Schlagwort: Brandenburger Tor

Bildverzeichnis der 74 Abbildungen unten.










































































Bildverzeichnis:

Abtei Laach und Laacher See
Alexisbad
Berlin, Begasbrunnen
Berlin, Kaiserliches Schloß
Berlin, Lustgarten mit Dom
Berlin, Nationaldenkmal Kaiser Wilhelms des Großen
Berlin, Palais Kaiser Wilhelms I.
Berlin, Pariser Platz und Brandenburger Tor
Berlin, Reichstagsgebäude
Bremen, Rathaus
Brockenhaus mit Aussichtsturm
Burg Dankwarderode in Braunschweig
Burg Hohenzollern
Burg Stolzenfest
Charlottenburg, Königliches Schloß
Dresden, Elb-Terasse und Elb-Quai
Dresden, Königliches Schloß
Dresden, Zwinger und Sophieenkirche
Ems, vom Kriegerdenkmal gesehen
Erfurt, Friedrich Wilhelmsplatz mit Dom
Fischmarkt und Rathaus in Halberstadt
Franckeschen Stiftung zu Halle
Frankfurt am Main, Hauptbahnhofshalle
Göltzschtalbrücke bei Mylau
Hamburger Hafen
Heidelberg, Philosophenhöhe
Heidelberger Schloß
Heilandskirche bei Sakrow
Helgoland
Hermansdenkmal
Kaiser Wilhelmsbrücke über das Wuppertal
Kaiserhaus in Goslar
Kaiser-Wilhelm-Kanal, Holtenauer Schleuse
Kassel, Schloß Wilhelmshöhe
Kölner Dom
Königsee
Kyffhäuser-Denkmal
Lübeck, Holstentor
Luther-Denkmal in Worms
Magdeburg, alter Markt mit Rathaus und Kaiser Otto-Denkmal
Magdeburg, Dom mit Fürstenwall
Martin Luther, Geburtshaus in Eisleben
München, Bavaria mit Ruhmeshalle
Nationaldenkmal auf dem Niederwald
Nord-Ostsee-Kanal
Panorama Wittenberg
Park von Sansouci mit Windmühle
Partenkirchen mit der Zugspitze
Plön, Schwanensee
Potsdam, Pfaueninsel
Provinzial-Denkmal Kaiser Wilhelm der Große, Wittekindsberg
Rheinfall bei Schaffhausen
Rolandseck mit Drachenfels
Rübeland im Bodetale
Rügen, Stubbenkammer
Sächsische Schweiz, Bastei
Sächsische Schweiz, Kubstall
Saleck und Rudelsburg
Schloß Wernigrode
Schneekoppe
Schwarzwald, Höllsteig im Höllental
Schwebebahn in Barmen-Elberfeld
Siegessäule in Berlin
Speyer Dom
Spreetunnel
Spreewald, Schneidermühle bei Lübbenau
Spreewald, Wasserstraße
Stadt Königstein mit Festung
Straßburger Münster
Straße in Nürnberg
Tyriaki-Kirche in Herrnrode
Walhalla, von Ruine Stauf gesehen
Wartburg
Westerland auf Sylt

Abbildungen Das Deutsche Reich in Landschaftsbildern

























































































































































Bildverzeichnis:

