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und die Art, sie in Schwarz schraffiert darzustellen.

Heraldik (Wappenkunde) ist die Lehre oder die Wissenschaft von den Regeln und Rechten der Wappen.
Das heißt, sie lehrt nicht nur die Regeln, nach denen vorhandene Wappen beschrieben (blasoniert) werden müssen, sondern bietet auch die Mittel, zu untersuchen, welche Personen das Recht haben, Wappen zu verleihen und solche zu führen.

A. Tincturen.




Heraldik

Heraldik (Wappenkunde) ist die Lehre oder die Wissenschaft von den Regeln und Rechten der Wappen.

Das heißt, sie lehrt nicht nur die Regeln, nach denen vorhandene Wappen beschrieben (blasoniert) werden müssen, sondern bietet auch die Mittel, zu untersuchen, welche Personen das Recht haben, Wappen zu verleihen und solche zu führen.

Der Name Heraldik weist den Weg zum Ursprung dieser Wissenschaft.

Es waren die Herolde, die in einer besonderen, dem Oberherold oder Wappenkönig unterstellten Organisation die Wappenkunde anfänglich pflegten, und zwar als eine Geheimlehre, in die sie nur ihre Lehrlinge, die Läufer oder Persevanten, einweihten nach lediglich mündlicher Überlieferung. Mit der Zeit trat indes auch dieses Wissen aus dem Dunkel der geheimen Tradition. Die Herolde sahen ihren eifersüchtig gehüteten Besitz in andere, und zwar berufenere Hände gleiten. Die Geheimlehre verwandelte sich allmählich in eine Wissenschaft. Die Stelle der unsicheren zünftigen Überlieferung nahmen mit der Zeit gelehrte Darstellungen ein, die sich bald auf bedeutende Wappensammlungen stützen konnten. Neben einer verhältnismäßig kleinen Zahl von Kennern, welche das gesamte Wappen- und Heroldswesen theoretisch ergründen und umfassen lernten, hat die Wissenschaft der Heraldik heute eine nicht geringe Zahl von Bekennern, welche die angewandten Teile des Lehrgebäudes praktisch ausüben und einer aber bei weitem größeren Zahl solcher Belehrung geben, die sich mit wappenmäßig geschmückten Gegenständen auf dem Gebiete der Kunst, des Kunsthandwerkes, der Literatur usw. beschäftigen oder mit heraldischen Dingen sonst irgendwie in Berührung kommen.

Die Heraldik zerfällt, wie schon aus obigem ersichtlich, in theoretische Heraldik, welche von Namen, Einteilung, und Ursprung, Rechten, Bedeutung und Geschichte des Wappens, vor Schild überhaupt, von den Tinkturen und Schildteilungen,von Figuren, wohin die Ehren-, Pracht- und Nebenstücke gehören handelt, und in die praktische Heraldik, die das Ansprechen (Blasonieren), Historisieren, Kritisieren und Aufreißen (Entwerfen der Wappen) umfaßt.

Der Ursprung der Wappen im allgemeinen geht bis auf die Kreuzzüge zurück. Wappen ist der niederdeutsche Ausdruck für Waffen. Zu Anfang der Ritterzeit ersann sich jeder Ritter selbst ein Wappen, und erst im Laufe der Zeit eigneten sich die Herrscher das Verleihen der Wappen bei Nobilitierung als alleiniges Recht an; dieselben wurden dann im sogenannten Heroldsamt entworfen, wo auch die dazu gehörigen Dokumente, Adelsbrief oder Wappenbrief, ausgestellt wurden.

Dennoch ist in Deutschland jeder unbescholtene Mann berechtigt, ein Wappen zu führen, wie wir ja auch viele altbürgerliche Geschlechtswappen finden, besonders bei den Familien der freien deutschen Reichsstädte und der Schweiz. Nur darf sich keiner ein Wappen ersinnen und führen, welches schon von einem anderen geführt wird, und ebenso darf selbstverständlich bei dem Gebrauch der Rangkrone statt des Helmes nur die zuständige geführt werden. Wir sehen daher auch verschiedene Arten von Wappen, die einzelner, die von Familien, von Gesellschaften, die jenigen eines Amtes, einer Würde, eines Grades oder Schutzes sowie endlich Länder-, Orts-, Gedächtnis- und Anspruchs- oder Erbschaftswappen.

Ein Wappen entwerfen und auf zeichnen nennt man Aufreißen. Die Regeln, die beim Aufreißen eines Wappens in den Hauptgrundzügen zu beobachten sind, soll nun dieses Büchlein der Reihenfolge nach in Kürze aufzählen, und zwaf hauptsächlich an der Hand anderer Werke und Sammlungen bildlicher Darstellungen. Die Bestandteile eines Wappen sind oder können sein: der Schild, der Helm, das Helmkleinod, die Helmdecken Bund in späterer Zeit auch noch die Rang- und Würdenzeichen sowie Prachtstücke.

Der Schild ist der unerläßliche Teil eines Wappens; er kann allein, ohne die anderen Teile als Wappen gebraucht werden, diese aber nie ohne ihn. Was zunächst die Grundform der Schilde betrifft, so finden wir: dreieckige, parallelogrammförmige, herzförmige, zirkelrunde und ovalrunde, diese letzteren werden italienische genannt. Von den parallelogrammförmigen heißen die rautenförmigen „Damenschilde“, die viereckigen „Pannerschilde“, die am Fuß abgerundeten „spanische“, die zu gespitzten „französische“ und die, welche am rechten oder linken Schildrande ausgeschnitten sind, „deutsche“ (Tartsche).

