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Von Pennsylvanien ergoss sich der Strom deutscher Einwanderer nach den beiden Carolinas, und in 1751 erwarben die Menoniten von der britischen Regierung ein grosses Stück Land und liessen sich in dem jetzigen Nord-Carolina nieder.

Aller Wahrscheinlichkeit nach war Pastor Peter Fabian, der eine Expedition der Englischen Carolina Co. im Jahre 1663 nach Süd-Carolina begleitete, der erste Deutsche in jenem Staate.

Im Jahre 1732 gründeten 170 Deutsch-Schweizer unter John Peter Purrys Führung Purrysburg am Savannahflusse; ihnen folgten nach einem oder zwei Jahren weitere 200 Deutsch-Schweizer. Um dieselbe Zeit wurde Orangeburg von Deutschen aus der Schweiz und der Pfalz angelegt. Auch Lexington ist eine deutsche Gründung, und 1742 besiedelten Deutsche die Insel St. Simon, südlich von Savannah. Im Jahre 1763 landeten zwei Schiffsladungen deutsche Einwanderer, die sich in London eingeschifft hatten, in Charleston.

Vor der Revolution wurde Gottes Wort in sechzehn Kirchen der Kolonie gepredigt, und bei Ausbruch der Revolution wurde von Deutschen und deutsch – schweizerischen Freiwilligen eine Truppe, die „Deutschen Füsiliere“, organisiert, die heute noch besteht. Bereits im Jahre 1766 wurde eine „Deutsche Gesellschaft“ in Charleston gegründet, die bei Ausbruch der Revolution über hundert Mitglieder zählte. Sie gab zweitausend Pfund für die patriotische Sache; nach Friedensschluss richtete sie ihre eigene Schule ein, in der alljährlich zwanzig arme Kinder kostenfrei erzogen wurden.

Die ersten weissen Ansiedler in dem Gebiet des jetzigen Staates Ohio waren die Deutsch-Mähren, denen die Städte Schönbrunn, Gnadenhütten, Lichtenau und Salem ihre Entstehung verdanken. David Zeisberger gründete am 3. Mai 1772 mit einer Anzahl bekehrter Indianer die erste Christengemeinde in Ohio.

Leider kann ich hier nicht näher aut die Verdienste der Deutschen bei der Erschliessung des mittleren und fernen Westens eingehen. In der Geschichte der früheren Grenzkämpfe,. in den Kriegen mit den Franzosen und den Indianern stösst män überall auf deutsche Namen; die Deutschen waren mit unter den ersten hervorragenden Pionieren, und sie haben diese Aufgabe bei der Erschliessung des Westens durch Generationen hindurch erfüllt — sie waren die Vorposten der amerikanischen Zivilisation.

Bemerkenswert ist, dass selbst bei den von den Indianern angerichteten Blutbädern deutsche Namen im Vordergrund stehen. Zur Verteidigung unserer Grenzen gegen die Indianer und Franzosen haben deutsche Ansiedler oberhalb Harrisburg am Scbuylkill, am Lehigh und am oberen Delaware Befestigungen angelegt. Sie hatten bei dem Tulpehocken Massaker und bei dem Ueberfall auf Reading im Jahre 1763 den Hauptstoss des Angriffs auszuhalten. Diesen Vorstössen hielten die Deutschen unter Schneider und Heister wacker stand.

Schon im Jahre 1711 zog ein deutsches Bataillon mit den Tausend gegen Quebec. In 1773 gründeten deutsche Ansiedler die Städte Frankfurt und Louisville in Kentucky.

Unter allen unseren amerikanischen politischen Einrichtungen ist keine von höherem Wert, als die Freiheit der Presse. Siet ist eines der Fundamente unseres Regierungssystems, und mit besonderem Stolze erwähne ich, dass wir sie einem Deutschen verdanken: John Peter Zeuger führte einen erfolgreichen Kampf für die Pressefreiheit.

Zusammen mit William Bradford gab Zenger im Jahre 1725 die “New York Gazette” heraus; im Jahre 1733 gründete er die unabhängige Zeitung “The N. Y. Weekly Journal” und begann sofort mit einem heftigen Angriff auf den britischen Gouverneur Crosby — die Gründe für diese Attacke fallen hier nicht weiter in’s Gewicht. Im Jahre 1735 erfolgte Zengers Verhaftung; man verweigerte ihm Tinte, Feder und Papier, was ihn keineswegs verhinderte, sein „Journal“ vom Gefängnis aus weiter zu redigieren . . . er flüsterte seinem Drucker durchs Schlüsselloch die nötigen Instruktionen zu. Die Grossgeschworenen verweigerten die nachgesuchte Anklage gegen Zenger wegen Verleumdung, worauf der Generalanwalt das Verfahren von Amtswegen einleitete. Als Zengers Verteidiger erschien Andrew Hamilton, der eigens von Philadelphia nach New York kam, ein ausserordentlich tüchtiger | Quäkeranwalt und von Geburt Irländer.

Zengers Fall wurde entscheidend für die wichtige Frage, dass die Wahrheit eine Verleumdung rechtfertige. Hamilton griff den Rechtsanspruch des Gouverneurs an, wendete sich energisch gegen den Brauch, eine Verleumdungsklage auf Information zu gründen, er erklärte, dass es sich bei diesem Prozesse keineswegs um die Sache eines armen Druckers, sondern um die Freiheit han-dele, die jedem Amerikaner am Herzen liege. Der Sieg der gerechten Sache hat Hamiltons Name in der amerikanischen Jurisprudenz berühmt gemacht. Zengers Prozess machte den Versuchen der Willkürherrscher ein Ende, die die Redefreiheit unterdrücken, die Gerichtsbarkeit kontrollieren und mit königlichen Vorrechten regieren wollten. Die Geschworenen jagten den Richter aus dem Gerichtssaal und sprachen dem Angeklagten Zenger das Recht zu, die Regierung zu kritisieren — seine Kritik wurde für wahr und gerecht befunden. So gewann Zenger dem Volke die Pressefreiheit und durch sie die Rechte zu erwägen und handeln, wie es dies zur Erhaltung seiner Rechte am besten hält.

