Königlich Bayerische Hofglasmalerei Georg Schneider in Regensburg


Im blühenden Donautale, hingebettet an den bläulich schimmernden Strom, liegt Alt-Regensburg mit seinem weltbekannten hehren Wahrzeichen, dem Dome. Die hohen Bogenfenster mit den farbenprächtigen Gemälden alter Meister erglühen im Strahl der Morgensonne, tausend bunte Reflexe blitzen auf. Farben durchfluten den Raum, lassen den kalten Stein purpurn erglühen, flimmern in der Luft und mischen sich mit den Tönen des Gesanges zu einer hinreißenden Symphonie. Ausgeschaltet ist das ganze profane Treiben, übertönt ist der Lärm der Straße und das Auge findet keinen Weg in die Welt des Tages.

In diesem Sinne haben auch die alten frommen Meister ihre Glasgemälde geschaffen. Angesichts der unvergleichlichen Meisterwerke der Glasmalerei in unserem Münster und der Macht ihrer andachterzeugenden Stimmung, mochte sich seinerzeit im Herzen des hochseligen Bischofs Ignatius von Senestrey der Wunsch geregt haben, diese Kunst, die treue Schwester der Religion, möchte auch in Regensburg wieder eine Stätte der Pflege finden.

Durch seinen Zeremonienmeister, den jungen kunstbegeisterten Domvikar Dengler, der sich auf dem Gebiete der christlichen Kunst bereits große Verdienste erworben, ließ er einem jungen, ihm bekannten Künstler, Matthias Schneider, den Vorschlag machen, selbst eine Glasmalereianstalt zu gründen. Dieser kam dem hohen Wunsche mit großer Begeisterung nach und so entstand im Jahre 1865 die Regensburger Glasmalerei, welche sich durch künstlerische Leistungen bald ein Ansehen erwarb.

Leider war es ihrem Gründer nicht beschieden. sein so schön begonnenes Werk auszubauen, denn schon 1876 wurde er durch einen raschen Tod seinem irdischen Wirken entrissen. Sein bester und vertrautester Freund, der durch seine praktische und theoretische Kunstbeflissenheit bereits rühmlichst bekannte Domvikar Dengler, übernahm nun die Direktion der Anstalt, um seinem Versprechen dem Verstorbenen gegenüber nachzukommen und dessen einzigem Sohne das bereits gut aufblühende Geschäft zu erhalten.

Unter seinem großen Einfluß faßte das Schneider’sche Institut sowohl innerhalb als außerhalb der Diözese immer festere Wurzeln. So konnte es im Jahre 1895 dem Sohne des Hauses, Georg Schneider, welcher inzwischen seine Vorbildung auf der Kunstgewerbeschule zu München beendet und die verschiedensten Kunstreisen zum Zwecke des Studiums antiker Glasmalerei gemacht hatte, vertrauensvollst übergeben werden. Unterstützt durch das fördernde Wohlwollen hoher geistlicher Würdenträger konnte Schneider jun. seine erworbenen künstlerischen Kenntnisse mit eisernem Fleiß und voller Energie in die Praxis umsetzen und Werke schaffen, die über die früheren Leistungen hinausgingen und auch im Auslande berechtigtes und lohnendes Aufsehen hervorriefen. Kein Wunder sonach, daß durch Kunst in Verbindung mit Gunst der Ruf Regensburger Glasmalkunst in immer weitere Kreise drang und Anlaß zu zahlreichen Aufträgen des In-und Auslandes gab.

So hat im letzten Dezennium die Firma Schneider bedeutende Aufträge auch nach China, Amerika und Dänemark ausgeführt und damit den Ruf Regensburger kirchlicher Kunst in ferne Lande getragen. Und wenn eingangs dieser kurzen Schilderung unseres altehrwürdigen Domes gedacht wurde, so kann auch hier konstatiert werden, daß gerade auch an diesem weltberühmten Bauwerk die hiesige Glasmalereianstalt sich in besonderer Weise künstlerisch betätigen durfte, indem ihr vor zirka 12 Jahren die Restaurierung des größeren Teiles der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Glasgemäldefenster übertragen wurde, die laut Anerkennung des K. Generalkonservatoriums in ganz vorzüglicher Weise gelungen ist. Wohl auf Grund dieser langjährigen, hervorragenden Leistungen, wie auch wegen des allgemeinen, künstlerischen hohen Ansehens der Firma wurde ihr 1895 die Ehre zu teil, mit dem Titel einer K. Bayer. Hofglasmalerei ausgezeichnet zu werden und dieser reihten sich in der Folge verschiedene andere Ehrungen an. So konnte Schneider auch bei der im Jahre 1910 stattgehabten Kreisausstellung in Regensburg durch die höchste Preis-Verleihung der Staatsmedaille für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Glasmalerei seine ehrlichen, künstlerischen Bemühungen belohnt sehen.

