Regensburg
Die Stadt Weiden
Naabwerke für Licht- und Kraftversorgung
Kalksandsteinfabrik Roding G.m.b.H.