Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE ÖLMALEREI


Gegenüber dem geschlossenen und an glücklichen Schöpfungenreichen Bilde, das die deutsche Baukunst und im Zusammenwirken mit ihr die dekorative Bildnerei und Malerei des Barock und Rokoko darbieten, fällt die Tafelmalerei beträchtlich ab. An dem von innen heraus quellenden Strome der Entwicklung, den wir bisher verfolgt haben, nimmt sie nur bedingten Anteil. Auf diesem Felde fehlen die großen Persönlichkeiten, in denen sich die nationalen Kräfte aussprechen, wie sie das Zeitalter Dürers in der deutschen Malerei gesehen hat. Es scheint, als ob die Summe des künstlerischen Genies von den großen Raumschöpfern und Dekoratoren aufgesogen wurde. Hinzu kommt noch, daß die Höfe die Porträtmalerei nach dem Vorbild der französischen begünstigten. Französische und in Frankreich gebildete niederländische Maler beherrschten dieses Feld fast ausschließlich bis weit über die Mitte des Jahrhunderts hinaus.

Die Erschöpfung der deutschen künstlerischen Kultur am Ausgang des Dreißigjährigen Krieges zeigte sich naturgemäß auf dem Gebiete der Malerei greller als auf dem der übrigen Künste. So werden holländische und flämische Porträtmaler an die norddeutschen Höfe gezogen. Unter dem Großen Kurfürsten finden wir Mytens und Honthorst am brandenburgischen Hofe; Snapphan (gestorben 1691) am anhaitischen in Dessau, van der Werff und andere am kurpfälzischen in Düsseldorf. Im engsten Anschluß an den Stil der Holländer malen Matthias Scheits in Hamburg , Andreas Stech in Danzig (gestorben 1697), ebendort Daniel Schulz ihre Porträte und Familienbilder. Gleichfalls knüpfen die Stillebenmaler, wie Abraham Mignon und die Tiermaler wie Christoph Paudiss an die Niederländer an. Den von Grund aus malerischen Zug, den selbst die Niederländer des späteren 17. Jahrhunderts als einen Abglanz ihrer großen Epoche bewahren, lassen ihre deutschen Nachahmer vermissen. Allzuleicht verfallen sie in eine zeichnerische Härte, die z. B. schon Joachim Sandrarts und Matthäus Merians (gestorben 1687) Bildnisse zeigen.

Die kirchliche Tafelmalerei des deutschen Barock und Rokoko, um mit dieser die Betrachtung der einzelnen Gattungen zu beginnen, hat ihrem Vorbild, der italienischen, gegenüber keine Bedeutung errungen. Man vergegenwärtige sich die Säle mit den Italienern des 17. Jahrhunderts in der Dresdener Galerie, dem glänzendsten Sammelplatz dieser Art, und rufe sich ins Gedächtnis, was man von deutschen Altarbildern in den Barockkirchen Süddeutschlands gesehen hat: so wird man das bestätigen müssen.

Unter dem mächtigen Farben- und Goldprunk der säulen- und figurenreichen Altaraufbauten scheinen die nachgedunkelten Altartafeln mit ihren Verzückungen, Himmelfahrten, Krankenheilungen und Martyrien selten über das Dekorative sich zu erheben. Den älteren Barock vertritt eine Reihe von Altargemälden des Sandrart, des Onghers und des de Rül im Würzburger Dome (um 1670); den reifen Barock die in Carlones Stuckaltären sitzenden Marterdarstellungen von Rottmayer, Johann Wolf und Caspar Sing in den Seitenkapellen des Domes von Passau. Den Übergang zum Rokoko bezeichnen Holzers tiefempfundene Altarblätter, während die Altarbilder Knollers, des Maulpertsch und des Johann Martin Schmidt in Wien, des sogenannten Kremserschmidt, den Ausklang darstellen. Die venezianische Altarmalerei, der ältere Guardi, Pia-zetta und Tiepolo, hat die spätere österreichische und süddeutsche Altarbildkunst gefördert. Eine Sonderstellung nehmen die religiösen Ölbilder des Januarius Zick ein, die in Sammlungen und selbst im Handel häufiger begegnen. Das Vorbild für sie waren vielfach die religiösen Bilder Rembrandts, die in einem weichen, zwischen Watteau und Chardin schwebenden Stile weicher Flaumigkeit auf eigene Weise umgebildet werden. Mehr der Merkwürdigkeit halber seien aus dem protestantischen Kreise die biblischen Gemälde der am Mittelrhein und Main tätigen Seekatz gestreift.

