Leitgedanken III

Mein Kind

Ein Kind ist mir geboren.
Wir lagen in der Schlacht;
da hat mich solches Wissen
beglückt und stark gemacht.

Ein Kind mit zarten Gliedern,
mit Händen seidenweich.
Kein Bild in meinen Herzen
kommt solcher Zartheit gleich.

Die Schlacht, die wird geschlagen,
mein Kind, das lächelt bald.
In unsere tiefsten Träume
das schwere Feuer hallt.

Was kann mir noch geschehen?
Zu Hause spielt mein Kind
mit tausend bunten Blumen
und mit dem Abendwind.

In allen unseren Schlachten,
beim Marsch und nachts im Zelt,
da spürt mein Herz die Liebe,
die uns verbunden hält.

Die schweren Waffen schweigen,
der Abend lastet schwer,
und mit den braunen Nebeln
kommt weit die Sehnsucht her.

Ich weiß, wofür ich kämpfe;
zu Hause lacht mein Kind;
Und darum bin ich stärker
als Schmerz und Opfer sind.

Kurt Kuberzig