Seggen-Rohrsänger

Seggen-Rohrsänger, Acrocephalus aquáticus (Gm.).

Dieser Rohrsänger führt den Namen Binsen- oder Seggenrohrsänger. Da der lateinische Name der vorigen Art Binsenrohrsänger bedeutet, sollte man allein den hier gebrauchten Namen anwenden. Der Seggenrohrsänger ist dem Uferrohrsänger in Färbung, Lebensweise, Aufenthalt und Eiern sehr ähnlich. Man erkennt ihn an dem deutlichen hellen Streifen auf der Kopfmitte und den gefleckten Oberschwanzdecken. Die Körperseiten sind entweder einfarbig wie bei der vorigen Art oder dunkel gestrichelt. Zur Brutzeit ist er nicht so rostfarbig wie der vorige, sondern mehr weißlich hellgrau. Der Vogel ist sehr selten und hier nur angeführt, um zu vorsichtiger Bestimmung der vorigen Art zu raten.

Name: „aquaticus“ von „aqua“ = Wasser.

Vorkommen: ln den meisten Gegenden sehr selten.

Artmerkmal: Wie der vorige, aber nur ein einziger deutlicher heller Mittelstreif auf dem Scheitel.

Größe: Etwas geringer als beim vorigen, Flügel 6,0—6,65 cm. Weibchen: Wie Männchen.

Junge: Wie Alte im Herbst, mehr rostgelblich als das Sommergefieder.

Lockton: Dem der vorigen Art ähnlich*).

Gesang: Dem der vorigen Art ähnlich*).

Eier: 5—6, ähnlich denen der vorigen Art, etwas kleiner, Mai, eine Brut. Nest: Aus Gräsern.

Nistplatz: Über dem Boden in Büschen.

Nahrung: Insektenlarven, Käfer, kleine Schnecken.

Zug: April, Mai — August, September.

Einzige deutsche Form der Realgattung Acrocephalus Aquáticus.

*) Gesang nach Hoffmann: „trrrr vüü . . . . trrrr düü …. dii . . . . usw.“

Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

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    1. Februar 2016
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