Nächst der kirchlichen Bildmalerei erstreckt die mythologische ihre Wurzeln am tiefsten in das 17. Jahrhundert hinein. Auch auf diesem Felde hat die deutsche Malerei keine Früchte getragen, die mit den Schöpfungen der Italiener, der Niederländer und Franzosen in einem Atem genannt werden dürfen. Hier beginnt auch schon der Wirkungskreis der ausländischen Hofmaler (van der Werff, Pesne, van Loo!). Nur in Wien errang einen gewissen Ruf durch seine kleinfigurigen Mythologien Johann Georg Platzer . Im allgemeinen blieben den deutschen Meistern Supraporten und Wandfüllungen Vorbehalten, die in kleineren Sälen der Schlösser und vornehmen Häuser angebracht wurden. So haben Zick der Jüngere in Bruchsal. Engers usw., Brinckmann in Mannheim und Seekatz in Darmstadt, ferner Leydensdorf aus Mannheim in Benrath, Coppers in Münster, Harper und Fechhelm in Berlin und Potsdam gewirkt. Neben mythologischen Gegenständen liebt das Rokoko in diesen Wandbildern Darstellungen von kleinen Liebesgöttern, von Schäferszenen, von Idyllen, Sittenbildern, Tieren, Stilleben, Architekturen und landschaftlichen Prospekten. Es versteht sich von selbst, daß die Bilder und Stiche der französischen Maler aus der Nachfolge Watteaus die Vorbilder für die deutschen Schäfer- und Gesellschaftsstücke des Rokoko waren. Die geistvolle Malweise dieser Schule werden wir selten finden. In der strichelnden Aufsetzung kleiner Blitzlichter kommen ihr am nächsten die kleinen Bilder des Pragers Norbert Grund. Einen Hauch davon atmen auch die Supraporten von Johann Conrad Seekatz aus dem Schloß in Braunshardt, jetzt im Darmstädter Schlosse (Abb. 127, 128). Sie stellen Gesellschaften des hessen-darmstädtischen Hofes in Parklandschaften dar. Den Ausklang dieser Richtung bezeichnen die denkwürdigen Tapetenbilder mit Monatsdarstellungen, die Seekatz im Hause des Rats Goethe in Frankfurt für den einquartierten französischen Königsleutnant Grafen Thoranc gemalt hat (im Museum des Goethehauses) und deren Entstehung zusammen mit den Landschaftstapeten von Christian Georg Schütz und Johann Georg Trautmann Goethe im ersten Buche von Wahrheit und Dichtung verewigt hat (Abb. 12g). Die Umrahmungen bewegen sich in dem lockeren Muschelstile des letzten Rokoko. Nicht minder denkwürdig für uns Deutsche ist das im Goethemuseum aufbewahrte Ölbild des Seekatz, Herrn und Frau Rat Goethe mit dem kleinen Wolfgang und der Schwester, alle in Schäfertracht vor einer Parklandschaft mit einer römischenTempelruine darstellend (Abb. 130).

Neben den Schäfer- und feineren Gesellschaftsstücken pflegte das bürgerliche deutsche Rokoko mit Vorliebe das Sitten- und das Genrebild. Mehr als die französischen Meister haben in diesem Fach die Holländer anregend gewirkt. Insbesondere schreibt sich von ihnen die mit der Mitte des Jahrhunderts auftretende Malerei von Familiengruppen und Genreszenen in Innenräumen her. Damit kommt der Geschmack an dem Helldunkel in der Art Rembrandts und Ostades auf, den außer den genannten Mei Stern Justus Juncker (gestorben 1767) in Frankfurt und Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dieterici gestorben 1774) in Dresden nachahmen. Auch diese Erscheinung hat im Leben des jungen Goethe eine Rolle gespielt. Es ist bekannt, wie er als Leipziger Student und unbeschadet der akademischen Lehren Ösers entzückt vor den Niederländern der Dresdener Galerie verweilte. Den Jüngling, dessen leidenschaftliches Begehren war, zwischen der Kunst und dem Leben Beziehungen zu gewinnen, überkam es wie eine Offenbarung, daß er in Ostades Bildern Eindrücke gestaltet fand, die ihm täglich in der Wohnung und Werkstatt seines Freundes, des Schuhmachermeisters, vor Augen traten.

