Südwestafrikanische Früchte in Deutschland

Vor einiger Zeit war im Schaufenster des bekannten Hoflieferanten F. W. Borchardt in der Französischen Strasse in Berlin eine kleine Kollektion südwestafrikanischer Apfelsinen und Zitronen ausgestellt. Die Früchte hatten die vierwöchentliche Reise von Windhuk bis Berlin ohne Schaden überstanden; während des Seetransportes waren sie natürlich im Kühlraum des Dampfers untergebracht. Die Qualität zeigte sich hervorragend. Eine praktische Bedeutung für die Frage des Importes von südwestafrikanischem Obst in Deutschland — schreibt Dr. Paul Rohrbach in der „Deutsch-Südwestafr. Ztg.“ — wohnt diesem ersten Experiment insofern noch inne, als der für solche Früchte in Südwestafrika selbst erzielte Preis viel zu hoch, und die dortige Produktion noch zu gering ist, um von Deutschland aus jetzt schon den Bezug in grösseren Quantitäten zu ermöglichen. Das wird sich aber im Laufe der Zeit ändern. Weintrauben, die in Südwestafrika gleichfalls sehr gut gedeihen (s. Bild), kosteten in der ersten Zeit, nachdem die Anpflanzung geglückt war, auch eine Mark das Pfund und selbst mehr, während ihr Wert an Ort und Stelle jetzt schon beinahe bis auf den Detailverkaufspreis in Deutschland gesunken ist, und eine weitere Ermässigung für Abschlüsse im grossen steht für die nächsten Jahre in sicherer Aussicht. Dasselbe wird mit den Apfelsinen und Zitronen der Fall sein, sobald die Pflanzungen, die jetzt noch in den Anfängen stehen, sich vermehren und heranwachsen Ein etwas höherer Preis für südwestafrikanische Früchte in Deutschland wird übrigens immer dadurch gerechtfertigt bleiben, dass die Reifezeit alles Obstes auf der südlichen Halbkugel gerade in die entgegengesetzte Hälfte des Jahres fällt, wie in Europa. In England werden aus diesem Grunde schon seit lange kapländische Weintrauben vom Januar ab importiert und gut bezahlt.

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