Nonnenmeise

Nonnenmeise, Parus commúnis Baldenst.

Im Vergleich mit den voranstehenden bunten Arten tragen die Sumpfmeisen ein „nonnenhaft“ schlichtes Kleid. Man nennt sie daher passend Graumeisen. Der Name Sumpfmeise stimmt für die Aufenthaltsorte vorliegender Art gar nicht (gehört vielmehr der folgenden rechtmäßig an). Treffend hat man sie Meister Hämmerlein genannt. Vom eifrigen Hämmern ist zuweilen die obere Spitze ihres Schnabels meißelartig quer abgeschliffen. Der Schnabel ist viel dicker als bei der folgenden Art. Man kann an ihm sehen, wie die Hornmasse nachwächst und die Abnutzung wieder ersetzt. Zumal vor und in der Mauserzeit haben die Vögel oft sehr lange Schnäbel.

Name: „Nonnenmeise“ vom schwarzweißen Kopf, „communis“ = gewöhnlich („Baldenstein“ ein Schweizer Beobachter). Vorkommen: Fast überall gemein, doch hierund da fehlend oder seltener.

Artmerkmal: Glänzend schwarze Kopfplatte, Wangen nur am Kopf rein weiß, hintere Halsseiten trüb grauweiß. Flügelfedern eintönig, mit der Rückenfarbe gesäumt.

Größe: Wie Blaumeise, Flügel 6,2—7,0 cm. Gewicht 11g.

Weibchen: Wie Männchen.

Junge: Mit mattschwarzem Kopf.

Lockton: „Sisistjä, spizi dädettdettdettdett, spizidädä“ (das ä kurz). Gesang: Unbedeutend, klappernd; Tempo „dadadadada“. Klang etwa „jifft jifft jifft“ oder „jipt jipt jipt“.

Eier: 6—10 (12?), nach Ochs 8—9, normal 8, denen der Blaumeise ähnlich, Mitte April und Mai (eine? Brut).

Nest: Ein Haufen Moos, Halme, Federn, Tierhaare.

Nistplatz: In gefundenen Höhlen in Bäumen, auch in der Erde, die mit Niststoff ausgefüllt werden, seltener in durchaus selbstgemeißelten Höhlen.

Nahrung: Insekten und viel Sämereien.

Standvogel: Nur ganz einzeln einmal versprengte Stücke wandernd.

Realgattung Parus Meridionális, von der noch zwei Formen in Deutschland Vorkommen, am Rhein eine kleinere, braunere (longiróstris), in Ostpreußen eine größere, grauere (meridionalis). Der mitteldeutsche Vogel (subpalústris) ist von der früher benannten Form der Schweiz (commúnis) kaum unterscheidbar.

Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger
Seggen-Rohrsänger
Garten-Laubvogel
Heuschrecken-Rohrsänger
Weiden-Laubvogel
Fitis-Laubvogel
Wald-Laubvogel
Gemeines Goldhähnchen
Augenstreif Goldhähnchen
Kohlmeise
Blaumeise

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

3 Comments

  1. […] Fitis-Laubvogel Wald-Laubvogel Gemeines Goldhähnchen Augenstreif Goldhähnchen Kohlmeise Blaumeise Nonnenmeise Weidenmeise Tannenmeise […]

    1. Februar 2016
  2. […] Fitis-Laubvogel Wald-Laubvogel Gemeines Goldhähnchen Augenstreif Goldhähnchen Kohlmeise Blaumeise Nonnenmeise Weidenmeise Tannenmeise Haubenmeise Schwanzmeise Spechtmeise Waldbaumläufer Hausbaumläufer […]

    1. Februar 2016

Comments are closed.