Potsdam Rathaus
Potsdam Stadtplan
Potsdam und Umgebung, Plan vom Jahre 1780
Potsdam, Alte Post
Potsdam, Alter Markt mit Fortunaportal und Obelisk
Potsdam, Alter Markt mit Nikolaikirche und Rathaus
Potsdam, Alter Markt mit Palast Barberini und Humboldstraße
Potsdam, Alter Markt mit Rathaus
Potsdam, Alter Markt mit Stadtschloß
Potsdam, Alter Markt zur Zeit Friedrichs des Großen
Potsdam, Alter Markt 17
Potsdam, Am Bassin II
Potsdam, Am Bassin
Potsdam, Am Bassingplatz
Potsdam, Am Blücherplatz
Potsdam, Am Kanal 20
Potsdam, Am Kanal 41
Potsdam, Am Kanal 63 Treppe
Potsdam, Am Kietz 13
Potsdam, Am Kietz
Potsdam, Am Neuen Markt
Potsdam, Am Wilhelmsplatz
Potsdam, Ansicht der Stadt vor der zweiten Erweiterung
Potsdam, Bassingplatz mit reicheren Mittelhäuser
Potsdam, Behlertstraße 31
Potsdam, Berliner Straße 1
Potsdam, Berliner Straße 10
Potsdam, Berliner Straße
Potsdam, Berlinerstraße
Potsdam, Blockfront am Bassingplatz
Potsdam, Blücherplatz
Potsdam, Brandenburger Tor 1770
Potsdam, Brandenburger Tor 1770
Potsdam, Brandenburger Tor
Potsdam, Breite Brücke mi Laternenträger
Potsdam, Breite Brücke
Potsdam, Breite Straße 6-7
Potsdam, Breite Straße 10-11
Potsdam, Breite Straße 30
Potsdam, Breite Straße mit Blick nach dem Schloß
Potsdam, Breite Straße mit Turm der Garnisionskirche
Potsdam, Breite Straße zwischen Breite Brücke und Neustädter Tor
Potsdam, Breite Straße
Potsdam, Burgstraße 34
Potsdam, Burgstraße 38
Potsdam, Burgstraße 48
Potsdam, Burgstraße
Potsdam, Charlottenstraße 58
Potsdam, Charlottenstraße 72
Potsdam, Charlottenstraße 81-82
Potsdam, Charlottenstraße
Potsdam, Chausseehaus
Potsdam, Direktorgebäude der Gewehrfabrik Detail
Potsdam, Direktorgebäude der Gewehrfabrik
Potsdam, Doppelhaus Charlottenstraße 1781
Potsdam, Doppelhaus Charlottenstraße
Potsdam, Doppelhaus Große Fischerstraße
Potsdam, Dreihäusergruppe am Kietz
Potsdam, ehemaliges Lazarett für das Regiment Leibgarde
Potsdam, ehemaliges Schulhaus an der Heiliggeistkirche
Potsdam, ehemaliges Stadtgericht
Potsdam, Eingang zur Breiten Straße
Potsdam, Eingangstür eines Doppelhauses Breitestraße
Potsdam, Einheitliche Blockfront der zweiten Stadterweiterung
Potsdam, Französische Kirche Portalbau
Potsdam, Französische Kirche
Potsdam, Französische Straße 13
Potsdam, Französische Straße 14
Potsdam, Französische Straße 21
Potsdam, Französische Straße mit Schlußpunkt
Potsdam, Friedrichstraße 17
Potsdam, Garnisionskirche oberer Turmteil
Potsdam, Garnisionskirche Südansicht
Potsdam, Garnisionskirche Turmportal
Potsdam, Gasse zwischen Breite- und Priesterstraße
Potsdam, Gewehrfabrik, jetzt Kaserne des 1. Garde Regiments
Potsdam, Gloriette auf dem Bassingplatz
Potsdam, Hauptwache in der Charlottenstraße
Potsdam, Haus am Alten Markt
Potsdam, Haus an den Acht Ecken
Potsdam, Häuserblock
Potsdam, Häusergruppe am Kanal
Potsdam, Heiligegeiststraße
Potsdam, Heiligengeistkirche Turmspitze
Potsdam, Heiligengeistkirche
Potsdam, Heiligengeiststraße
Potsdam, Hinter dem Lustgarten
Potsdam, Hobitstraße
Potsdam, Hof am Kanal
Potsdam, Hof des Militärwaisenhaus
Potsdam, Hof im Palast Barbarini
Potsdam, Humboldstraße 3
Potsdam, Humboldstraße 4
Potsdam, Humboldstraße mit Alten Markt
Potsdam, Humboldstraße mit Schlußpunkt
Potsdam, Jägertor
Potsdam, Kaiserstraße
Potsdam, Kaiser-Wilhelm-Straße
Potsdam, Kasino Maisenstraße – Tanzsaal
Potsdam, Kasino Maisenstraße – Vorsaal
Potsdam, kleine Fischerstraße
Potsdam, Kopfbau des Langen Stalls
Potsdam, Kopfbau des Marstalls
Potsdam, Kreuzung der Hoheweg- und Schwertfegerstraße
Potsdam, Kutschstall am Neuen Markt
Potsdam, Lindenstraße mit Militärweisenhaus
Potsdam, Lustgarten
Potsdam, Mammonstraße mit Schlußpunkt
Potsdam, Militärwaisenhaus in der Breite Straße oberer Teil
Potsdam, Militärwaisenhaus in der Breite Straße unterer Teil
Potsdam, Militärwaisenhaus in der Breite Straße
Potsdam, Militärwaisenhaus in der Lindenstraße mit Treppenhaus II
Potsdam, Militärwaisenhaus in der Lindenstraße mit Treppenhaus III
Potsdam, Militärwaisenhaus in der Lindenstraße mit Treppenhaus
Potsdam, Militärwaisenhaus in der Lindenstraße
Potsdam, Mittelstraße im holländischen Viertel
Potsdam, Mittelstraße im holländischen ViertelPotsdam, Mittelstraße
Potsdam, Nauener Straße
Potsdam, Neuer Markt
Potsdam, Neustädter Tor
Potsdam, Nikolaikirche Inneres
Potsdam, Obelisk mit Schloßstraße
Potsdam, Oberpräsidium am Lustgarten
Potsdam, Oberpräsidium
Potsdam, Oberrechnungskammer II
Potsdam, Oberrechnungskammer
Potsdam, Offizierskasino Am Kanal
Potsdam, Platz neben der Garnisionskirche
Potsdam, Portalbau
Potsdam, Predigerhaus der Nikolaikirche
Potsdam, Scharrenstraße 1
Potsdam, Schauspielhaus Detail
Potsdam, Schauspielhaus
Potsdam, Schloßstraße 7 Fassade
Potsdam, Schloßstraße 7
Potsdam, Schloßstraße 12
Potsdam, Schloßstraße
Potsdam, Schwertfegerstraße 1
Potsdam, Schwertfegerstraße mit Schlußpunkt
Potsdam, Siebenarehnhaus
Potsdam, Spornstraße
Potsdam, Stadtschule Mittelbau
Potsdam, Stadtschule
Potsdam, Straßenmündung Brandenburger Straße – Platz am Brandenburger Tor
Potsdam, Straßenmündung Schockstraße – Brandenburgerstraße
Potsdam, Straßenmündung Schockstraße
Potsdam, Treppe im Stadtmuseum
Potsdam, vom Hause Schwertfegerstraße 2
Potsdam, Wachgebäude am Kellertor
Potsdam, Waisenstraße 28
Potsdam, Waisenstraße
Potsdam, Westseite des Bassingplatzes
Potsdam, Wilhelmsplatz 9
Potsdam, Wilhelmsplatz

