Deutsche Gedenkhalle Deutsche Geschichte Kunstdrucke

Abbildungen Deutsche Geschichte

Friedrich Barbarossa, der siegreiche Gegenspieler Heinrichs des Löwen, kämpfte für die Neuerhebung des Kaisertums und für eine durchgreifende Herrschaft des Reiches in Ober- und Mittelitalien. In beiden Zielen zum Kompromiß gezwungen, erreichte er doch eine unerschütterliche Sicherheit der Herrschaft und ein weltgebietendes Ansehen seiner Person.

Die Einzelnen Abschnitte zur Deutschen Geschichte:
Germanen der älteren Bronzezeit (um 1600 v.Chr)
Theoderich der Große
Hermann der Cherusker (Arminius)
Die Krone des Heiligen Römischen Reich
Karl der Große
Sachsenherzog Widukind
Otto der Große
Kaiser Heinrich II.
Siegel Otto des Großen und Heunrichs IV.
Der Bamberger Reiter
Heinrich der Löwe
Kaiser Friedrich I. (Barbarossa)
Rudolf von Habsburg
Kaiser Maximillian I.
Kaiser Karl V.
Martin Luther
Albrecht Wallenstein, Herzog von Friedland
Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst
Prinz Eugen
Friedrich der Große
Kaiserin Maria Theresia
Kaiser Josef II.
Erzherzog Karl von Österreich-Teschen
Andreas Hofer
Das letzte Aufgebot (1809)
Freiherr vom und zum Stein
Gebhard Leberecht Fürst von Blücher
Gerhard von Scharnhorst
Ernst Moritz Arndt
Der Wiener Kongreß
Kaiser Wilhelm I.
Otto von Bismarck
Reichspräsident Hindenburg
Der Berliner Kongreß
Krieger vom Grabmal des Unbekannten Soldaten
Conrad von Hötzendorf
Heldenfriedhof der Tiroler Kaiserjäger am Pordoijoch in den Dolomiten
Erich Ludendorff
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler
Großdeutschland entsteht!

Landkarten Deutsche Geschichte:
Die germanische Weltherrschaft zur Zeit des Theoderich
Das Reich Karls des Großen
Das Heilige Römische Reich auf der Höhe seiner Macht : Deutschland um 1197
Die Auflösung des Heiligen Reiches um 1500
Der Kampf um das Zweite Reich
Das deutsche Sprachgebiet in Europa

Abbildungen Deutsche Geschichte

Das deutsche Volk hat vier große Ausdehnungsepochen erlebt: zur Zeit der Völkerwanderung zogen germanisch-deutsche Stämme über Donau, Main und Rhein und erfüllten all die Lande bis zu den Alpen und bis zum Wasgenwald. Daß diese Gebiete dauernd behauptet wurden, ist ein glänzender Beweis für die neuerdings oft angezweifelte Kolonisationsfähigkeit unseres Volkes. Ein zweites Zeitalter begann mit Karl dem Großen. Die Slaven, die inzwischen nachgerückt waren, wurden zurückgedrängt. Eine Reihe von Ostmarken, bis hinunter nach Siebenbürgen und hinauf bis nach Estland und Livland, wurde begründet. Nicht eher trat Ruhe ein, bevor die ganze Ostsee so gut wie ein deutsches Binnenmeer geworden war. Sehr bald nach Kolumbus begann dann eine überseeische Auswanderung, die bis zur Gegenwart anhält. Als viertes Gebiet deutscher Siedlungstätigkeit ist Südeuropa zu nennen. Von den Zügen der Burgunder, Langobarden und Franken, die alle von deutscher Erde kamen, über die Romfahrten unserer Kaiser, über den Kreuzzug Barbarossas, dem bei dieser Gelegenheit Nemanja der Serbenzar als Vasall huldigte, bis zu den Türkenkriegen, der österreichischen Herrschaft in Italien und der Besetzung Bosniens führt im Grunde nur eine einzige große Linie. Die Versuche früherer Zeiten hatten jedoch keinen dauernden Erfolg; erst von den Taten Prinz Eugens hebt ein frisches Zeitalter bleibender Siedlung von immer wachsender Macht an. Zwar wird Serbien, das unter Prinz Eugen und Maximilian von Bayern erobert worden war, zurückgegeben, allein Ungarn wird wenigstens den Türken für immer entrissen, und an seinem Südsaume wohnen heute schwäbische Bauern bis an das Eiserne Tor. Auch nach dem Adriatischen Meere zu setzt eine neue deutsche Wanderung ein, die allerdings zum großen Teile durch die wiederum anschwellende italienische und slawische Flut verschlungen wird. Demgemäß war die Einverleibung Bosniens und der Herzegowina in die österreichisch-ungarische Monarchie 1879/82 nur ein Glied in der langen, fast nie abbrechenden Kette deutscher Südwanderung.