Die Regensburger Glasmalerei hat durch Tausende von Glasgemälden, die aus dem Atelier hervorgegangen sind und in vielen Teilen der Welt die Kirchen schmücken, nicht nur den Ruhm ihrer hohen Kunstfertigkeit verbreitet, nicht nur das Ansehen Regensburgs als Kunststadt vermehrt, sie hat auch damit Werke von hohem kulturellen Werte geschaffen. Regensburg hat das Glück gehabt, eine Reihe kunstsinniger Kirchenfürsten auf seinem Bischofsstuhle zu sehen und die Gegenwart schließt sich der Vergangenheit würdig an.

Wie sollte die Kunst auch nicht blühen in einem Lande, dessen Herrscher selbst ihr den Boden bereiten, auf dem sie froh gedeihen kann. Es ist an dieser Stelle nicht möglich, näher darauf hinzuweisen, nur eines sei erwähnt: König Ludwig I. war es. der den seit Jahrhunderten ruhenden Bau unseres Domes wieder aufnahm und nach zehn Jahren zum glorreichen Abschluß brachte, durch Vollendung seiner kühn aufstrebenden, schlanken Türme, die weithin das Landschaftsbild beherrschen.

Siehe auch:
Aktien-Papierfabrik Regensburg
Express-Fahrradwerke A.G.Neumarkt in der Oberpfalz
Jesuitenbrauerei Regensburg in Regensburg
Schlüssel-Bleistift-Fabrik J. J. Rehbach in Regensburg
Das Elektrizitätswerk der Stadt Regensburg
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Hamburg. Benzinfabrik Regensburg.
Dampfsägewerk Arnschwang
Johann Müller, Perlmutterknopf-Fabrik
Eisengießerei Carolinenhütte
Dampfsäge, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik
Staatliche Eisenindustrie in der Oberpfalz Amberg-Weiherhammer-Bodenwöhr
Prinz Rupprecht-Quelle vormals Silvana-Sprudel in Groschlattengrün
Bayerische Granitaktiengesellschaft in Regensburg
Tonwerk Prüfening und Braunkohlengrube Friedrichzeche
Städtisches Lagerhaus Regensburg am Luitpoldhafen
Die Kalkindustrie der Walhallastraße
Kalblederfabrik Furth i. Wald
Bayerische Braunkohle-Industrie
Die Malteserbrauerei in Amberg
Terranova-Industrie C. A. Kapferer & Co. in Freihung.
Königlich Bayerische Hofglasmalerei Georg Schneider in Regensburg
Das neue Gaswerk der Stadt Regensburg
Die Stadt Weiden
Naabwerke für Licht- und Kraftversorgung
Kalksandsteinfabrik Roding G.m.b.H.
Königl. Schwellenwerk in Schwandorf
Bayerische Maschinenfabrik Regensburg
Metallhammerwerk u. Bronzefarbenfabrik in Rothenbruck Opf. Aluminiumbronzefabrik in Rauhenstein Opf.
Die Entwicklung des Fahrrades
Tonwerk Blomenhof, G.m.b.H., Neumarkt i. Opf.
Die Flügel- und Piano-Fabrik von Georg Weidig in Regensburg
Eisen- und Metallgießerei, Maschinenfabrik und Kesselschmiede
Dresdener Maschinenfabrik und Schiffswerft Übigau A.G. Werft in Regensburg
Die Anlagen der Benzinwerke Regensburg
Portland – Cementwerk Burglengenfeld
Bürgerbräu Weiden
Aktiengesellschaft Porzellanfabrik Weiden
Holzhandlung, Werke für Holzimprägnierung und Kyanisierung
Porzellanfabrik Tirschenreuth
Stanz- und Emaillierwerke in Amberg
Bayerische Schlauchfabrik, mechanische Hanf- und Drahtseilerei
Die Wasserversorgung der Stadt Regensburg
Vereinigte Bayerische Spiegel- und Tafelglaswerke
Cahücitwerke Nürnberg. Fabrik in Neumarkt Oberpfalz.