Siehe auch:

Das schöne Ostpreußen
Alte Stadtansichten der Hansestadt Bremen
Geschichte der deutschen Baukunst in Bild
Deutsche Baukunst des Mittelalters und der Renaissance in Bild
Die freie Stadt Danzig
Alte Stadtansichten Dresden Teil 1, Teil 2 und Teil 3.
Frankfurt am Main
Potsdam
Dresden im Mittelalter
Dresden im 16. JAHRHUNDERT
Dresden im 17. JAHRHUNDERT
Dresden im 18. JAHRHUNDERT
Dresden VON 1830 BIS ZUR GEGENWART
Stadt Leipzig
Alt-München in Bild
Türme und Tore von Flandern bis zum Baltikum
Landschaft, Mensch und Bauwerk im niederdeutschen Raum
Sinn und Bedeutung der Türme und Tore
Vom Wesen und Aufbau des Turmhelms
Einfache Bedachungsformen der Türme
Die vierseitige Pyramide und der Kegel als Turmhelm
Der achtseitige pyramidische Helm und seine Verbindung mit dem Vierkantturm
Schmuckformen der Helmpyramide
Das achtseitige prismatische Bauglied als Träger der Pyramide
Die typischen Formen romanischer Turmhelme
Schrumpfformen des Helmes und das kreuzförmige Satteldach
Türme und Tore von Flandern bis zum Baltikum – Der Einfluß der Renaissance
Türme und Tore von Flandern bis zum Baltikum – Der Einfluß des Barock
Türme und Tore von Flandern bis zum Baltikum – Der Einfluß des Klassizismus
Türme und Tore von Flandern bis zum Baltikum – Einfluß der Gegenwart

Abbildungen Potsdam Stadtansichten

Der in dem deutschen Barock und Rokoko waltende künstlerische Geist hat sich also in den letzten Jahrzehnten des Jahrhunderts zwar gewandelt und gemäßigt, aber nicht erschöpft. Die räumliche und plastische Gestaltungskraft ist allmählich hinter dem Streben nach klarem Ausdruck, nach Ruhe und Einfachheit, nach Natur und Natürlichkeit zurückgetreten.

