Ostfinnen

Zur ostfinnischen Völkergruppe, die 1939 auf dem Territorium der UdSSR, insgesamt 2 974 800 zählte, gehören Mordwinen oder Mordwa (1 451 400), Udmurten oder Wotjaken (605 600) und Mari oder Tscheremissen (481 200] im Wolgagebiet, Komi-Svrfänen und Komi-Permjaken (insgesamt 408 700) am Nordural sowie Ostjaken (22 200) und Wogulen (5700) in Sibirien.

Die Wolgafinnen kamen mit dem Fall des Chanats von Kasan (1552) unter die Herrschaft Moskowiens. Für ihre Haltung dem Zarentum gegenüber war ihre Teilnahme an den Aufständen unter Stenka Rasin und Pugatschew bezeichnend.

Mit einer teilweise von nichtchristlichem Brauchtum bestimmten Kultur, fast ohne eigene Intelligenz und mit nur wenig entwickeltem Schrifttum stellen die Ostfinnen ausgesprochene Bauernvölkerschaften dar, die sich dem russischen Druck durch Abwanderung in die Wälder im Süden oder jenseits der Wolga zu entziehen wußten.

Im Jahre 1917 meldeten auch die wolgafinnischen Volksstämme unter Anlehnung an die Idel-Uraler ihre eigenen Forderungen an, die sich auf Schulwesen, Neuregelung der Landfrage und Umgestaltung des zaristischen Rußlands in eine Föderation erstreckten. Dies wurde auf den Sondertagungen der Mari und Wotjaken im Sinne einer kulturellen Selbstverwaltung und Glaubensfreiheit ausgelegt, ohne daß dabei die Frage eines geschlossenen Auftretens des Ostfinnentums zur Erörterung gelangte. Der Grund dafür lag wohl in erster Linie darin, daß die wolgafinnischen Volksgruppen stark getrennt siedeln und sich auch in sprachlicher Hinsicht voneinander unterscheiden.

Eine Sonderstellung nimmt der finnische Komistamm ein, dessen Anteil an der Bevölkerung des weiten Petschoragebiets 92 v. H. beIrägt. Als hervorragende Renntierzüchter treiben die Permjaken und Syrjänen eine beachtliche Tier- und Ackerwirtschaft. Der Handel mit den Samojeden am Eismeer liegt ganz in den Händen der Uralfinnen, die einen bemerkenswerten Bildungsgrad und ein ausgeprägtes Volksbewußtsein aufweisen.

Siehe auch:
Teilrepubliken-Sowjetunion
Sowjetunion-Staatsorgane
Sowjetunion-Wirtschaft
Sowjetunion-Technisierung
Sowjetunion-Landwirtschaft
Sowjetunion-Das Land
Goten-Waräger-Deutsche
Sowjetunion-Russen
Ukrainer
Donkosaken
Krimtataren
Ingrier-Esten-Letten-Litauer
Weißruthenen-Weißrußland
Idel-Uraler
Nordkaukasier
Aserbeidschaner
Turkestaner
Armenier
Georgier
Ostfinnen
Westfinnen
Sowjetunion-Schlußwort
Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche und Deutsches Kapital

8 Comments

  1. […] auch: Ukrainer Donkosaken Krimtataren Ingrier-Esten-Letten-Litauer Weißruthenen-Weißrußland Ostfinnen Westfinnen Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche und Deutsches […]

    29. August 2017
  2. […] Ingrier-Esten-Letten-Litauer Weißruthenen-Weißrußland Idel-Uraler Nordkaukasier Georgier Ostfinnen Westfinnen Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche und Deutsches […]

    29. August 2017
  3. […] Donkosaken Krimtataren Ingrier-Esten-Letten-Litauer Weißruthenen-Weißrußland Idel-Uraler Ostfinnen Westfinnen Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche und Deutsches […]

    29. August 2017
  4. […] Weißruthenen-Weißrußland Idel-Uraler Nordkaukasier Aserbeidschaner Armenier Georgier Ostfinnen Westfinnen Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche und Deutsches […]

    30. August 2017
  5. […] Weißruthenen-Weißrußland Idel-Uraler Nordkaukasier Aserbeidschaner Turkestaner Armenier Georgier Ostfinnen Westfinnen Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche und Deutsches […]

    30. August 2017
  6. […] Weißruthenen-Weißrußland Idel-Uraler Nordkaukasier Aserbeidschaner Turkestaner Armenier Georgier Ostfinnen Westfinnen Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche und Deutsches […]

    30. August 2017
  7. […] Weißruthenen-Weißrußland Idel-Uraler Nordkaukasier Aserbeidschaner Turkestaner Armenier Georgier Ostfinnen Westfinnen Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche und Deutsches […]

    30. August 2017
  8. […] Weißruthenen-Weißrußland Idel-Uraler Nordkaukasier Aserbeidschaner Turkestaner Armenier Georgier Ostfinnen Westfinnen Die Ukraine als Arbeitsfeld für Deutsche und Deutsches […]

    30. August 2017

Comments are closed.