Man diskutierte auch Alternativen zu einer Annexion des Baltikums durch Preußen: so wurde vorgeschlagen, dem Gebiet analog zum Verfahren im Fall Elsaß-Lothringen den Status eines Reichslandes zu verleihen und es so in den Besitz des deutschen Gesamtstaates zu überführen. Nach der Einnahme Rigas durch die deutschen Streitkräfte 1917 war von den Delegierten dieser Stadt derselbe Vorschlag unterbreitet worden. Die OHL hatte damals angeregt, man solle der deutschen Regierung eine Flut von Petitionen mit dem Wunsch nach einem Anschluß an das Reich unterbreiten. Zahlreiche Petitionen trafen ein, und es gibt keinen Grund, an ihrer Echtheit und Aufrichtigkeit zu zweifeln. Das Problem war nur, daß diese Petitionen ausnahmslos von Baltendeutschen verfaßt waren. Indessen war in einer Zeit wachsenden Nationalbewußtseins und der Forderungen nach dem Selbstbestimmungsrecht der Völker jeder Versuch einer Annexion von Kurland, Livland und Estland zum Scheitern verurteilt.

Die angestrengten Bemühungen, die Vorherrschaft der Baltendeutschen im politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich, die sie seit dem Mittelalter innegehabt hatten, aufrecht zu erhalten, waren gleichfalls zur Fruchtlosigkeit verdammt. Die deutsche Okkupation hatte eine freilich unerwartete Folge: sie half den Litauern, Letten und Esten in den Jahren zwischen der zaristischen und der bolschewistischen Herrschaft, ihre eigenen Nationalstaaten aufzubauen. Gegen Ende des Krieges erkannte man schon bei der deutschen Regierung unter Max von Baden, daß die Weiterverfolgung des annexionistischen Kurses nicht zum Ziel führen würde; also richtete sich das Augenmerk auf die Schaffung solcher Beziehungen, die geeignet schienen, den wirtschaftlichen Einfluß Deutschlands im Baltikum sicherzustellen und die baltischen Staaten für die deutsche Seite zu gewinnen.

Anstatt die erwartete Selbstverwaltung in eigenen Angelegenheiten zu gewähren, unterdrückte das deutsche Besatzungsregime all solche Forderungen, ja mehr noch, es verstärkte die einseitige Unterstützung der Baltendeutschcn. Wie sich die Lage in bezug auf die slawischen Nachbarn für den baltischen Adel darstellte, spiegelt eine Petition wider, die der Baron von Stryk, einer der bekanntesten Politiker des deutsch-baltischen Adels, verfaßt hatte und in der es heißt, »daß es nunmehr keinem Zweifel unterliegen kann, daß die Gesamtbevölkerung Livlands und Estlands in ihrer überwiegenden Mehrheit, abgesehen vom Proletariat und den zahllosen… aus… Rußland stammenden Industrie- und Hafenarbeitern, die Loslösung von Rußland unbedingt erreichen will…«

Read More Deutsche Truppen im Baltikum-Abwehrkämpfe gegen die Roten

Baltikum


Die deutsche Wehrmacht hat den vom bolschewistischen Moskau aus Lüge und Verdrehung gewobenen Vorhang, durch den der Blick in den Ostraum so lange versperrt war, für immer zerrissen. Ihrem opferbereiten Ansturm, ihrer kämpferischen Ueberlegenheit hat Europa, hat die Welt dafür zu danken, daß die Wirklichkeit in einem Staat, der fast ein Sechstel der Erdoberfläche umfaßte, wieder klar vor aller Augen liegt. Die deutsche Führung wird nunmehr ihr Augenmerk darauf richten müssen, daß die Gegebenheiten dieses Riesenraumes in allen Fragen des Volkstums, des Einsatzes an Mensch und Gut und der verwaltungsmäßigen und wirtschaftlichen Gestaltung zum Segen des gesamten europäischen Kontinents zur Auswirkung gelangen.