Erst unserer Generation blieb es Vorbehalten, die künstlerischen Werte zu erkennen, die auch noch in den Schöpfungen des ausgehenden 18. Jahrhunderts liegen. Insbesondere ist der Baukunst unserer Zeit das Zurückgreifen auf die Gestaltungsweise der bürgerlichen und ländlichen Baukunst dieser Epoche zum Segen geworden. Es liegen hier greifbar die letzten Überlieferungen des wahrhaft architektonischen Empfindens beschlossen, das dem 18. Jahrhundert eigentümlich war.

Allerdings treten bereits am Ausgang des Rokoko Anzeichen auf, die die Auflösung des Stilgefühls vorausverkünden. Einer der schwerwiegendsten Vorwürfe, womit die Spätzeit des Jahrhunderts in Bausch und Bogen abgetan wurde, ist „die Nachahmung der Antike“. Winckelmann soll durch seine Schriften diese Nachahmung seit den sechziger Jahren herbeigeführt haben. Daß der Einfluß Winckelmanns — der beiläufig bemerkt in seinen ästhetischen Anschauungen in seiner Zeit, im ausgehenden Rokoko wurzelt, — erheblich oder gar entscheidend das praktische Schaffen in andere Bahnen geleitet haben soll, ist nur Theorie. Die Künstler haben damals immer noch nur von Künstlern in den Werkstätten, und auf den Bauplätzen gelernt. Es sind eigentlich nur die Künstler zweiten Grades, Akademiedirektoren wie Oeser, Goethes Lehrer in Leipzig, und Hagedorn in Dresden, ferner die ästhetischen Schriftsteller wie Lessing, Sulzer, Kant, Herder und späterhin Goethe und sein Kreis, die Archäologen Hirt, Moritz und Bötticher, die die Winckelmannschen Forderungen von der „Nachahmung der Antike“ aufnehmen. Was haben die besten Werke Schadows, etwa sein Ziethen und der Alte Dessauer, die herrlichen Säle des Langhans, eine Dorfsiedlung, ein Landhaus, eine Kaserne und Fabrik von David Gilly (Schlußvignette) mit der Nachahmung der Antike zu tun? Man bedenke nur, daß die Kunst seit der Renaissance doch immer bestrebt gewesen ist, der Antike gleichzukommen. So fordert auch der Barock, wie Berninis Worte und Schlüters Anschaffungen von Gipsen schon beweisen, daß der Künstler neben der Natur die Antike zum Ausgangspunkt nehmen soll. Sogar an Permosers Werken rühmen die Zeitgenossen die antike Form! In der Zeit des Rokoko haben Glume und Nahl in ihren Ringer- und Rossebändigergruppen der Antike nacheifern wollen. Und käme es auf das äußere Kostüm an, dann wären die als antike Heroen frisierten Fürstenbilder des Barock und Rokoko antiker, als die Feldherrnstatuen in der Zeittracht aus der klassizistischen Epoche! Nein, darauf kommt es nicht an. Sondern das ist der Kern der Frage: welcher Art das Verhältnis zur Antike ist. Hat die gestaltende Bildnerkraft die Anregung der Antike im Feuer der eigenen Empfindung zu neuen Bildungen umgeschaffen? Die Beurteilung eines Kunstwerks hat nur nach dem Maß des in ihm verkörperten räumlichen, plastischen oder malerischen Könnens zu fragen. Und diese vorurteilslose Betrachtung verlangen auch die Schöpfungen des Klassizismus in Deutschland. Nur dort, wo die Forderung einer wissenschaftlichen Nachahmung der Antike erhoben und in die Praxis umgesetzt wurde, wie unter dem Einfluß der oben genannten Dilettanten und Theoretiker: da liegen die Keime zur Untergrabung der künstlerischen Schaffensweise. Diese Richtung kommt bezeichnenderweise zuerst mit den Nachbildungen römischer und griechischer Tempelgebäude in den malerisch umgestalteten Parks der siebziger Jahre auf.

