Prinz Rupprecht-Quelle vormals Silvana-Sprudel in Groschlattengrün

In einem üppigen Tale des Fichtelgebirges liegt der Silvana-Sprudel umsäumt von waldigen Höhen, daher auch der Name silvana — die Waldige. Dicht bei den Quellen erstreckt sich das schmucke Dorf Groschlattengrün. Bahnstation der Hauptlinie München—Hof. Unweit liegt die Burgruine Weissenstein (661 m), ferner der Häckelstein (724 m), mit dem schönen Dorfe Fuchsmühl und der berühmten Gnadenkapelle „Maria-Hilf“, westlich sieht man den Schneeberg (1060 m) und Ochsenkopf (1024 m), sowie die Kösseine (900 m), mit dem modernen Unterkunftshause des Fichtelgebirgsvereins, an die sich gleichsam als Verlängerung die grotesken Felspartien der sagenumwobenen Luisenburg (785 m) hinziehen, wo die unvergeßliche Königin Luise gerne weilte in glücklichen und traurigen Tagen.

Die nähere Umgebung der Quellen, die rund 560 Meter über dem Meere liegen, weist große Basaltfelsen und diluviale Quarzgeröllablagerungen auf. Das Urgestein besteht auch hier wie im ganzen Gebirge aus Granit, der in seiner typischen Form mit den eingesprengten großen Quarz- und Hornblendkristallen direkt an der Landstraße zu Tage tritt.

Im Laufe des Sommers 1907 wurde die eine Quelle, der Prinz Rupprecht-Sprudel, benannt nach Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Rupprecht von Bayern, dem künftigen Thronfolger, der die Gnade hatte, der Quelle seinen Namen zu geben, in vorsichtiger und fachgemäßer Weise unter steter Beaufsichtigung durch Ingenieure, einen Mineralogen und Chemiker erbohrt. Dabei wurden zuerst die alluvialen Schichten durchschlagen, die aus Sand, Ton mit Granit- und Basaltgerölle bestanden. Hierauf kam man durch verwitterten und dann in festen Granit. In diesem wurde die Bohrung so lange fortgesetzt, bis in 35 Meter Tiefe eine Zunahme der Wassermenge und der Kohlensäure nicht mehr konstatiert werden konnte. Dabei wurde das Oberwasser nicht nur durch sog. Mannesmannrohre abgesperrt, sondern auch das Terrain im Umkreise des Bohrloches ausgehoben und mit wasserundurchlässigem Ton ausgestampft. Die Quelle, die nunmehr in Kupfer gefaßt ist, liefert täglich zirka 50 tausend Liter Mineralwasser und zirka 1800 cbm Kohlensäure. Die stattliche neuerbaute Abfüllhalle ist mit den modernsten Apparaten versehen und der Besuch der Anlage jedermann gerne gestattet.

Der Versand geschieht nach allen Erdteilen in Flaschen und Krügen und der Verbrauch ist an allen Plätzen, wo man Silvana-Sprudel kennen lernte, ein enorm steigender. Dieses köstliche Erfrischungsgetränk zeichnet sich durch hervorragenden Wohlgeschmack und größte Bekömmlichkeit aus, läßt sich, ohne zu färben, mit Wein, Fruchtsäften und Spirituosen mischen, wird nur mit eigener Quellenkohlensäure abgefüllt und ist unbegrenzt haltbar.

Die durch ihre Heilkraft und ihren erfrischenden Wohlgeschmack längst zur Berühmtheit gewordene „Kondrauer Mineralquelle“ sprudelt in einem lieblichen Talkessel in der Oberpfalz, 10 Minuten von Waldsassen und 5 Minuten vom Dörfchen Kondrau entfernt, lustig hervor. Der gute Ruf dieser Quelle geht auf zwei Jahrhunderte zurück, seit sie die Tonschieferschicht durchbrechend, in kräftiger Schüttung zu Tage trat und schon damals hat an ihrem köstlichen Wasser manches von schwerer Arbeit und Sonnenbrand erschöpfte Bäuerlein sich Labung erholt.

Aber erst im Jahre 1855 wurden zwei, von den vier Quellen, nach den Angaben des Oberbergrates von Knorr, früheren Salineninspektors in Kissingen, in große Granit-steinkränze gefaßt. Die Arbeiten leitete Baumeister Stapf aus Neustadt a. S., welcher auch die Fassung der Quellen zu Neuhaus bei Kissingen ausgeführt hat.

Das Wasser hat die vortreffliche und seltene Eigenschaft, eine beständige Temperatur von 6 ürad Reaumur zu besitzen und ganz wenig eisenhaltig zu sein, beschwert daher nicht, wie andere Mineralwässer, welche diese Vorzüge entbehren, den Magen, ist vielmehr von außerordentlich leichter Verdaulichkeit und bleibt selbst bei Vermischung mit Wein, Kognak, Fruchtsäften etc. etc. vollständig klar.

