Schlüssel-Bleistift-Fabrik J. J. Rehbach in Regensburg

Die Firma J. J. Rehbach zählt zu den ältesten Fabriken der Bleistiftindustrie. Die Anfänge der Fabrik führen auf 1816 zurück, in welchem Jahre die Königlich Bayerische Regierung eine „Bleystift-Manufactur in Haffnerszell bei Passau“ errichtete.

Johann Jakob Rehbach hat diese Bleistift-Manufaktur mit allen Maschinerien, Vorrichtungen und beträchtlichen Warenvorräten im Jahre 1821 käuflich erworben und mit Genehmigung der Königlichen Regierung des Regenkreises nach Regensburg in das Anwesen Untere Bachgasse Lit. B Nr. 76 verlegt. Die erste Geschäftsempfehlung erschien im damaligen „Würzburger Intelligenz-Blatt“ am 10. Mai 1821.

Einige Jahre später traten seine beiden Söhne Christoph und Johann als Mitarbeiter ein, durch deren Fleiß und Umsicht das Geschäft eine derartige Entwicklung nahm, daß an eine Vergrößerung der Arbeitsräume gedacht werden mußte.

Zu diesem Zwecke wurden im Jahre 1836 die Gebäulichkeiten der ehemaligen Komturei des Deutschherrn-Ordens am Ägidienplatze angekauft und die Arbeitsstätten dorthin verlegt. Im Jahre 1849 starb der Gründer Johann Jakob Reh buch nach einem arbeitsreichen Leben und seine Söhne ließen es sich angelegen sein, das Geschäft noch weiter auszudehnen und die Fabrik durch Ankauf angrenzender Nachbarhäuser zu vergrößern.

Anläßlich eines Besuches der Stadt Regensburg im Jahre 1853 wurde der Fabrik die hohe Ehre zuteil, von Ihren Majestäten König Max II. und Königin Marie besichtigt zu werden. Bei dieser Gelegenheit wurde der ältere Teilhaber Christoph Rehbach mit dem Orden vom Heiligen Michael ausgezeichnet.
Nach dem Ableben seines Bruders Johann im Jahre 1858 nahm Christoph Rehbach seinen Schwiegersohn Friedrich Hendschel und einige Jahre später seinen Sohn Fritz als Teilhaber auf. Christoph Rehbach zog sich nach vierzigjähriger Tätigkeit im Jahre 1864 vom Geschäfte zurück, blieb jedoch der Firma ein treuer Berater.

Die gewaltigen Fortschritte der deutschen Industrie nach Beendigung des deutsch-französischen Krieges und der Aufschwung im Exportgeschäft hatten zur Folge, daß die Fabrikräume einem Umbau unterzogen und mit den neuesten Einrichtungen auf technischem und maschinellem Gebiete versehen werden mußten.

Friedrich Hendschel, welcher viele Jahre auch das Ehrenamt eines Präsidenten der Handels- u. Gewerbe-kammer für Oberpfalz und von Regensburg bekleidete, wurde in Anbetracht seiner kommerziellen Verdienste und seiner Bestrebungen für das Wohl der Stadt der Titel eines Kgl. Kommerzienrates verliehen; leider hat die segensreiche Tätigkeit dieses verdienten Mannes im Jahre 1887 ein allzu frühes Ende genommen.

Die Leitung des Geschäftes übernahm alsdann Fritz Rehbach, welcher dieselbe im Jahre 1902 an seinen Schwiegersohn Wilhelm Am mo n als neu eingetretenen Teilhaber übertrug. Der jetzige Seniorchef FritzRehbaeh, welcher auf eine mehr als 50jährige Tätigkeit zurückblickt, hat stets sein besonderes Augenmerk auf die Unterstützung erwerbs- und verdienstlos gewordener Arbeiter seiner Fabrik gerichtet. Seine fortgesetzte weitgehende Fürsorge um das Wohl seiner Arbeiter hat durch Ernennung zum K. Kommerzienrat ebenfalls die Allerhöchste Anerkennung gefunden.

