Krimtataren

Die Halbinsel Krim, die nur durch die Landenge von Perekop (tatarisch: Orkapy) mit dem ukrainischen Volksraum verbunden ist, war einst von Skythen bevölkert.

Um 600 ?. d. Ztr. faßten dort griechische Kolonisten Fuß und gründeten das sog. Bosporanische Reich mit Pantikapäon als Hauptstadt, das im 2. Jahrhundert v. d. Ztr. unter die Herrschaft des Königs Mithridates von Pontos geriet. Rund hundert Jahre später machte sich in diesem Staat der römische Einfluß geltend, der dann von Byzanz abgelöst wurde.

Noch vor der Völkerwanderung kamen die Goten nach der Krim. Dadurch änderte sich auch die blutmäßige Zusammensetzung der Bevölkerung weitgehend.

Es folgten darauf im 7./8. Jahrhundert die Chasaren. Ob die auf der Halbinsel lebenden Karaimer, die eine mosaische Sekte bilden, chasarische Nachkommen sind, sei dahingestellt.

Die im 13. Jahrhundert eingedrungenen Mongolen brachten, wie man annimmt, den Namen „Krim“ (tatarisch: Kyrym), der in ihrer Sprache „Feste“ bedeutet.

Erst Venedig, später Genua gründeten hier ihre Handelsniederlassungen, wurden aber 1450 von den Türken vertrieben. Die Halbinsel war dann vorübergehend den Resten der „Goldenen Horde” unterstellt.

Im Jahre 1774 wurde die Krim nach 300 jähriger Zugehörigkeit zur Türkei auf russischen Druck von dieser für unabhängig erklärt Die Krimtataren aus den ehemals eingedrungenen Turkstämmen hervorgegangen, denen die einheimischen Bevölkerungsgruppen unterlagen, besaßen jedoch überhaupt keine staatsbildende Kraft und schon 1783 erzwang das Russische Imperium daher die Einverleibung der Halbinsel.

Damit veränderte sich das völkische Gesicht der Krim von neuem. Die Mohammedaner wurden wegen ihres Glaubens verfolgt und dazu gezwungen, das Land zu verlassen. Mit etwa 250 000 Menschen stellen die Krimtataren gegenwärtig rd. 20 v. H. der Gesamtbevölkerung dar.

Ihre völkischen Bestrebungen wurden 1917 durch die bolschewistische Eroberung der Halbinsel zerschlagen. Die Sowjetmacht hat ihnen nämlich am 16. Oktober 1921 nur eine Scheinautonomie im Rahmen der „Krimtatarischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik“ als ein Teil von Sowjetrußland zugebilligt.

Siehe auch:
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Ostfinnen
Westfinnen
Sowjetunion-Schlußwort
Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche und Deutsches Kapital

2 Comments

  1. […] auch: Ukrainer Donkosaken Krimtataren Ingrier-Esten-Letten-Litauer Weißruthenen-Weißrußland Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche […]

    29. August 2017

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