Heraldik


Die ganze letzte Oktoberwoche hatte die Bevölkerung von Rom den Einzug des Fascistenheeres erwartet. Viele hatten geglaubt dass die von Norden nach Neapel zum grossen Fascistentag rollenden Züge einfach in der Hauptstadt Halt machen und die Legio neu auf den römischen Bahnhöfen ausschiffen würden. Aber diese Gelegenheit ging ohne Zwischenfall vorüber. Die Regierung hatte starke Vorsichtsmassregeln getroffen und die Fascisten selbst hatten ihre Plane auf einen späteren Termin verschoben. Wohl hatten viele Züge in Rom einen längeren Aufenthalt, den die Fascisten dazu benutzten, sich die Hauptstadt anzusehen, so dass die schwarzen Hemden viel zahlreicher als sonst in den Strassen zu sehen waren, aber sie waren unbewaffnet und zogen nach kurzem Aufenthalt nach Neapel weiter. Auch die Rückkehr ging ohne Zwischenfälle vor sich.

Der erste Alarm verbreitete sich in Rom am Freitag Abend (27. Oktober), als das „Giornale d’ltalia“ die Nachricht brachte, dass die Fascisten in Pisa und anderen toskanischen Städten zu mobilisieren begonnen hätten und auf die Hauptstadt losmarschierten. Nachts aber hörte man Polizei-Patrouillen durch die Strassen reiten und als ich am nächsten Morgen zum Tiber kam, sah ich an den Brücken starke Wachen mit auf gepflanztem Gewehr neben Drahtverhau Böcken aufgezogen. Ausserdem waren solche Abwehr-Massregeln in grösserem Massstabe schon am Bahnhofe und auf dem Quirinalplatze getroffen worden. Das Volk betrachtete sie mehr neugierig als ängstlich und das Leben ging vorläufig seinen ruhigen normalen Gang weiter. Inzwischen über nahm die Militärbehörde den Schutz der öffentlichen Ordnung und liess den Verkehr der Trams und Automobile einstellen, so dass Rom, dessen zu enge Strassen in nor malen Zeiten von Fahrzeugen aller Art überfüllt sind., einen ungewohnt leeren und ruhigen Eindruck machte, auch als die ersten Fascistenscharen eingetroffen waren.

Deutsch-Amerikaner

Von Dr. HEINRICH SCHNEE
früher Gouverneur von Deutsch-Ostafrika

In Hamburg wurde im November das Denkmal des grossen Afrikaners Wissmann wiederaufgerichtet. Es stand ursprünglich in Daressalam, der Hauptstadt Deutsch-Ostafrikas. Als die Engländer während des Weltkrieges im Jahre 1916 Daressalam besetzten, sandten sie das Denkmal nach England. Nach dem Friedensschluss haben sie es an Deutschland wiederherausgegeben.

Wissmanns Name ist mit der Geschichte der deutschen Kolonisation, vor allem unserer grössten Kolonie, untrennbar verknüpft. Der kühne Afrikaforscher, der als Leutnant unter deutscher Flagge den dunklen Kontinent durchquert hatte, erschien dem Fürsten Bismarck als der geeignete Mann, des 1888 an der ostafrikanischen Küste ausgebrochenen Araberaufstandes Herr zu werden. Er warb von Aegypten aus Sudanesen an, bildete aus diesen und anderen afrikanischen Eingeborenen mit Hilfe deutscher Offiziere und Unteroffiziere seine Truppe, die „Wissmanntruppe“, und warf den Aufstand in energischem Vorgehen schnell nieder. Nach glänzenden Erfolgen, die durch keinen Schatten verdunkelt waren, kehrte er nach Deutschland zurück. Er kam, wie Bismarck sagte, mit „weisser Weste“ heim, ebenso wie er ausgezogen war.

Von jener Zeit ab datiert erst die volle Inbesitznahme Deutsch-Ostafrikas, von da ab erst setzte die Erschliessung auch der entfernteren Teile der Kolonie ein. Wissmann selbst trug dazu bei, indem er den nach ihm benannten Dampfer „Hermann v. Wissmann“ an den die Kolonie im Innern begrenzenden grossen Binnensee brachte. Schliesslich wurde er selbst in der Mitte der 90er Jahre, als Gouverneur an die Spitze der Kolonie gestellt, welche ihm so viel zu verdanken hatte. Aber die ungeheuren Strapazen, welche er als Forschungsreisender, als Expeditionsjführer, als Kolonisator durchgemacht hatte, hatten seine Gesundheit zerrüttet. Wenig länger als ein Jahr konnte er die Geschäfte als Gouverneur führen, dann musste er endgültig seinem geliebten Afrika den Rücken kehren. Als Reichskommissar für koloniale Angelegenheiten vermochte er in der Heimat noch seine reichen Erfahrungen zur Verfügung zu stellen, bis ihn allzu früh ein plötzlicher Tod ereilte.

Wissmann bedeutet uns mehr als die grosse Einzelpersönlichkeit, die über See für Deutschlands Ehre und Deutschlands Ausbreitung gekämpft und gelitten hat. Der furchtlose Träger der deutschen Fahne durch den dunklen Erdteil, der Vorkämpfer der deutschen Sache jenseits des Meeres, welcher selbstlos und frei von jedem Makel sein ganzes Selbst für sein Vaterland ein setzte, verkörpert für uns den kolonialen Gedanken. Er ist uns ein Symbol deutscher überseeischer Kolonisation.

Deutsch-Amerikaner