Das archäologische und geschichtliche Interesse verquickt sich mit dem romantisch sentimentalen, um neben den Werken „edler Einfalt und stiller Größe“ die „der tapferen und ritterlichen Heldenvorzeit“, die im gotischen Stile zu stellen. Empfindungen römischer Bürgergröße und vergeistigte, ins Unbegrenzte schweifende Raumvorstellungen treten am Ausgang des Jahrhunderts hinzu, durch Gedanken der französischen Revolutionsarchitekten genährt, um selbst die Künstler aus dem alten Gleise zu bringen. Die pathetischen Denkmalsentwürfe von Friedrich Gilly (Abb. 209), von Gentz, Louis Catel, Weinbrenner und dem jungen Klenze und Schinkel sind dafür Beweise 25). Man greift auf den schweren, ungegliederten frühdorischen Stil zurück, um die äußerste Größe und Majestät auszudrücken. Das Unsicherwerden des architektonischen Instinktes äußert sich in der Loslösung von der maßstäblichen Gesetzlichkeit, die der Grundzug des baukünstlerischen Schaffens im 18. Jahrhundert gewesen war. Man verwirft die Säulenordnungen des Vignola und öffnet der Willkür in den Verhältnissen Tor und Tür. Überaus kennzeichnend sind für diese Strömung die Worte des jungen Dury, die er aus Rom an seinen alten Vater, den Erbauer des Schlosses Wilhelmshöhe, richtet: „Die jungen deutschen Künstler gehen so weit, daß sie alle Säulenordnungen und Verhältnisse verwerfen. Sie machen die Säulen und Gebälke so hoch als ihnen gefällt und als sie glauben, daß es dienlich und schön ist. Die Regeln sind ihnen verhaßt.“ Wie auf das architektonische und plastische, so wirkte auch auf das malerische Gestaltungsvermögen die gedankliche historische, sentimentale und archäologische Richtung um die Jahrhundertwende abschwächend ein. Der malerische Auftrag wird trockener, und endlich gilt die Kartonzeichnung nach Antiken, nach Raffael und Michelangelo, die Carstens und etwa der Weimarer Künstlerkreis gepflegt haben, mehr als ein frisch gemaltes Bildnis.

Inzwischen waren die äußeren und inneren Verhältnisse des Jahrhunderts überhaupt ins Wanken geraten. Im Jahre 1790 vereinigte die Kaiserkrönung Leopolds II. nochmals in Frankfurt die weltlichen und geistlichen Fürsten und Stände des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, indessen in Frankreich die Revolution auf dem Marsche war. Noch einmal entwickelte sich im Römer und im Dom der alte Glanz. An den Dekorationen wirkten beiläufig Mangin und Goethes späterer Freund und Weimarer Oberbaudirektor Coudray mit. Kläglich endete der Versuch des Kaisers, Friedrich Wilhelms II. und des Reiches, den französischen König zu retten. Sie zogen die französischen Revolutionsheere hinter sich her und mußten ihnen das linke Rheinufer überlassen. Die geistlichen Kurfürsten flohen aus ihren Residenzen. An der Schwelle des neuen Jahrhunderts wurde durch den Reichsdeputationshauptschluß den geistlichen Fürstentümern und Ständen in Deutschland ein Ende gemacht. Bald darauf stürzte das tausendjährige Reich und mit ihm Preußen unter den Schlägen Napoleons zusammen. Damit gingen zum großen Teil die Vorrechte der Fürsten, der Kirche und des Adels verloren. Das Bürgertum gewann wie schon früher im geistigen so im politischen und wirtschaftlichen Leben eine ausschlaggebende Stellung. Die Städteverfassungen und die Aufhebung der Leibeigenschaft der Bauern bezeichnen die Umwälzung des Staatskörpers den Verhältnissen der neuen Zeit gemäß.

Auch das kirchliche Empfinden, das die Barock- und Rokokokunst mit emporgetragen hatte, war zugleich mit den künstlerischen Gefühlsmächten zurückgetreten. Auf die fast schwärmerische, zuweilen sogar süßliche Religiosität des spätesten Rokoko — auf der protestantischen Seite rechnet dahin zum Teil auch Klopstocks Dichtung —, folgte mit dem Klassizismus eine Abkühlung. Die Aufhebung des Jesuitenordens, dieses Bannerträgers der katholischen Bewegung, im Jahre 1773, ist ein denkwürdiges Ereignis. Es erlischt die emsige Tätigkeit der Orden und Universitäten auf dem Gebiete der liturgischen und apologetischen Forschung. Die Aufklärung findet Eingang in den geistlichen Gebieten, selbst an den Höfen der Kurfürsten Friedrich Karl von Erthal in Mainz, Prinz Maximilian Friedrich von Köln und Clemens Wenzeslaus von Trier, die in dem Emser Kongreß 1786 die Rechte des Papstes in Deutschland zu beschränken suchten. In dem Koadjutor von Mainz, Karl von Dalberg, fanden Wieland und Förster einen Gönner. Eine neue Art von Frömmigkeit erwuchs erst wieder an der Wende zum neuen Jahrhundert in der erblühenden Romantik.

