Um die Führung Deutschlands.

Volk und Reich unter den Habsburgern.
Die Habsburger im Südosten.

Die herrlichen Länder am Mittellauf der Donau, am Oberlauf der Elbe, der Sau und Drau sind seit alters deutsches Land. Schon Marbod hielt in Böhmen vor fast zwei Jahrtausenden die Wacht gegen Rom. Später wurde das Deutschtum in Böhmen vor allem von Kaiser Karl IV. aus dem Hause 1348 Luxemburg in Schutz genommen. 1348 gründete er in Prag die älteste deutsche Universität.

Seit Rudolf von Habsburg bildeten die österreichischen Länder, zu denen später Böhmen und Mähren hinzukamen, den Kern der habsburgisehen Hausmacht. Aus der Reihe der Habsburger ragt Kaiser Maximilian hervor. Er stärkte die deutsche Kultur im Südosten und erhob die Wiener Universität zur bedeutendsten des Reiches. Ihm verdanken wir die Erhaltung des herrlichen Gudrunliedes. Maximilian wollte auch das Reich und das Kaisertum erneuern, aber er scheiterte an der Eifersucht und der Kirchturmspolitik der Kurfürsten.

Auf der Wacht gegen die Türken.
Wien wird gerettet.

Zur Zeit Karls V. drohte von Asien her eine große Gefahr. Diesmal waren es die Türken, die vor Wien rückten, dort aber blutig abgewiesen wurden. Doch blieben Ungarn und Siebenbürgen in ihrer Gewalt. Von hier aus unternahmen sie ihren zweiten, gefährlicheren Vorstoß.

Vom Stephansdom in Wien weht die deutsche Fahne. Graf Rüdiger 1683 von Starhemberg hat sie mit dem Schwur aufgepflanzt, mit ihr zu siegen oder zu fallen. Aber so weit sein Blick über die Felder um Wien schweift, überall Zelte mit dem Halbmond. Ludwig XIV. von Frankreich hat die Türken herbeigerufen, tun! das Reich in die Zange zu nehmen und ganz in seine Gewalt zu bringen. Schon fiel der westliche Eckpfeiler, Straßburg, in seine Hände, nun sollte der Östliche folgen, Wien! Allein mit der Bürgerschaft und einer Besatzung von 12000 Mann steht Graf Rüdiger. Was ist das gegen 200000 Türken, Tataren und andere wilde Völkerschaften Asiens! 60 Tage schon dauert die Belagerung. In höchster Not schickt Graf Rüdiger ein ganzes Bündel Raketen als Hilfeschrei in die Luft. Und über dem Kahlenberge steigt die Antwort auf. Die Befreier sind da! Ein Heer aus allen Teilen Deutschlands, von Elbe. Main und Rhein rückt an. Herzog Karl von Lothringen führt es. Auch andere Völker kämpfen mit. Die Schlacht tobt, das Besatzungsheer bricht aus den Toren. Sieg!

Sieg! gellen die deutschen Hörner. Zerschlagen ist das Türkenheer, wild flutet es zurück. Riesige Beute ward den Siegern. Im Zelte des türkischen Feldherrn findet man die Briefe Ludwigs! Dank dir. wiedergewonnene Ostmark, du hast damals Deutschland gerettet!

Der große Reichsfeldherr Prinz Eugen von Savoyen.

Im Heere des Siegers steht ein junger, 20 jähriger Offizier, Prinz Eugen von Savoyen. Er sollte später den Sieg vollenden. Klein und unscheinbar ist er, aber er will trotzdem Soldat werden. König LudwigXIV. von Frankreich weist den lombardischen Prinzenhöhnisch ab und schafft sich dadurch seinen gefährlichsten Gegner. Die kaiserliche Armee nimmt ihn auf. Er erringt Erfolg auf Erfolg, wird Hauptmann, Oberst, und mit 30 Jahren ist er bereits Reichsfeldherr. Im Feldlager ist sein Platz.

Read More Ein neues Deutschland ersteht.

Deutsche Geschichte

Während Deutschland, das nordische Kernland der Welt, todwund am Boden lag, bildeten sich ringsum am Rande Europas mächtige Einheitsstaaten, die die Welt unter sich verteilten.

Spaniens Größe begann mit der Erforschung der Seewege nach Afrika, Indien und Amerika. In all diesen Gebieten gewann es Besitzungen. Die große Inselgruppe von Mittelamerika wurde einverleibt. Auch auf dem amerikanischen Festlande wurden ganze Staaten erobert. Südamerika spricht noch heute spanisch oder portugiesisch. Das riesige Weltreich mit ungeheuren Schätzen erbte der Habsburger Karl V. und fügte es den österreichischen Erblanden in Deutschland, Italien und Burgund hinzu. „In meinem Reiche geht die Sonne nicht unter“, konnte er mit Recht sagen. Bei der Teilung des Reiches durch Karl V. kam das spanische Land mit den Kolonien und den Niederlanden an den finsteren, jesuitischen König Philipp.

Aber wie gewonnen, so zerronnen! Eine mächtige Flotte von über hundert Schiffen, die „Große Armada“, wurde gegen England ausgerüstet. Doch das Glück kam England zu Hilfe. Ein mächtiger Seesturm vernichtete die spanische Flotte, und mit ihr ging Spanien als Weltreich unter. Frankreich und England waren die Haupterben. Die Niederlande rissen sich in hundertjährigem Kampfe von Spanien los, eine Kolonie nach der andern ging verloren.

Frankreich, durch seine Könige bereits seit dem 15. Jahrhundert straff zusammengefaßt, erreichte den Höhepunkt seiner politischen Machtstellung Um 1675 unter Ludwig XIV., dem „Sonnenkönig“. Er errichtete eine neuartige unbedingte Königsgewalt, imd die meisten Fürsten Europas suchten es ihm darin gleichzutun.

„Der Staat bin Ich! Das Volk ist nur dazu da. Mir zu dienen. Meinen Ruhm zu erhöhen und — zu bezahlen!“ Das war Ludwigs XIV. Meinung; aber er gab Frankreich auch eine blühende Wirtschaft, ein starkes Heer und ein weites Kolonialreich.

In seinem Prunkschloß Versailles liefen alle Pläne gegen Deutschland Zusammen. Das flandrische Artois mit Lille, Gebiete in Lothringen und im Elsaß riß er an sich. Die Rheinpfalz wurde schrecklich verwüstet. Um Straßburg rauben zu können, ermutigte er die Türken zum Vordringen gegen Wien.

Read More Randstaaten werden Weltmächte.

Deutsche Geschichte

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