Bei den beschickten Ausstellungen hatte sich das Kondrauer Mineralwasser immer der höchsten Auszeichnungen zu erfreuen. Es wurde 1895 in München mit der goldenen Medaille, 1896 in Nürnberg mit der silbernen Medaille, sowie 1910 und 1912 in Regensburg mit dem 1. Preis prämiiert. Berühmte wissenschaftliche und ärztliche Autoritäten haben sich in glänzenden Anerkennungsschreiben und Zeugnissen über die Bedeutung und den hohen Wert dieser Mineralquelle ausgesprochen.

In früheren Jahren führte die Quelle die Bezeichnung „Kondrauer Fürstenbrunnen“, wurde aber, nachdem im Jahre 1902 von Sr. Kgl. Hoheit, Prinz Ludwig von Bayern, die hohe Auszeichnung eines Hoflieferanten gnädigst verliehen wurde, im Jahre 1909 mit höchster Genehmigung Sr. Kgl. Hoheit, „Kondrauer Prinz-Ludwig-Quelle“ genannt.

Aus der Geschichte der Quelle ist besonders interessant, daß schon im Jahre 1792 der Universitätsprofessor Matthias Flurl, Berg- und Münzrat in München, in seiner Beschreibung der Gebirge in Bayern und der oberen Pfalz, auf die mineralischen Quellen, welche bei Kondrau und Fuchsmühlen unter dem dortigen Tonschiefer hervorbrechen, aufmerksam machte.

Rühmend hat sich auch im Jahre 1819 Universitätsprofessor Dr. Leupold in Erlangen über die Kondrauer Quelle ausgesprochen. Er sagt: ,,Die vom Städtchen Waldsassen ¼ Stunde entfernt liegende Kondrauer Quelle sprudelt ziemlich stark hervor, sie enthält gegen 50 Eimer und füllt sich, wenn sie rein ausgeschöpft ist, in zirka fünf Stunden wieder voll.“

Die Bestandteile des Kondrauer Wassers sind folgende: „Vorzüglich viele Kohlensäure, viel Kochsalz, kohlensaurer und schwefelsaurer Kalk, kohlensaure und schwefelsaure Talkerde, schwefelsaure Tonerde, kohlensaures Natrum, Seiend, sehr wenig Eisen etc.“

An diesem für ein Mineralwasser vortrefflichen Gehalt hat sich bis in die neueste Zeit nichts geändert und die Kondrauer Quellen haben deshalb in der ärztlichen Welt eine ganz hervorragende Beachtung gefunden. Hiernach ersetzt das Kondrauer Wasser das so häufig getrunkene Selterswasser nicht nur, sondern iibertrifft dasselbe in mancher Hinsicht. Von bedeutender medizinisch-wissenschaftlicher Seite wurde der eminent hohe Wert des Kondrauer Mineralwassers dadurch in glänzender Weise anerkannt, daß eine auf Grund des Gutachtens von Generalarzt Herrn Dr. Port in Würzburg ergangene Entschließung der Korpsintendantur die Einführung des genannten Sauerbrunnen in fast sämtlichen Garnisonslazaretten des Kgl. Bayer. II. Armeekorps als diätetisches Getränke anordnete. In den städtischen Krankenhäusern rechts und links der Isar in München und in vielen anderen städtischen Krankenhäusern Bayerns wird das Wasser auf Grund ärztlicher Verordnung mit Vorliebe verwendet.

Ein weiterer Hauptvorzug des Kondrauer Mineralwassers besteht in der für den Versand äußerst wichtigen, beispiellosen Haltbarkeit. Wie aus vorliegenden Analysen ersichtlich, ist das Kondrauer Mineralwasser fast frei von Eisen und führt sonstige den Magen beschwerende Bestandteile nicht. Aus dem Gutachten des Geologen Dr. Schäfer in St. Quirin am Tegernsee ergibt sich ferner, daß die Kondrauer Quelle unter den im Vergleich gezogenen Konkurrenzquellen, nämlich:

Marienbad, Ambrosiusquelle,

Gieshübel, Elisabeth-Brunnen, König Otto-Quelle, Apollinarisquelle, Bad Ems, Kränchen-Quelle, Kaiserbrunnen, Kesselbrunnen, Niederselters-Quelle, Fachinger, Biliner, Marienbad, Königsbrunnen. Ferdinandsbrunnen, also unter 13 Quellen (Kondrauer miteingerechnet) die zweite Stelle, nämlich unmittelbar nach der Quelle von Selters, in bezug auf Gehalt von Chloriden einnimmt.

Das Absatzgebiet erstreckt sich hauptsächlich über Bayern, Sachsen und Thüringen, sowie einen kleinen Teil Österreichs und Lüderitzbucht in Südwestafrika.

