Spechtmeise

Spechtmeise, Sitta*) caésia Wolf.

Die Spechtmeise heißt auch Kleiber, weil sie ihre Nisthöhle mit Lehm bis auf einen kleinen Eingang „zuklebt“ („kleibt“). Sie hat ferner die Eigentümlichkeit, daß sie kopfunter an den Baumstämmen hinabklettern kann. Auf den meisten Abbildungen wird dies, falsch dargestellt. Der Vogel kann nicht einfach mit gleichen Füßen an dem Baum herabrutschen, sondern er macht kleine Sprünge, wobei er sich mit einem Fuß oben anhängt und mit dem andern vorgestreckten unten stützt. Er muß deshalb den Körper bei jedem Sprung seitwärts nach unten drehen, wobei die Kürze des Schwanzes ein Vorteil ist, denn ein längerer Schwanz würde oft an die Rinde oder an die Zweige stoßen.

Name: „Sitta“ wohl nach der Stimme, „caesius“ = blaugrau.

Vorkommen: ln Wäldern gemein.

Artmerkmal: Kurzer Schwanz, langer Schnabel.

Größe: Größer als die vorigen, Flügel 8,2—9,2 cm; 21—23,5 g.

Weibchen: Wie Männchen, nur Weichen nicht so tief kastanienbraun.

Junge: Wie Alte.

Lockton: „Sit“ oder „sitt, twit twit twit“ oder „twät twät twät“.

Gesang: „Tüh tüh tüh“ und „tirrr“.

Eier: 6—9, meist mit vielen rötlichen und einigen violetten Fleckchen. April, Mai, eine Brut.

Nest: Loser Haufe von Rindenblättchen oder Blättern, der Eingang bis auf ein enges Eingangsloch mit Erde vermauert.

Nistplatz: In hohlen Bäumen, selten in Mauern oder Nistkästen, meist mehrere Meter hoch.

Nahrung: Insekten, Spinnen, Haselnüsse und andere Samenkerne**).

Standvogel: Wandert nur ganz vereinzelt. Streicht aber mit andern Meisen im Winter umher.

In Deutschland vier Rassen der Realgattung (Panis Sitta), in Ostpreußen die unten weißliche Form homfyeri, in Schlesien die bleiche Rasse reichenówi, in Mitteldeutschland die rostgelbe „caesius“, am Rhein die lebhaft rostgelbe „hássicus“.

*) Die Kleiber sind kurzschwänzige Meisen mit langen Zehen und spechtartig verlängertem Schnabel, die kopfunter klettern können.

**) Legt besonders gern Vorratskammern an.

Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger
Seggen-Rohrsänger
Garten-Laubvogel
Heuschrecken-Rohrsänger
Weiden-Laubvogel
Fitis-Laubvogel
Wald-Laubvogel
Gemeines Goldhähnchen
Augenstreif Goldhähnchen
Kohlmeise
Blaumeise
Nonnenmeise
Weidenmeise
Tannenmeise
Haubenmeise
Schwanzmeise

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

4 Comments

  1. […] Siehe auch: Die Singvögel der Heimat – Einleitung Haussperling Feldsperling Steinsperling Heckenbraunelle Edelfink Bergfink Kernbeißer Grünling Stieglitz Erlenzeisig Bluthänfling Girlitz Gimpel Kreuzschnabel Goldammer Grauammer Rohrammer Feldlerche Haubenlerche Heidelerche Baumpieper Wiesenpieper Brachpieper Weiße Bachstelze Gebirgsbachstelze Schafstelze Rauchschwalbe Mehlschwalbe Uferschwalbe Mauer- oder Turmsegler Seidenschwanz Grauer Fliegenschnäpper Trauerfliegenschnäpper Zwerg-Fliegenschnäpper Raubwürger Schwarzstirn-Würger Rotköpfiger Würger Rotrückiger Würger Steinschmätzer Schwarzkehliger Wiesenschmätzer Braunkehliger Wiesenschmätzer Hausrotschwanz Gartenrotschwanz Blaukehlchen Rotkehlchen Nachtigall Amsel Wacholderdrossel Misteldrossel Rotdrossel Singdrossel Pirol Star Wasserschwätzer Zaunkönig Mönch-Grasmücke Gartengrasmücke Dorn-Grasmücke Zaun-Grasmücke Sperber-Grasmücke Drossel-Rohrsänger Teichrohrsänger Getreide-Rohrsänger Ufer-Rohrsänger Seggen-Rohrsänger Garten-Laubvogel Heuschrecken-Rohrsänger Weiden-Laubvogel Fitis-Laubvogel Wald-Laubvogel Gemeines Goldhähnchen Augenstreif Goldhähnchen Kohlmeise Blaumeise Nonnenmeise Weidenmeise Tannenmeise Haubenmeise Schwanzmeise Spechtmeise […]

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