In seiner “Romance of American Colonization” kommentiert Dr. William Elliot Griffis den Fall mit den Worten: „So wurde einer der grössten Siege, die je auf diesem Kontinent gewonnen wurden, für Gesetz und Freiheit errungen.“

Im Jahre 1776 brach die Revolution aus, und in diesem Kampfe um die Errichtung des grössten Denkmals der Freiheit spielten die Deutschen eine ganz besonders hervorragende Rolle.

Siehe auch:
Wir Deutsch-Amerikaner
Deutsch-Amerika
Die Deutsch-Amerikaner und das Kaiserreich
Wie das alte Österreich starb
Wie das alte Österreich starb II
Die Deutschen in Amerika
Die Deutschen in Amerika II
Eine Audienz bei Richard II. (Richard Strauss)
Die Lüge als Fundament
„Deutsch-Amerikas“ Mission
Schundromane auf dem Scheiterhaufen
Lincoln und das deutsche Element
Die Geschichte der Revolution
Der Aufbau Palästinas
Deutschland und der Weltfriede
Vaterland vor der Wiedergeburt
Das Schicksal der deutschen Kolonien
Der letzte Zar im Kreise seiner Familie
Krupp-Werk in Friedens-Arbeit
Die Wolkenburgen der neuen Welt
Deutschlands chemische Industrie in der Nachkriegszeit
Jerusalem die Heilige Stadt
Die Schwarzen Truppen in Deutschland
Schiffsmodelle als Zimmerschmuck
„Bismarck“-„Majestic“- der Meeresriese
Quer durch das neue Deutschland
Quer durch das neue Deutschland II
Quer durch das neue Deutschland III
Von Versailles bis Haag
Klein-Amerika in Ostpreussen
Die Hallo-Mädchen
Nach Palästina
Eine Hamburger Überseewoche
Kinder aufs Land
August Thyssen-Der Senior der Grubenbarone

Deutsch-Amerikaner

Albert Gleizes-Charles Demuth-Childe Hassam-George Ault-George Inness-George Loring Brown-Georgia O´Keeffe-Jack Bush-John Casilear-John Lyman-Marsden Hartley-Martin Johnson Heade-Niles Spencer-Sanford Gifford-Thomas Anshutz-Thomas Doughty-Thomas Moran-Winslow Horner



Kunstdrucke

Die Überlieferung der Eingeborenen der Osterinsel in der Südsee berichtet, daß ihre Vorfahren bei der Einwanderung das Land von schönen, mit flachen Steinen gepflasterten Straßen durchzogen gefunden hätten, — die Steine wären so dicht zusammengefügt gewesen, daß keine spitze Kante hervorragte; Bäume wuchsen dicht beieinander an den Rändern der Wege und berührten sich oben mit ihren zueinandergebogenen Wipfeln. Aus jener Frühzeit her sollen auch die wohl ursprünglich als Häuptlingsgräber dienenden Steinhäuser stammen.

Auf der Osterinsel ist die Erinnerung an solche große Vergangenheit noch lebendiger als in den anderen Bezirken, die ähnlicher Baulichkeiten nicht ermangeln. Auf zahlreichen Südseeinseln fand man mächtige Plattformen, Terrassen, Wohn- und Grabbauten, deren Erbauer die einheimische Tradition nicht mehr kennt. So schreibt sie sie den Göttern zu. Freilich ist dies wohl nur eine mythologisierende Bezeichnung für die mächtigsten Ahnen.

Ähnlich liegt die Situation in Afrika. Freilich sind hier die rätselhaften Überreste geringer an Zahl und Umfang. Gleichwohl sind auch hier, in Joruba und Südafrika, Ruinen vorhanden, die auf eine ganz anders großartige Architektur der Vergangenheit deuten, als wir sie gegenwärtig in Afrika vorfinden. Vor allem haben die rhodesischen Bauwerke in Simbabye, die über einen etwa eine Million Quadratmeter umfassenden Raum verstreut liegen, die Aufmerksamkeit erregt. Es handelt sich bei ihnen um granitne Umfassungs- und Befestigungsmauern, massive kegelförmige Steinbauten, Steinsäulen usw. — kurz um eine Bauweise, die schon ihrem Material nach ungewöhnlich und rätselvoll ist.

Die Kunst der Naturvölker und der Vorzeit

Die Selbstverständlichkeit, mit der wir heut tagtäglich aus den Zeitungen telegraphische Meldungen aus allen Teilen der Kulturwelt und vielfach selbst schon aus den unkultivierten Gegenden entgegennehmen, lässt die meisten Menschen gar nicht dazu kommen, sich einmal klar zu machen, welch ungeheure Summe von Intelligenz, Unternehmungsgeist, Mühen und Sorgen erforderlich war, um der Welt den heutigen, wunderbar zuverlässigen Seekabelbetrieb zu schenken. Hier und da halten wohl Laien die Kabeltelegraphie heut, wo wir die drahtlose Telegraphie besitzen, schon wieder für veraltet, aber jeder Sachkenner wird uns bestätigen, dass davon gar keine Rede sein kann, dass vielmehr beide Arten der Telegraphie sich ergänzen, aber kaum jemals vollwertig zu ersetzen vermögen.

Kolonie und Heimat