Schwarzstirn-Würger

Schwarzstirn-Würger, Lanius minor Gm.

Der schwarzstirnige Würger ist ein harmloser Insektenfresser, der den Namen eines Würgers kaum verdient In vielen Gegenden sieht man ihn selten. Die schwarze Stirn, die schön rosig angeflogene Brust und das zarte Grau machen ihn zu einem sehr schönen Vogel. Er ist ein echter Zugvogel, der kaum vier Monate bei uns weilt. Das entspricht seiner Ernährungsweise. Im Winter hat man ihn in Deutsch-Südwestafrika gefunden.

Name: „minor“ = der Kleinere, im Gegensatz zu dem größeren excubitor, der auch „major“ = der Größere genannt wurde. „Gm.“ = Gmelin.

Vorkommen: Sehr lokal und wechselnd auftretend, daher in vielen Gegenden fehlend.

Artmerkmal: Schwarze Stirn des alten Männchens, lange spitze Flügel.

Größe: Kleiner als der vorige, aber mit spitzeren und daher längeren Flügeln, Fittich 11,5—12,3 cm.

Weibchen: Dem Männchen ähnlich.

Junge: Bräunlichgrau, gewellt, ohne die schwarze Stirn.

Lockton: „Scharrek, rräh, kjäk, kwiell“ usw.

Gesang: Zwitschernd, oft fremde Gesänge ausgezeichnet nachahmend.

Eier: 4—5 (6), grünlich (selten anders), grau und braungrün gefleckt, Mai, Juni, eine Brut.

Nest: Aus Wurzeln usw. und vielen grünen und blühenden Pflanzenteilen, innen mit Halmen und Wurzelfasern ausgelegt.

Nistplatz: Wipfel hoher Bäume, Pappeln, Nußbäume u. dgl. Dicht am Stamm oder weit außen auf Seitenästen.

Nahrung: Fast nur Insekten, besonders Käfer.

Zug: Mai — August.

Einzige Form der Realgattung Lanius Minor. Bis jetzt hat man diesen Vogel überall gleich aussehend gefunden, was in merkwürdigem Gegensatz zu dem vielgestaltigen Lanius Excubitor steht und mit der Vergangenheit seiner Verbreitungsgeschichte und seinen weiten Wanderungen im Zusammenhang zu stehen scheint.

Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

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