Die Landschaftsmalerei wurzelt genau so wie die figürliche in dem idealen Stil des 17. Jahrhunderts. Sie ist keineswegs ein Spiegel der heimischen Landschaft, wozu sich so hoffnungsvolle Anfänge in dem Zeitalter Dürers hervorgetan hatten. Wie der deutsche Gartenbau des Barock und Rokoko eine ideale, auf südlichen Pflanzenbildungen aufgebaute Kunstwirkung erstrebte, so ist auch die Landschaftsmalerei dieser Epoche von dem hohen Stil der italienisch-französischen Landschaftsmaler ausgegangen. Die pathetisch bewegten Baumumrisse und Felsen des Salvator Rosa und anderer Italiener, die römischen Berg- und Flußlandschaften der späten Niederländer in der Art des Berghem und Mouscheron und die großen Baummassen, Ebenen und Wolken des Claude Lorrain bilden die Elemente auch der deutschen barocken Landschaftsmalerei.

In solcher Art malten in Wien Anton Feisten-berger und Christian Hilfgott Brand (gestorben 1756). Von hier nehmen Argricola und sein Schüler Johann Alexander Thiele in Dresden (gestorben 1752) ihren Ausgang. Der letztere geht alsbald zur Darstellung heimatlicher Ansichten über; namentlich malte er Prospekte sächsischer und mecklenburgischer Städte und Landschaften. Auch der in der Frankfurter Gegend und am Mittelrhein tätige Künstlerkreis vollzieht nach der Mitte des Jahrhunderts einen Übergang von dem idealisierten Landschaftsstil zur Wiedergabe vaterländischer Ansichten. Allein überwiegend bleibt doch auch damals, sowohl in der Wiedergabe des Baumschlags wie des Erdreichs und der Berge der dekorative Zug der Überlieferung bestehen. So in den Rhein- und Mainlandschaften des Christian Georg Schütz, die an den Niederländer Saftleven und in den Nachtbildern Trautmanns, die an Eglon van der Neer erinnern. Auch die Tiergartenlandschaften Chodowieckis und des jungen Hackert sind mehr idealisierte als wirkliche Natur (Abb. 131). Die reizenden Landschaftsbilder und Radierungen Salomon Geßners in Zürich versetzen uns in arkadische Haine und nicht an die Ufer des Zürichsees (Abb. 132). Die verschönerte Natur wirkt in den Radierungen des Studenten Goethe in Leipzig nach.

Der Stil der Landschaft des 18. Jahrhunderts wird uns verständlich im Zusammenhang mit der Gesamtanschauung von der Natur, die der Barock besaß. Sie kommt noch deutlicher in den Theaterprospekten und in der Gartenkunst zutage. Die großartigste Äußerung dieser von Grund aus dekorativen Stilisierung der Landschaft schafft das Jahrhundert in den gewirkten Bildteppichen von Brüssel, Audenarde, Beauvais, Paris und Aubusson, die die begehrten Wanddekorationen der fürstlichen und adeligen Schlösser auch in Deutschland bildeten.

Der Wirklichkeitssinn erwacht bezeichnenderweise eher in der Malerei von Architekturen und Stadtansichten. In diesem Zweige hatte Deutschland bereits einen trefflichen Meister in Matthäus Merian besessen. Die architektonischen Kupferstichwerke gaben dieser Richtung Nahrung. Von Bildern sind neben denen Thieles die Frankfurter Ansichten des Schütz und die Berliner von Rosenberg Denkmäler des erwachenden Sinnes für die Schönheiten der Städte. Ohne Zweifel hat die um die Mitte des Jahrhunderts zur Reife gediehene städtische und bürgerliche Baukunst den Blick geschärft. Aber welche Überlegenheit der malerischen Anschauung über die deutschen Stadtveduten liegt in den Bildern, die der Venezianer Bernardo Belotto, genannt Canaletto, ein Neffe des berühmten Antonio Canale, um die Mitte des Jahrhunderts von Dresden, Wien und München gemalt hat. Von 1746—1764 war er mit Unterbrechungen in Dresden tätig.