Die Welt ist in der Gegenwart eng geworden, für niemand aber enger als für die Deutschen. Hat der Brite ungefähr ein siebtel Quadratkilometer unbebauten Landes für sich zur Verfügung, können der Russe ein elftel und der Yankee immerhin ein zwanzigstel Quadratkilometer für sich beanspruchen, so steht dem Deutschen nur ein achtzigstel Quadratkilometer Landes unter der eigenen Flagge offen. Es ist wahr, Millionen von unseren Volksgenossen haben eine Heimat in Amerika, Südafrika und Australien gefunden. Weil sie aber in jene überseeischen Gebiete kamen, als sie schon von fremden Mächten besetzt waren, so konnten sie sich dem Drucke fremder Staatsgewalt nicht entziehen und wurden entweder schon entvolklicht oder sind gegenwärtig, mit Ausnahme vielleicht von Pennsylvanien und Südbrasilien, im Begriffe, ihr Volkstum zu verlieren. Schon Caprivi sagte:

„Wir müssen entweder Menschen oder Waren exportieren.“

Wir haben uns notgedrungen auf die Waren verlegt und sind so zu einer weitgehenden Industrialisierung gelangt. Es wäre denkbar, daß im Osten und Südosten noch neues Land für deutsche Bauern zu finden wäre. Einstweilen jedoch ist der Gedanke daran in den maßgebenden Kreisen vollkommen verblaßt. So kam es denn, daß das Deutschtum in eine bedenkliche Enge geraten ist. Es gleicht einem überhitzten Dampfkessel, der zu platzen droht. Zugleich war der fast gänzliche Verzicht auf eine tätige auswärtige Politik von schlimmen geistigen Folgen begleitet. Eine übermäßige Steigerung innerer Kämpfe trat ein. Wir gleichen fast zwei Mühlsteinen, die nichts mehr zu mahlen haben, und die sich deshalb gegenseitig zerschroten und tiefe Wunden zufügen. Außerdem ist aber selbst der Bestand unserer staatlichen Macht bedroht. Wenn alle andern wachsen, wenn England und Frankreich, wenn Japan und Amerika fortwährend ihren Besitz und ihre Einflußkreise ausdehnen, so kann das unmöglich auf das im Stillstände verharrende Mittel-Europa ohne Rückwirkung bleiben. Andere gewinnen — und wir verlangten niemals Kompensationen. Es ist klar, daß, wenn eine solche Politik länger andauert, das Gleichgewicht in der Weltpolitik empfindlich gestört werden muß. So ist denn auch tatsächlich bereits seit mehreren Jahren das bisher kaum bestrittene Übergewicht Deutschlands ins Schwanken geraten. Wenn man die Entwicklung genau verfolgt, so kann man sogar sagen, daß der Niedergang bereits in der letzten Zeit Bismarcks anfing. Schon Bismarck war nur mit großer Mühe zur Erwerbung von Kolonien zu bewegen, schon er vernachlässigte die Flotte; auch ist er an dem Uganda-Vertrag, durch den nicht nur ein blühendes Reich mit 3 Millionen Einwohnern an England weggeschenkt, sondern auch der Plan eines transkontinentalen deutschen Länderringes durch ganz Mittelafrika vereitelt wurde, nicht ganz unschuldig. Nur das Gesetz der Trägheit ließ den Reichswagen noch weiter rollen, und der Glanz, der von Bismarck ausging, blendete noch ein Jahrzehnt hindurch die Augen der andern Völker, so daß sie das Sinken unserer Macht vorerst nicht wahrnahmen. Stillstand ist eben Rückgang. Und heute ist uns nicht nur die Möglichkeit, neue Siedlungsgebiete zu bekommen, erschwert, wenn nicht verhindert, sondern es handelt sich auch um unsere ganze staatliche Zukunft.

