Robert Koch

Wieder ist einer der grossen deutschen Forscher dahingegangen, die den Weltruhm der deutschen Wissenschaft begründet haben. Robert Koch, der nie ruhende Gelehrte, der rastlos und furchtlos die gefährlichsten und verderblichsten Seuchen der Erde in ihren Heimatsländern aufgesucht und durchforscht hat, ist nun zur Ruhe gegangen. Er war einer jener führenden deutschen Männer, die klar erkannten, welchen Wert die Kolonien für das Mutterland haben, deshalb setzte er die Kraft der letzten Spanne seines Lebens fast voll für unsere Schutzgebiete ein. Dazu kam, dass ihm als Arzt die gewaltige Fülle der neuen Krankheitsformen, die eigenartigen Anregungen auch für die heimische Wissenschaft, und die fruchtbringende, auf grosse, praktische Ziele gerichtete Arbeit der Tropen ans Herz wuchsen. Was R. Koch für die Tropenforschung und für die deutschen Kolonien gearbeitet hat, das lehrt eine kurze Betrachtung seiner Reisen.

Zum ersten Male zog er 1883 hinaus in die Welt nach Süd-Frankreich, Aegypten und Indien, als es galt, die Cholera zu bekämpfen. Er stellte fest, dass der Erreger der Cholera ein kommaförmiges Stäbchen ist. Durch umfangreiche, mehrmonatige Untersuchungen legte er die Lebensgewohnheiten der Keime fest und begründete das noch heute gültige Bekämpfungssystem gegen die fürchterliche Seuche. Dam; kamen die Jahre, in denen ihn hauptsächlich die Tuberkuloseforschung in der Heimat beschäftigte. Seit dem Jahre 1896 aber war er fast ununterbrochen auf Reisen in tropischen Gegenden. Zuerst weilte er 1896 im britischen Südafrika, wo die Rinderpest ihren verheerenden Lauf angetreten hatte. Es gelang ihm, in der Gallenimpfung ein hervorragendes Mittel gegen die Krankheit auszuarbeiten. Von da lenkte er seine Schritte nach Daressalam, um Malariastudien zu treiben. Hier stellte er die verschiedenen Formen der Malaria fest, eine Einteilung, die auch der späteren rastlosen Malariaforschung Stand gehalten hat. Von Ostafrika durchquerte er den Indischen Ozean, um in Bombay die Pest zu bekämpfen. Von dieser Reise kehrte er 1898 nach Berlin zurück. 1899 weilte er in den Maremmen Italiens, um die Malaria weiter zu erforschen. Dieser Krankheit galt auch seine Reise nach Neuguinea (1899 bis 1900), wo er eine eigenartige Bekämpfung durch Chininbehandlung der erkrankten Bevölkerung in die Wege leitete. 1903 rief ihn die britische Regierung zur Bekämpfung des Küstenfiebers nach Rhodesia, 1904 kehrte er zurück. Schon im folgenden Jahre weilte er wieder in Deutsch-Ostafrika, um sich dem Rückfallfieber, dem Küstenfieber und der drohenden Schlafkrankheit zu widmen. Wieder in der Heimat, rüstete er die deutsche Schlafkrankheits-Expedition nach den Ufern des Victoriasees aus, die in die Jahre 1906 bis 1907 fällt. Seit dieser Zeit verfolgte er mit wachsamem Blick und unermüdlichem Eifer den Kampf gegen die furchtbare Seuche von der Heimat aus. Der Erholung war eine Reise gewidmet, die er 1908 nach Japan und Nordamerika unternahm.

Welch eine Fülle von Anstrengungen, Entbehrungen und Gefahren liegt in diesen Forschungsreisen, aber auch welche unschätzbaren Reichtümer an Wissen und Anregungen für die Nation und die Menschheit. Kochs Name wird nicht nur unter den Aerzten, sondern auch unter den Kolonialpionieren seines Volkes in der vordersten Reihe stehen.

Stabsarzt Ph. Kuhn.

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    12. Oktober 2016

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