In Bayern erfolgt die Lieferung an: Se. Majestät den König Ludwig III. von Bayern, in fast wöchentlichen Sendungen, ferner an Se. Kgl. Hoheit den Herzog von Calabrien, an Se. Kgl. Hoheit den Herzog von Toskana, sowie an viele fürstliche und adelige Höfe, an viele städtische und Distriktskrankenhäuser, an eine große Anzahl Professoren und Ärzte, an fast sämtliche Garnisonslazarette des II. und III. Bayer. Armeekorps, Truppenübungsplätze, verschiedene Offiziersanstalten, Hotels, Cafes und Restaurationen.

Auf ärztliche Anordnung gelangt das Kondrauer Mineralwasser in naturreiner Abfüllung ohne Zusatz und Ausscheidung an eine große Anzahl Privatkundschaft. Um der Arbeiterschaft den Genuß des „Kondrauer“ zu ermöglichen, wird dasselbe in großen Quantitäten zu billigen Preisen an Glas- und Porzellanfabriken etc. geliefert.

An das Krankenhaus Waldsassen sowie an unbemittelte Kranke der Umgegend wird das „Kondrauer“ gratis abgegeben. Das vorhandene große Moorlager wurde bis jetzt nicht ausgenützt; es findet das Moor seit vielen Jahren in beschränktem Maße regelmäßige Anwendung bei allen jenen Krankheiten, zu deren Behebung Moorumschläge oder Moorbäder Anwendung zu finden pflegen.

Die überaus günstigen Urteile über das „Kondrauer Mineralwasser“ lassen es begreiflich erscheinen, daß es als Tafelwasser und diätetisches Getränk immer größere Beachtung gefunden und der Versand des Wassers von Jahr zu Jahr sich erheblich gesteigert hat.

Wir möchten unsere Ausführungen nun mit dem aufrichtigen Wunsche schließen, den seiner Zeit Universitätsprofessor Dr. Leupold ausgesprochen hat: „Mögen nun die Nymphen dieser Heilquelle allen Leidenden blühende Gesundheit schenken, aber auch den Gesunden durch ihren Wohlgeschmack Labung und Erfrischung bringen.“

Siehe auch:
Aktien-Papierfabrik Regensburg
Express-Fahrradwerke A.G.Neumarkt in der Oberpfalz
Jesuitenbrauerei Regensburg in Regensburg
Schlüssel-Bleistift-Fabrik J. J. Rehbach in Regensburg
Das Elektrizitätswerk der Stadt Regensburg
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Hamburg. Benzinfabrik Regensburg.
Dampfsägewerk Arnschwang
Johann Müller, Perlmutterknopf-Fabrik
Eisengießerei Carolinenhütte
Dampfsäge, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik
Staatliche Eisenindustrie in der Oberpfalz Amberg-Weiherhammer-Bodenwöhr
Prinz Rupprecht-Quelle vormals Silvana-Sprudel in Groschlattengrün
Bayerische Granitaktiengesellschaft in Regensburg
Tonwerk Prüfening und Braunkohlengrube Friedrichzeche
Städtisches Lagerhaus Regensburg am Luitpoldhafen
Die Kalkindustrie der Walhallastraße
Kalblederfabrik Furth i. Wald
Bayerische Braunkohle-Industrie
Die Malteserbrauerei in Amberg
Terranova-Industrie C. A. Kapferer & Co. in Freihung.
Königlich Bayerische Hofglasmalerei Georg Schneider in Regensburg
Das neue Gaswerk der Stadt Regensburg
Die Stadt Weiden
Naabwerke für Licht- und Kraftversorgung
Kalksandsteinfabrik Roding G.m.b.H.
Königl. Schwellenwerk in Schwandorf
Bayerische Maschinenfabrik Regensburg
Metallhammerwerk u. Bronzefarbenfabrik in Rothenbruck Opf. Aluminiumbronzefabrik in Rauhenstein Opf.
Die Entwicklung des Fahrrades
Tonwerk Blomenhof, G.m.b.H., Neumarkt i. Opf.
Die Flügel- und Piano-Fabrik von Georg Weidig in Regensburg
Eisen- und Metallgießerei, Maschinenfabrik und Kesselschmiede
Dresdener Maschinenfabrik und Schiffswerft Übigau A.G. Werft in Regensburg
Die Anlagen der Benzinwerke Regensburg
Portland – Cementwerk Burglengenfeld
Bürgerbräu Weiden
Aktiengesellschaft Porzellanfabrik Weiden
Holzhandlung, Werke für Holzimprägnierung und Kyanisierung
Porzellanfabrik Tirschenreuth
Stanz- und Emaillierwerke in Amberg
Bayerische Schlauchfabrik, mechanische Hanf- und Drahtseilerei
Die Wasserversorgung der Stadt Regensburg
Vereinigte Bayerische Spiegel- und Tafelglaswerke
Cahücitwerke Nürnberg. Fabrik in Neumarkt Oberpfalz.