Text aus dem Buch: Männer, Völker und Zeiten, eine Weltgeschichte in einem Bande, Verfasser: Wirth, Albrecht.

Siehe auch:
Männer, Völker und Zeiten – Anfänge
Der alte Orient und Griechenland
Arier und Chinesen
Juden und Phönizier
Feudalherrschaften in China, Indien, Vorderasien und Hellas
Homer
Assyrer und Perser
Religionsstifter und Philosophen
Perserkriege
Peloponnesischer Krieg
Anfänge Roms
Politischer Niedergang Athens
Alexander der Große
China und Rom
Punische Kriege
Der Staatsbegriff im Altertum
Kelten und Romanen
Hellenismus
Wuti und Cäsar
Römischer Imperialismus
Germanen
Christentum
Die Cäsaren und die späteren Han
Römische Spätzeit – Anfänge Japans
Völkerwanderung – Weltstellung des Christentums
Die Reiche der Völkerwanderung
Der Islam
Karl der Große
Anfänge der modernen Völker
Papsttum und Kaisertum – Aufstieg des Papstes
Die Kreuzzüge
Westöstliche Kulturvermittlung
Der Kampf der Weltreligionen
Der Staatsbegriff im Mittelalter
Mongolensturm
Aufschwung der Seestädte
Die Geburt heutiger Volkstümer und Sprachen
Die Zünfte
Die Condottieri
Entdeckungen und Erfindungen : Renaissance und Reformation
Entdeckungen und Erfindungen : Europäer in Afrika, Asien und Amerika
Entdeckungen und Erfindungen : Südeuropa gegen Nordeuropa
Aufstieg der Nordvölker : Holländer und Engländer
Aufstieg der Nordvölker : Kämpfe in Ostasien
Aufstieg der Nordvölker : Abschließung Ostasiens
Aufstieg der Nordvölker : Peter der Große
Aufstieg der Nordvölker : Das Wachstum Preußens
Aufstieg der Nordvölker : England und Frankreich werden Weltmächte
Aufstieg der Nordvölker : Friedrich der Große
Aufstieg der Nordvölker : Die Vereinigten Staaten von Amerika
Zeitalter der Revolutionen : Napoleon
Zeitalter der Revolutionen : Wachstum Englands
Zeitalter der Revolutionen : Lateinisch-Amerika unabhängig
Zeitalter der Revolutionen : Heilige Allianz und Romantik
Zeitalter der Revolutionen : Die Woge des Liberalismus
Zeitalter der Revolutionen : Englands Hand über Asien und Afrika
Zeitalter der Revolutionen : 1848
Zeitalter der Revolutionen : Krimkrieg
Zeitalter der Revolutionen : Erschließung Ostasiens
Zeitalter der Revolutionen : Bürgerkrieg in Nordamerika
Zeitalter der Revolutionen : Einigung Italiens und Deutschlands
Zeitalter der Revolutionen : Der Mikado stürzt den Shogun
Zeitalter der Revolutionen : Erschließung Afrikas
Zeitalter der Revolutionen : 1870/71
Zeitalter des Nationalismus : Der Staatsbegriff in der Neuzeit
Zeitalter des Nationalismus : Disraeli
Zeitalter des Nationalismus : Russisch-türkischer Krieg
Zeitalter des Nationalismus : Der Berliner Kongreß
Zeitalter des Nationalismus : Dreibund
Zeitalter des Nationalismus : Afrikanische Wirren
Zeitalter des Nationalismus : Deutsche Kolonien
Zeitalter des Nationalismus : Bismarcks Ausgang
Zeitalter des Nationalismus : Goldausbeute und Industrie
Zeitalter des Nationalismus : Wachstum der Bevölkerungen
Zeitalter des Nationalismus : Japanisch-chinesischer Krieg
Zeitalter des Nationalismus : Der Jamesons-Raid
Zeitalter des Nationalismus : Der Streit um die Goldfelder in Venezuela
Zeitalter des Nationalismus : Kämpfe in vier Erdteilen
Zeitalter des Nationalismus : Spanisch-amerikanischer Krieg
Zeitalter des Nationalismus : Nationalitätenhader in Österreich

Männer; Völker und Zeiten