Wie unendlich groß sind die Gebiete des bisher wiedererschlossenen Ostens! Ihre Einführung in die neue europäische Völkergemeinschaft räumt mit allen irrigen Vorstellungen auf, die das ehemalige Moskowitertum geschaffen und aufrechterhalten und der dahinscheidende Bolschewismus mit einer erlogenen marxislisch-leninistisch-stalinistischen Hülle umgeben haben. Nie wieder darf die Behaupiung Glauben finden, daß die erst zaristisch und dann bolschewistisch regierten Länder von einem Volk bewohnt wurden. Niemand konnte eindeutiger als der deutsche Soldat feslslellen, wie verschieden nach Rasse, Volkstum, Sprache, Art und Sille die Menschen sind, die man von der Eismeertundra über Wälder hinweg bis zur baumlosen, mit Gräsern und Kräutern bedeckten Steppe zwischen dem Schwarzen mad der Wolga an traf. Finnen, Esten, Letten, Litauer, Weißruthenen, Küssen, Ukrainer, Donkosaken, Krimtataren, Nordkaukasier, Georgier, Aserbeidschaner, Armenier, Idel-Uraier, Turkestaner und viele andere, darunter auch Deutsche, waren in einem Staatsmonstrum zusammengeschlossen, in dem die europateindlichen Kräfte durch Jahrhunderte hindurch immer wieder einen Ansturm gegen den Westen unternahmen und die Schicksalsfrage zunächst für Moskowien entschieden

Genau so wie der Zarismus setzte die Sowjetmacht das unter ihre Führung gezwungene Völkergemisch für die politischen Ziele ein, die sich aus den inneren und äußeren Umständen der zusammengeklammerten Menschen und Räume ergaben. Sprach jener von einem Einheitsrussen, der gar nicht existierte, so erfand diese den Sowjetbürger. Dieser Zweckbegriff sollte der eigenen Bevölkerung und der gesamten Welt vorgaukeln, daß es dem Kreml gelungen sei, über alle rassisch-völkischen Unterschiede hinweg eine ungezählte Masse von sowjetischen Einzelwesen zu schaffen, die in bolschewistisch-ideologischer Verbundenheit geeinigt seien. So erdachte und propagierte man den Sowjetpatriotismus, durch dessen trügerische Konstruktion alle Volkstumsverschiedenheiten wenn nicht gänzlich ausgetilgt, so doch wenigstens zum Schweigen gebracht werden sollten. Da Moskau hierbei jedes Machtmittel bis zum hemmungslosen Mord anwenden ließ, wurden Wille und Möglichkeiten zum Widerstand, zum Eigenleben und Selbstbewußtsein mehr und mehr eingeengt. Es entstand jene Fassade der „Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken“, die eine Einheit vortäuschen sollte. Die Kremlgewaltigen errichteten sie im Inland aus Terror und Blut, im Ausland aber sorgten die bezahlten, meist jüdischen Propagandisten dafür, daß Schaubilder, Statistiken und Reportagen den Glauben an Echtheit und Zuverlässigkeit dieser Behauptung verbreiteten.

Read More Sowjetunion-Schlußwort

3. Reich Die Sowjet-Union

Nach dem Zusammenbruch des Gotenreiches im Jahre 375 breiteten sich die slawischen Stämme nach Nordosten aus und erreichten die finno-ugrischen Gebiete. Gehörte die dortige Bevölkerung im Westen zur ostbaltischen Rasse, so zeigte sie weiter östlich einen anderen, zum Teil mongoloiden Einschlag. Dieser ganze Raum stand vom 9. Jahrhundert an unter warädischer Führung. Erst von Holmgardr (Naugard) und dann von Koenugardr (Kiew) strömten slawische Siedler an die Oberwolga nach. So wurde das Land christianisiert und sprachlich überschichtet.

Ein neues Volk, das man heute als russisches bezeichnet, ging aus diesem Slawisierungsprozeß hervor.

Jedoch begann die politische Geschichte des Russentums erst mit Iwan Kalita (1328—1340), der seine Großfürstenwürde dem Mongolenkhan zu verdanken hatte. Von der „Goldenen Horde“ völlig abhängig, übernahm Moskowien gleichfalls in seiner Kultur, Sille und Tracht mongolische Wesenszüge, Die Oberschicht, „Bojaren“ genannt, verschmolz größtenteils mit regierenden Tatarengeschlechtern zu einem neuen, dem Kremlherrscher gefügigen Dienstadel. Auf diese Weise erlosch auch hier das warägische Bluterbe, und Moskau wurde zum Träger desselben Gedankens, der in vielem das Eroberungswerk von Dschingis-Khan geprägt hatte.

Diesem moskowitischen „Drang nach Westen“ erlag zunächst unter Iwan III. (1462—1505) der Volksstaat von Großnaugard, und dann erzwang Iwan IV. „Grosnyj“ genannt (1533—1584), die Auflösung des Livländischen Ordensstaates. Zu gleicher Zeit öffnete sich dem mongolischen Blut durch die Eroberung der Chanate von Kasan (1552) und Astrachan (1556) ein weites Tor zum russischen Volkskörper.

Read More Sowjetunion-Russen

Die Sowjet-Union

Abbildungen Karikaturen