Metallhammerwerk u. Bronzefarbenfabrik in Rothenbruck Opf. Aluminiumbronzefabrik in Rauhenstein Opf.

L. Auerbach & Co., Fürth in Bayern.

An der äußersten Nordwestecke der Oberpfalz, am rechten Ufer der Pegnitz, deren Wasserkraft seit den ältesten Zeiten für gewerbliche Zwecke Verwendung findet, liegt das Dörfchen Rothenbruck, knapp 1 km von der Bahnstation Neuhaus a. P. entfernt.

Hier wurde im Jahre 1882 von dem Kaufmann Heinrich Stöber aus Fürth eine kleine Metall- und Bronzefarbenfabrik errichtet und mit einem Kraftaufwand von zirka 35 HP., die 2 Turbinen lieferten, 20 Arbeiter beschäftigt und 6 Hämmer, 4 Walzwerke, 80 Bronzestämpfe und 20 Poliermühlen betrieben.

Im Jahre 1886 ging das W’erk an die Firma L. Auerbach 6: Co. über. Die gegenwärtigen Inhaber dieser Firma sind die Herren Louis Auerbach, Gustav Auerbach und S a 11 y L ö w e n g a r t, die ihren Wohnsitz in Fiirth haben. Im Jahre 1887 erwies sich die Fabrik als zu klein. Die Firma fügte dem Wasserbetrieb noch eine Dampfanlage von 50 HP. hinzu und nahm durch Fabrikneubauten, Aufstellung neuer Maschinen und Erwerbung von Terrains für die Bronzefarbenfabrik und das Hammerwerk wesentliche Vergrößerungen und Erweiterungen vor. Eine epochemachende Vergrößerung aber erfolgtenim Jahre 1897 dadurch, daß eine 250 HP. 3 fache Expansions-Ventildampfmaschine aufgestellt wurde und eine wesentliche Ausdehnung des Gesamtbetriebes stattfand. Der stetig wachsenden Nachfrage nach Bronzefarben in allen Kulturländern der Erde, die die Firma persönlich durch Reisende aufsuchen läßt, entsprechend, ist in der Vergrößerung und Verbesserung des Werkes in keinem der folgenden Jahre eine Pause eingetreten. Es kommt noch hinzu, daß es der Firma gelungen ist, ein Verfahren zur Herstellung von Bronzefarben unter Nr. 225 260 patentiert zu erhalten, wodurch gegenüber dem früheren Herstellungssystem eine Abkürzung und wesentliche Verbesserung der Produkte erreicht werden konnte. Auch der Entwicklung der Metallschlägerindustrie, wofür im Hammerwerk die Rohstoffe erzeugt werden, wurde fortwährend durch Vermehrung der Hämmer und Aufstellung neuer und vielfach verbesserter Walzwerke die größte Aufmerksamkeit gewidmet.

Die Herstellung von Aluminiumbronze, die im Werke Rothenbruck stattfand, wurde aus Sicherheitsgründen vorn Hauptwerk abgetrennt und im benachbarten Rauhenstein als selbständiger Betrieb errichtet. Ferner hat die

Firma in der Nähe von Pilsen in Böhmen, um dem durch hohe Zölle drohenden Verluste des österreichischen Marktes zu begegnen, eine Zweigfabrik errichtet.

Heute umfassen die Rothenbrucker und Rauhensteiner Werke ein Areal von 5,270 ha, wovon 1,140 ha überbaut sind. Es stehen 550 HP. zum Betriebe von 1400 Bronze-stämpfen, 130 Poliermühlen. 15 Hämmern, 12 Walzwerken und einer großen Reihe von Hilfsmaschinen zur Verfügung. Durchschnittlich werden 150 Arbeiter beschäftigt, für die eine eigene Fabrikkrankenkasse mit einem Kapital von M. 15 000.— besteht, die außer den den Arbeitern gesetzlich zustehenden Vorteilen eine Reihe weiterer freiwilliger Vergünstigungen gewährt. Für einen großen Teil der Arbeiter sind Arbeiterwohnungen vorhanden, die den älteren Arbeitern unentgeltlich überlassen werden, ferner wird ihnen ein Ackerland zur Bebauung von Kartoffeln und Gemüsen ebenfalls unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

In letzter Zeit hat sich aus dem Schoße der Arbeiter ein Sparverein gebildet, um den Arbeitern bei eintretender Krankheit, Arbeitsbeschränkung oder sonstiger Not ein kleines Kapital zu sichern, wofür die Firma 5 Prozent Zinsen vergütet.

Das gute Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird dadurch bezeugt, daß eine ganze Anzahl Arbeiter schon das 25 jährige Dienstjubiläum feiern konnten, einige mit der silbernen Medaille ausgezeichnet wurden und Arbeiterwechsel in den Betrieben sehr wenig stattfindet.

Siehe auch:
Aktien-Papierfabrik Regensburg
Express-Fahrradwerke A.G.Neumarkt in der Oberpfalz
Jesuitenbrauerei Regensburg in Regensburg
Schlüssel-Bleistift-Fabrik J. J. Rehbach in Regensburg
Das Elektrizitätswerk der Stadt Regensburg
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Hamburg. Benzinfabrik Regensburg.
Dampfsägewerk Arnschwang
Johann Müller, Perlmutterknopf-Fabrik
Eisengießerei Carolinenhütte
Dampfsäge, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik
Staatliche Eisenindustrie in der Oberpfalz Amberg-Weiherhammer-Bodenwöhr
Prinz Rupprecht-Quelle vormals Silvana-Sprudel in Groschlattengrün
Bayerische Granitaktiengesellschaft in Regensburg
Tonwerk Prüfening und Braunkohlengrube Friedrichzeche
Städtisches Lagerhaus Regensburg am Luitpoldhafen
Die Kalkindustrie der Walhallastraße
Kalblederfabrik Furth i. Wald
Bayerische Braunkohle-Industrie
Die Malteserbrauerei in Amberg
Terranova-Industrie C. A. Kapferer & Co. in Freihung.
Königlich Bayerische Hofglasmalerei Georg Schneider in Regensburg
Das neue Gaswerk der Stadt Regensburg
Die Stadt Weiden
Naabwerke für Licht- und Kraftversorgung
Kalksandsteinfabrik Roding G.m.b.H.
Königl. Schwellenwerk in Schwandorf
Bayerische Maschinenfabrik Regensburg