Mönch-Grasmücke

Mönch-Grasmücke, Sýlvia *) atricapilla L.

Wenn die Obstbäume in voller Blütenpracht stehn und wiederum, wenn sie fruchtbeladen die Zweige senken, sieht man häufig auf ihnen diese Grasmücke, deren tiefschwarze Kappe sich hübsch von dem grauen Hals abhebt. Von den Sumpfmeisen — es kam mir sehr oft vor, daß Leute sie mit diesen verwechselten — unterscheidet sie sich sofort durch das Fehlen von Weiß an den Wangen. Die Mönchgrasmücke gehört zu den besten Sängern. Wer sie zum erstenmal hört, den überrascht sie durch den plötzlichen Übergang von dem leisen Vorgesang zu dem lauten, freudig jubelnden zweiten Teil ihres Liedes. Sie ist deshalb, namentlich in Österreich, ein beliebter Käfigvogel.

Name: „Mönch“ von dem schwarzen Käppchen, daher auch Schwarzplättchen. „Grasmücke“ angeblich mittelhochdeutsch „gra-smiege“ = Grau-Schmiege, „atricapillus“ = schwarzköpfig.

Vorkommen: Mindestens auf dem Zuge überall vorkommend.

Artmerkmal: Die schwarze oder braune Kappe.

Größe: Sperlingsgroß, Flügel 7,2—7,6 (7,8) cm.

Weibchen: Kopfplatte rotbraun (relativ groß, Flügel bis 7,7).

Junge: Kopfplatte trüb rotbraun.

Lockton: „Tack“ oder „täck“.

Gesang: Erste Hälfte leise zwitschernd (sog. kleiner Gesang), zweite Hälfte prachtvoll laut (sog. Überschlag).

Eier: 4—5 (6), bräunlich-weißlich mit bräunlich verwischten Flecken und Punkten, Anfang Mai bis Juli, zwei Bruten.

Nest: Aus Halmen, Wurzeln, innen Pferdehaare.

Nistplatz: Nest lose eingebaut in Büschen im Waldunterholz, Gärten, Friedhöfen.

Nahrung: Insekten (viel Obstschädlinge), Kirschen, Beeren, besonders Holunderbeeren.

Zug: April — September, selten einzeln bis in den November oder Winter hinein aushaltend.

Einzige deutsche Form der Realgattung Sylvia Atricapilla. Zuweilen tragen jüngere Männchen das weibliche Kleid.

*) Die Sylvien sind, wie wohl der Name andeutet, zarte Gestalten, die sich schlüpfend im Gebüsch bewegen.

Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

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