Eine Forderung ist es vor allem, die den Gegensatz der neuen (romantischen) Ästhetik dem 18. Jahrhundert gegenüber bestimmt: das Schöne sei zugleich das Gute. Diese von Herder geförderte und von Schiller in seinen ästhetischen Schriften umfassend begründete Anschauung vom Wesen der Kunst als eines moralischen Erziehungsmittels bezeichnet zusammen mit den oben genannten Erscheinungen die Auflösung des künstlerischen Stilempfindens des Jahrhunderts.

Am Ausgang des Jahrhunderts waren die Industrie, der Kohlen- und Erzbergbau, die Eisengießerei und das Maschinenwesen, besonders in Schlesien und im Ruhrgebiet, sowie die Textilfabrikation am Rhein und in Obersachsen mächtig emporgekommen. Das technische und naturwissenschaftliche Denken bemächtigte sich der in die Zukunft weisenden geistigen Mächte. Auch dadurch mußte dem freiwaltenden künstlerischen Schaffensgeist Ein-trag geschehen. Neue gewaltige Aufgaben eröffneten sich dem menschlichen Betätigungsdrang. Die aristokratischen Ideale verloren ihren Inhalt. Die arbeitenden bürgerlichen Schichten und am fernen Horizont die unteren Stände forderten ihre Gleichstellung mit den so lange herrschend gewesenen Klassen. Die wirtschaftlichen Kämpfe bereiten sich vor, in denen wir heute mitten drin stehen. Ein neues Zeitalter zieht herauf.

So trafen auf der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert zahlreiche äußere und innere Umstände zusammen, die eine gänzliche Umformung im Seelenleben der deutschen —wie überhaupt der Kulturmenschheit zur Folge haben mußten. Der Umschwung kommt auch in der tiefgreifenden Wandlung der Kunstauffassung zutage, die sich mit dem Eintritt in das 19. Jahrhundert vollzieht und dieses alsbald in wachsenden Gegensatz zu dem 18. Jahrhundert brachte.

Aus dem Buch: Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland (1922), Author: Schmitz, Hermann.

Siehe auch:
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – Einleitung
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – ÜBERBLICK ÜBER DIE KUNST DES JAHRHUNDERTS DIE STILEPOCHEN: BAROCK, ROKOKO U. FRÜHKLASSIZISMUS
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – POLITISCHER UND SOZIALER ZUSTAND DEUTSCHLANDS IM ZEITALTER DES BAROCK
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE GEISTESBILDUNG IM DEUTSCHEN BAROCK
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE GROSSEN FESTE
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE STELLUNG DER BAUKUNST IM 18. JAHRHUNDERT
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE BAUMEISTER, DIE BAUHERREN UND DER BAUBETRIEB. STADTBAUKUNST
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DAS GEISTIGE WESEN DES KATHOLIZISMUS IM DEUTSCHEN BAROCK UND ROKOKO
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DER KATHOLISCHE KIRCHENBAU DES BAROCK
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DER KATHOLISCHE KIRCHENBAU DES ROKOKO
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DER PROTESTANTISMUS DES 18. JAHRHUNDERTS
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DER PROTESTANTISCHE KIRCHENBAU
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE WELTLICHE ARCHITEKTUR DES BAROCK DIE SCHLÖSSER, ABTEIEN, BÜRGERHÄUSER USW.
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE SCHLOSS- UND HAUSARCHITEKTUR IM ROKOKOZEITALTER
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE DECKENMALEREI
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – INNENAUSSTATTUNG DER SCHLÖSSER DAS ORNAMENT DES BAROCK UND ROKOKO
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE MÖBEL DES BAROCK UND ROKOKO
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE BILDHAUERKUNST DES BAROCK
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE BILDHAUERKUNST DES ROKOKO
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE ÖLMALEREI
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – SCHMIEDEKUNST UND WAFFEN
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – GOLD UND SILBER
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DAS PORZELLAN
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE FAYENCE
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE GESCHNITTENEN GLÄSER
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE KUNST DES THEATERS
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE GARTENKUNST
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DER GEIST DES DEUTSCHEN ROKOKO
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DER UMSCHWUNG ZUM FRÜHKLASSIZISMUS IN DER BAUKUNST
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DIE WANDLUNG IN DEN ÜBRIGEN KÜNSTEN
Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland – DAS GEISTIGE LEBEN UND DIE DICHTUNG IM LETZTEN DRITTEL DES JAHRHUNDERTS

Kunst und Kultur des 18. Jahrhunderts in Deutschland