Mit der Landschaftsmalerei hängt die Tiermalerei zusammen. Viehstücke in der Art der italienisierenden Niederländer malten Johann Heinrich Roos und Johann Philipp Peter Roos , auch Rosa di Tivoli genannt, da er den größten Teil seines späteren Lebens in Tivoli verbrachte. Die Kuh-, Schaf- und Ziegenherden dieser Meister tragen überwiegend ein dekoratives Gepräge; mit den holländischen Viehmalern der Zeit Potters sind sie nicht zu vergleichen. In Wien wirken als Tiermaler Franz Werner Tamm, ein gebürtiger Hamburger, und die drei Brüder Hamilton, unter denen Johann Georg sich großer Beliebtheit als Pferdebildnismaler erfreute (Abb. 134). War doch gerade Wien mit seiner Hofreitschule und dem großen Gestüt von Lipizza ein Mittelpunkt edler Pferdezucht. Ein eifrig gepflegter Zweig der Tiermalerei war die Jagdmalerei. Es gab an den Höfen eigentliche Jagdmaler, die die Fürsten auf ihren Jagden begleiten mußten. Freilich verdient vieles auf diesem Gebiet Geschaffene nur ein kulturgeschichtliches Interesse. Der beste Jagdmaler Deutschlands gehört dem 17. Jahrhundert an. Es ist Karl Andreas Ruthart (gestorben 1680). Er war in den sechziger Jahren in Antwerpen und seine Bären- und Hirschhetzen haben Züge mit den flämischen Tiermalern aus dem Kreise des Rubens, Fyt und Snyders gemein, allerdings ohne deren malerische Kraft zu erreichen. Der eigentliche Jagddarsteller des deutschen Barock und Rokoko, der um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Augsburg tätige Johann Elias Ridinger, Schüler des Rugendas und seit 1759 Direktor der Akademie, hat fast ausschließlich für den Kupferstich gezeichnet. Seine umfangreichen Folgen wie „Die Fürsten-Jagdlust“, „Die Parforce-Jagd des Hirschen“, „Die jagdbaren Tiere“, „Die Kämpfe reißender Tiere“ usw. sind Zeugnisse der Jagdlust dieser Epoche. Die barocke Zeichnung der Tiere und der Felsen- und Waldlandschaft trägt den Stempel des bizarren und malerischen Empfindens, das die Erzeugnisse der Augsburger Stecher dieser Jahrzehnte kennzeichnet. Für das Naturgefühl des deutschen Barock und Rokoko ist es beachtenswert, daß Brokkes, der Hamburger Naturdichter, einen Teil der Versunterschriften unter Ridingers Blätter lieferte.

Die wichtigste Stellung hatte damals in der deutschen Ölmalerei die Porträtmalerei inne. Ihre Hauptpflegestätten waren die Höfe. Indem ihnen der französische Königshof als Ideal in allen Dingen der Kunst vorschwebte, verlangten die Fürsten sich und die Ihren auch nach dem Muster der französischen Könige und der Hofgesellschaft von Versailles in lebensgroßen Bildnissen zu sehen. Majestät und imponierende Haltung der Fürsten, Grazie der Damen, rauschender Faltenwurf, Eleganz der Erscheinung und glänzende Farben waren in der Pariser Schule wie in keiner anderen herausgebildet. Selbstverständlich wurden deshalb Pariser oder in Paris ausgebildete Meister als Hofmaler an die deutschen Höfe gezogen. Sie erhielten Titel und Auszeichnungen, wurden zu Akademiedirektoren ernannt und fanden bei Hof und Adel ehrenvolle Aufnahme, indessen die Landeskinder sich mit den untergeordneten Stellungen als Kammerdiener oder Kammermaler zu begnügen hatten. So kamen Vivien und Georg des Marees nach München, Pesne, Charles Amedee van Lo nach Berlin, van der Werff nach Düsseldorf, Goudreaux nach Mannheim, Louis de Silvestre nach Dresden (vgl. die Abbildungen in den ersten Kapiteln), van der Schuppen und Martin Mytens nach Wien. Die festliche Erscheinung ist der Hauptvorzug ihrer Bilder. Doch haben Meister wie Goudreaux, des Marees und Pesne eine Reihe von Bildnissen gemalt, die an malerischer Feinheit den Meisterwerken der Pariser Porträtmalerei der Regence und des Rokoko nahekommen. Der Art und Qualität der Franzosen gleichen die Bildnisse des Johann Kupetzky und des Adam von Manyocki . Die deutschen Porträtmaler haben erst gegen die Mitte des Jahrhunderts neben den Ausländern an den Höfen Fuß fassen können. Sie haben sich die Malweise und die Allüren der Franzosen zu eigen gemacht, sie bewahren sich gleichwohl ein Streben nach schärferer Charakteristik (Abb. 135). Der schlichteren Auffassung, wozu sie neigen, kommt die beginnende Hinwendung zur bürgerlichen Anschauung entgegen. Im allgemeinen kennzeichnet die deutschen Porträtisten wieder ein Hervortreten des Zeichnerischen, eine größere Glätte und Härte der Färbung und eine Neigung zur Betonung des Einzelnen. Das Maß an malerischer Kraft ist und bleibt den gleichzeitigen Franzosen unterlegen. Dabei hat die deutsche Bildnismalerei im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts im einzelnen Erfreuliches geleistet und verdient die Teilnahme, die ihr von seiten der Sammler und Forscher neuerdings entgegengebracht wird.

