Marmorvorkommen in Südwest-Afrika


Ein Vorhandensein von Marmor in Deutsch-Südwestafrika war wohl seit längerer Zeit bekannt, doch wurde erst neuerdings durch fachmännische Untersuchungen festgestellt, dass sich in der Gegend von Habis, Karibib, Navachab, Swakopmund, Kubas und Sphinx (Gesamtareal 80000 ha) Vorkommen von Marmor befinden, die auf der ganzen Welt nicht ihresgleichen haben. Da die Proben des südwestafrikanischen Marmors in Fachkreisen überall das grösste Interesse erregten, so hat sich jetzt ein aus Kaufleuten und Marmorinteressenten zusammengesetztes Konsortium gebildet, die Afrika-Kolonial-Marmor-Gesellschaft, die den Abbau der Marmorlager vornehmen will.

Von der Ausdehnung der Marmorvorkommen kann man sich einen ungefähren Begriff machen, wenn man berücksich igt, dass der Marmor in massiven, mächtigen Bergketten auftritt, die eine Länge bis zu 30 km haben, bis zu 350 m hoch und bis zu 1 km breit sind. Im Gegensatz zu den bisher bekannten Marmorvorkommen, in denen der brauchbare Marmor meist nur in Schichten und Bänken auftritt, so dass ein Bruch schon für erstklassig gilt, wenn er Bänke bis zu 3 in Dicke aufweist, bestehen die südwestafrikanischen Marmorberge ganz aus brauchbarem Marmor. Schon von weitem repräsentieren sie sich als ein geschlossenes Marmormassiv, das nur hin und wieder von Schluchten durchrissen wird, die im Laufe der Jahrtausende durch Auswaschung zur Regenzeit entstanden sind. Es ist keine Uebertreibung, wenn man behauptet, dass viele Milliarden Kubikmeter gesunder Marmor dem Abbau zur Verfügung stehen, zumal auch das Gestein noch im Umkreise der Marmorberge aus Marmor besteht, der, wie an einem in der Nähe der Berge gebohrten tiefen Brunnen ersichtlich ist, noch weit in die Erde hineingellt. Infolge seiner Gesundheit erlaubt das Material, Blöcke in jeder gewünschten Abmessung, selbst der grössten, zu brechen, und da mit der Grösse der Blöcke der Verkaufspreis sich ganz wesentlich erhöht, so ist es ganz klar, welch grosser Vorteil darin liegt, ein derartiges Material zur Verfügung zu haben.

Die Qualität der neuen Marmorsorten ist, sowohl was das Korn, die Schönheit der Färbung als auch die Gesundheit des Materials betrifft, ganz hervorragend. Man hat heute schon über 100 verschiedene Sorten festgestellt, die alle ihre besondere Eigenart haben und deren Grundfärbung vom zartesten Weiss bis zum tiefsten Blau, Rot, Gelb oder Grün variiert. Nach dem Urteil bekannter Marmorsachverständiger Europas und Amerikas ist für verschiedene Sorten ein aussergewöhnlich hoher Preis, bis zu 1000 Mk. für den Kubikmeter, zu erzielen.

Besonders ist hier zu erwähnen, dass auch die teueren reichfarbigen Marmorsorten, wie sie für feinere Innendekoration gebraucht werden, bei den südwestafrikanischen Vorkommen absolut homogen und fehlerfrei sind, während die bisher zur Verwendung gelangten Sorten viele Risse, schadhafte Stellen und Einsprengungen aufweisen, die nicht nur die Gesamtwirkung beeinträchtigen, sondern auch die Bearbeitung erschweren und verteuern.

Die Transportfrage ist ohne Zweifel für ein Marmorunternehmen von der allergrössten Wichtigkeit, da bei dem grossen Eigengewicht des Marmors die Transportkosten einen erheblichen Teil der Selbstkosten des Marmors darstellen. Die unmittelbare Nähe der Staatsbahn und der Otavibahn jedoch, die beide auf der Strecke von Swakopmund nach Karibib die Marmorfelder durchschneiden, die Anlage von Anschlussgleisen bis hinein in die Brüche, die Benutzung von eigens erbauten starken Eisenbahnwaggons und eigenen Verladeeinrichtungen und Leichtern bezw. Prähmen in Swakopmund sowie die Charterung von Transportschiffen werden die Kosten des Transportes verhältnismässig niedrig gestalten.

Die Aussichten des neuen Unternehmens scheinen also nicht schlecht zu sein, und wenn die Gründung nach gesunden kaufmännischen Grundsätzen erfolgt, so dürfte die Marmorgewinnung in Südwest ein neuer gewinnbringender Wirtschaftszweig werden.

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  1. […] an deutsche Eltern und Erzieher Die Schlafkrankheit in Deutsch-Ostafrika Kolonialkriegerdank Marmorvorkommen in Südwest-Afrika Ein Wollschafzuchtunternehmen für Deutsch-Südwestafrika Gesundheitsverhältnisse und […]

    20. Oktober 2016
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    20. Oktober 2016
  3. […] an deutsche Eltern und Erzieher Die Schlafkrankheit in Deutsch-Ostafrika Kolonialkriegerdank Marmorvorkommen in Südwest-Afrika Ein Wollschafzuchtunternehmen für Deutsch-Südwestafrika Gesundheitsverhältnisse und […]

    21. Oktober 2016

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