Die vielen Auszeichnungen, welche der Firma auf Weltausstellungen zuerkannt wurden, geben Zeugnis von der Güte ihrer Fabrikate, und die fortgesetzten Bestrebungen, Verbesserungen in der Herstellungsweise einzuführen. haben ihren Erzeugnissen den Weltruf erhalten.

Eine große Dampfanlage liefert die Kraft zum Betrieb von zahlreichen
Graphit- und Farbmühlen,
Minenpressen,
Gatter- und Kreissägen,
Nut- und Hobelmaschinen,
Polier- und Stempelmaschinen,
weiteren Hilfsmaschinen,

und einer elektrischen Lichtanlage zur Beleuchtung der Fabrikräume.

ln eigenen Werkstätten wird auch der Bau von Arbeitsmaschinen und die Herstellung von Spezialwerkzeugen vorgenommen. Das zur Verarbeitung gelangende Zederholz wird aus Amerika eingeführt und die verschiedenen Graphitarten aus Ceylon. Mexiko und Japan bezogen; die übrigen Holzarten und sonstigen Rohmateralien sind größtenteils deutscher Herkunft.

Die Fabrik befaßt sich mit der Herstellung aller Gattungen von Blei-, Färb-, Pastell- und Kopierstiften bis zu den feinsten Qualitäten, sowie von Griffeln und Kreiden und ihr Absatz erstreckt sich nicht allein auf Deutschland, sondern auch auf alle europäischen und überseeischen Länder.

Siehe auch:
Aktien-Papierfabrik Regensburg
Express-Fahrradwerke A.G.Neumarkt in der Oberpfalz
Jesuitenbrauerei Regensburg in Regensburg
Schlüssel-Bleistift-Fabrik J. J. Rehbach in Regensburg
Das Elektrizitätswerk der Stadt Regensburg
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft Hamburg. Benzinfabrik Regensburg.
Dampfsägewerk Arnschwang
Johann Müller, Perlmutterknopf-Fabrik
Eisengießerei Carolinenhütte
Dampfsäge, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik
Staatliche Eisenindustrie in der Oberpfalz Amberg-Weiherhammer-Bodenwöhr
Prinz Rupprecht-Quelle vormals Silvana-Sprudel in Groschlattengrün
Bayerische Granitaktiengesellschaft in Regensburg
Tonwerk Prüfening und Braunkohlengrube Friedrichzeche
Städtisches Lagerhaus Regensburg am Luitpoldhafen
Die Kalkindustrie der Walhallastraße
Kalblederfabrik Furth i. Wald
Bayerische Braunkohle-Industrie
Die Malteserbrauerei in Amberg
Terranova-Industrie C. A. Kapferer & Co. in Freihung.
Königlich Bayerische Hofglasmalerei Georg Schneider in Regensburg
Das neue Gaswerk der Stadt Regensburg
Die Stadt Weiden
Naabwerke für Licht- und Kraftversorgung
Kalksandsteinfabrik Roding G.m.b.H.
Königl. Schwellenwerk in Schwandorf
Bayerische Maschinenfabrik Regensburg
Metallhammerwerk u. Bronzefarbenfabrik in Rothenbruck Opf. Aluminiumbronzefabrik in Rauhenstein Opf.
Die Entwicklung des Fahrrades
Tonwerk Blomenhof, G.m.b.H., Neumarkt i. Opf.
Die Flügel- und Piano-Fabrik von Georg Weidig in Regensburg
Eisen- und Metallgießerei, Maschinenfabrik und Kesselschmiede
Dresdener Maschinenfabrik und Schiffswerft Übigau A.G. Werft in Regensburg
Die Anlagen der Benzinwerke Regensburg
Portland – Cementwerk Burglengenfeld
Bürgerbräu Weiden
Aktiengesellschaft Porzellanfabrik Weiden
Holzhandlung, Werke für Holzimprägnierung und Kyanisierung
Porzellanfabrik Tirschenreuth