Kribi, der Hauphandelsplatz von Südkamerun


Kribi, der Hauptplatz am südlichen Teil der Küste von Kamerun, der sogenannten Batangaküste, ist gegenwärtig der bedeutendste Ausfuhrhafen der Kolonie. Als Einfuhrhafen wird er jedoch von Duala übertroffen. Seine Bedeutung verdankt Kribi dem Reichtum des Hinterlands an wilden Kautschukbeständen. Von seiner Gesamtausfuhr, die im Jahre 1909 dem Werte nach über 7100000 Mark betrug, entfielen reichlich 6 1/2 Millionen auf Kautschuk, der in den Urwäldern von Südkamerun von Eingeborenen gewonnen wird. Kribi ist eine der erfolgreichsten Niederlassungen der Kolonie. Wo heute die freundliche, betriebsame Stadt liegt, fanden die ersten Pioniere Tappenbeck und Kund Ende der achtziger Jahre dichten Urwald. Während in Duala schon lange ein intelligenter Negerstamm einen regen Handelsverkehr mit dem Hinterlande unterhielt, so dass wir diesen nur aufzunehmen und auszubauen brauchten, hatten die Bewohner der Batangaküste, ein Bantustamm und ein auf niedrigster Kulturstufe stehendes Zwergvolk, bis dahin ihr Leben ausschliesslich mit primitivem Feldbau, Jagd und Fischfang gefristet; man konnte also zunächst kein Verständnis für unsere Bestrebungen von ihnen erwarten.

Unsere Pioniere liessen sich dadurch nicht abschrecken. Sie drangen trotzdem in den Urwald ein und eröffneten im Laufe der Jahre dem Verkehr aus dem Hinterlande einen Weg nach der Küste. Heute sind die Bewohner des südlichen Küstengebiets nicht minder betriebsam wie die Duala. Kribi entwickelte sich dank der zähen Arbeit unserer Kaufleute so rasch, dass der Platz schon 1892 ein Bezirksamt erhielt. Kribi hat eine offene Reede. Die Seeschiffe müssen mit grossen Booten laden und löschen. Trotzdem ist aus der kleinen Niederlassung im Laufe der Jahre der zweitwichtigste Handelsplatz der Kolonie geworden. Die grössten Handelsunternehmungen Kameruns haben hier ihren Hauptsitz, Firmen, deren Namen im Kolonialhandel einen guten Klang haben: Woermann, Afrikanische Kompanie, Randad & Stein, Pagenstecher u. a. Kribi ist mit den benachbarten Küstenplätzen und den Hauptstationen im Hinterland, Lolodorf und Jaunde und Ebolowa durch Wege verbunden, die aber ihrer leichten Bauart wegen teilweise in der Regenzeit sehr unter den wolkenbruchariigen Gewitterregen leiden. Der Jaundeweg, der bis Lolodorf fertig ist, kann sogar als Fahrstrasse bezeichnet werden. Aber trotz dieser Verkehrswege wird es in nächster Zeit notwendig sein, das Hinterland durch eine Eisenbahn ausreichender zu erschliessen. Es liegt bereits ein von den Handelsfirmen des Südbezirks auf ihre eigenen Kosten (rund 100 000 Mark) erkundetes Projekt vor.

Es handelt sich zunächst um eine Linie von Kribi nach Ebolowa (etwa 150 km westlich von Kribi). Dort dürfte die Eisenbahn aber nicht stehen bleiben, sondern baldigst nach dem schiffbaren Dschafluss, einem Nebenfluss des Ssanga und damit des Kongo, und weiter nach der Südostecke der Kolonie verlängert werden. In jenen Gebieten liegen noch bedeutende so gut wie nicht erschlossene Kautschukbestände.

Die Stadt Kribi selbst macht schon vom Meere aus mit seinen in üppiges Grün gebetteten, von schlanken Kokospalmen überragten Tropenhäusern einen überaus freundlichen Eindruck.

„Wie eine schöne Frau“, — sagte Major Dominik über die Kribiküste — „mit einer Perlenkette um den weissen Hals, in langem dunklen Samtgewande, mutet das Meer mit der weithin sichtbaren Linie der brausenden Brandung, dem weissen Strande und dem unendlichen dunklen Urwalde dahinter an.“ Vorn am Strande in der Nähe der als Einlaufhafen benutzten Mündung des Kribiflusses liegen die Anlagen der europäischen Unternehmungen und das Zollamt. Darüber auf einer kleinen Anhöhe die schmucke Pallotinermission mit ihrem kleinen Kirchlein. Eine Viertelstunde vom Strande entfernt das Bezirksamt. Dahinter das Quartier der Polizeitruppe und da und dort im Busch verstreut, namentlich aber an den Strassen nach dem Innern, die Ansiedlungen der Eingeborenen. Das innere Strassennetz von Kribi ist fast ganz ausgebaut. Die Strassen sind durchweg geradlinig mit möglichst geringen Steigungen angelegt und acht bis zehn Meter breit. In der Nähe des Bezirksamts ist 1909 ein kleiner Versuchsgarten für Oelpalmenkultur angelegt worden, und in der Umgebung der Stadt liegen ein paar Kakao– und Kautschukpflanzungen. Aber das allgemeine Interesse in Kribi konzentriert sich vorläufig auf den Handel mit dem Innern.

Das Steigen und Fallen der Kautschukpreise ist seinen Bewohnern wichtiger als das Gedeihen oder Nichtgedeihen kleiner Oelpalmen- oder Kakaopflanzungen. Später, wenn eine Bahn die fruchtbaren Hänge des Hochlandes im Innern der Küste näher bringt und Plantagenkultur im Grossen möglich macht, wird das Interesse Kribis für rationelle Nutzbarmachung des Landes schon erwachen. Im Augenblick wäre es nur platonisch.

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