Mitteilung des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft

Mädchenreise nach Südwest.

Mit dem Dampfer -„Bürgermeister“ reisten am 17. August ab Hamburg durch die Vermittelung des Frauenbundes und mit Unterstützung der Deutschen Kolonialgesellschaft nach Deutsch-Südwestafrika aus: Margarete Petersen aus Kiel als Stütze zu Herrn Farmer Matthiessen, Düsternbrook bei Windhuk; Ida Fricke aus Hagen i. W. als Dienstmädchen zu Herrn Regierungsarzt Peters, Windhuk; Elsa Wehling aus Magdeburg-Neustadt als Dienstmädchen zu Herrn Gastwirt Schäfer, Windhuk; Anna Neumann aus Gr.-Katz beiZ oppot i. Westpr. und Maria Winderlich aus Danzig-Langfuhr als Dienstmädchen zu Herrn Gastwirt Wendelmuth, Keetmanshoop; Frau Klara Engelmann aus Dresden als Wirtschafterin zu Herrn Zollwächter Fisker, Swakopmund.

Aus den Abteilungen.

Ihre König!. Hoheit Prinzessin Mathilde Herzogin zu Sachsen hat die Gnade gehabt, das Protektorat der Abteilung Dresden des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft zu übernehmen.

Die Abteilung Köln hat durch eine Reisebeihilfe von 400 Mk. einer Familie die Uebersiedlung nach Südwestafrika ermöglicht und damit hoffentlich den arbeitsamen Leuten zu einer neuen Existenz verholten.

Die Zahl der deutschen Frauen in Südwest

betrug nach den Mitteilungen des amtlichen Jahresberichts am 1. Januar 1909 2831 von insgesamt 11 791 weissen Bewohnern (einschl. der Schutztruppe). Davon befanden sich im Alter von über 15 Jahren 1826, und 1005 waren minderjährig weiblichen Geschlechts, so dass demnach zu dem genannten Zeitpunkt die Zahl der erwachsenen Frauen mit 1826 ermittelt wurde.

Am 1. Januar 1906 gab es im Schutzgebiet nach der damaligen Statistik 530 weisse Ehepaare. Am 1. Januar 1909 war die Zahl schon auf 1320 gestiegen. Im Schutzgebiete selbst haben im Jahre 1906 67, im darauffolgenden Jahre 137 und im Jahre 1908 163 Ehepaare geheiratet. Das Jahr 1906 war noch zum Teil Kriegsjahr. Ausser den obengenannten 1320 Ehepaaren waren am 1. Januar 1909 noch 204 Ehemänner vorhanden, deren Ehefrauen nicht im Schutzgebiet anwesend waren. Die Gesamtzahl der weissen weiblichen Bevölkerung im Schutzgebiete betrug am 1. Januar 1906 737 erwachsene und 410 unerwachsene, zusammen 1147 Personen. Am 1. Januar 1909 befanden sich im Schutzgebiet 1826 erwachsene und 1005 unerwachsene, also zusammen 2831 weibliche Personen. Die Bevölkerung hat also in den drei Jahren um 1684 Frauen und Mädchen zugenommen. Am 1. Januar 1906 kamen auf vier männliche Personen nur eine weibliche, während am 1. Januar 1909 schon auf drei männluhe Personen beinahe eine weibliche entfiel. Im Laufe des Jahres 1909 sind durch Frauenbund und Kolonialgesellschaft 151 Ehefrauen, Bräute, sonstige weibliche Angehörige und weibliche Angestellte, sowie 58 Kinder bei Uebersiedlung nach Deutsch-Südwestafrika unterstützt worden. In den letzten vier Jahren 1906 bis 1909 ist eine solche Unterstützung insgesamt 661 Personen bei der Abfahrt nach Swakopmund oder Lüderitzbucht zuteil geworden, und seit der Einrichtung des hierfür zur Verteilung stehenden Fonds haben bisher über 900 Personen daraus die fraglichen Mittel erhalten.

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