Als zwei hauptsächlich in bürgerlichen Kreisen tätige, durch Natürlichkeit ausgezeichnete Bildnismaler der ersten Hälfte des Jahrhunderts gehen Balthasar Denner in Hamburg und Christian Seybold in Wien voran. Unter den älteren deutschen Hofporträtisten nehmen E. A. Eger am darmstädtischen Hofe, Johann Conrad Eichler und Bernhard Christoph Franke in Braunschweig und allenfalls Weidemann in Berlin einen gewissen Rang ein. Die besten Vertreter des späteren Rokoko sind Johann Christian Fiedler in Braunschweig, Johann Georg Ziesenis , der am braunschweigischen, am schaumburg-lippischen, am zweibrückenschen und anderen Höfen wirkte (Abb. 137), -Christian Friedrich Reinhold Lisiewski, Anna Dorothea Therbusch, geb. Lisiewska , Anna Rosina de Gask, geb. Lisiewska, Georg David Matthieu in Schwerin und Johann Heinrich Tischbein d. Ä. in Kassel (1722 —1789; Abb. 136). Auch Ismael Mengs und in seinen früheren Bildnissen sein Sohn Anton Raphael Mengs gehören noch dem Ausgang des Rokoko an (Abb. 138). Das gilt zumal von den farbenfrischen Pastellen, die Mengs von August III. und der Dresdener Hofgesellschaft schuf. Die Pastellmalerei erlangte in Deutschland neben der Ölmalerei weite Verbreitung. Die Modekünstler waren Pietro Rotari und die Rosalba Carriera. Das Bedeutendste schuf auf deutschem Boden Etienne Liotard, ein Franzose aus dem Kreise der großen französischen Pastellisten dieser Epoche, von denen Fantin la Tour in jüngster Zeit eine Auferstehung erlebt hat. Als Emailmaler, Miniaturmaler und Zeichner kam Daniel Chodowiecki nach dem Siebenjährigen Kriege in Berlin empor: der Illustrator der Minna von Barnhelm und des Werther führt bereits aus dem Rokoko heraus in einen neuen Zeitabschnitt hinüber. Bevor wir dem Leser einen Einblick in diese letzte Epoche des Jahrhunderts eröffnen, gilt es eine Umschau zu halten über das, was die deutsche Kunst auf den Gebieten des Kunsthandwerks im Zeitalter des Barock und Rokoko geschaffen hat.

Aus dem Buch: Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland (1922), Author: Schmitz, Hermann.

Siehe auch:
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – Einleitung
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – ÜBERBLICK ÜBER DIE KUNST DES JAHRHUNDERTS DIE STILEPOCHEN: BAROCK, ROKOKO U. FRÜHKLASSIZISMUS
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – POLITISCHER UND SOZIALER ZUSTAND DEUTSCHLANDS IM ZEITALTER DES BAROCK
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE GEISTESBILDUNG IM DEUTSCHEN BAROCK
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE GROSSEN FESTE
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE STELLUNG DER BAUKUNST IM 18. JAHRHUNDERT
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE BAUMEISTER, DIE BAUHERREN UND DER BAUBETRIEB. STADTBAUKUNST
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DAS GEISTIGE WESEN DES KATHOLIZISMUS IM DEUTSCHEN BAROCK UND ROKOKO
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DER KATHOLISCHE KIRCHENBAU DES BAROCK
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DER KATHOLISCHE KIRCHENBAU DES ROKOKO
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DER PROTESTANTISMUS DES 18. JAHRHUNDERTS
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DER PROTESTANTISCHE KIRCHENBAU
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE WELTLICHE ARCHITEKTUR DES BAROCK DIE SCHLÖSSER, ABTEIEN, BÜRGERHÄUSER USW.
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE SCHLOSS- UND HAUSARCHITEKTUR IM ROKOKOZEITALTER
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE DECKENMALEREI
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – INNENAUSSTATTUNG DER SCHLÖSSER DAS ORNAMENT DES BAROCK UND ROKOKO
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE MÖBEL DES BAROCK UND ROKOKO
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE BILDHAUERKUNST DES BAROCK
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE BILDHAUERKUNST DES ROKOKO

Im Text gezeigte Abbildungen:
Spanischer Seehafen
Supraporte
Supraporte2
Die Familie Goethe
Der Hahnenschlag
Salomon Geßner – Am Brunnen
Johann Heinrich Roos – Römische Hirten
Johann Georg Hamilton – Kaiser Karl VI.
Fürst Karl von Waldeck
Raphael Mengs – Selbstbildnis
Georg Ziesenis – Marie Gemahlin des Grafen von Schaumburg-Lippe
Johann Heinrich Tischbein – Der Künstler und seine Tochter

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