Nicht nur bei den Schwerttänzen trugen die Handwerker Waffen. Auf der Straße, während der Wanderschaft und besonders beim Fest trugen Meister und Gesellen den Degen an der Seite. Fast bei jedem Festumzug werden Waffen getragen, viele Umzüge haben militärische Formen. In jüngerer Zeit, als die Handwerker das alte Recht des Degenführens schon eingebüßt hatten, lebte in dem Waffenschmuck vieler Feste noch eine Erinnerung an das alte Recht des freien Mannes weiter.

Oft geht aus den Berichten hervor, daß die Umzüge mit militärischen Musterungen zusammenfielen, womit z. B. auch die Schießwettkämpfe in Zusammenhang stehen. Dalmer schildert aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts einen Pfingstumzug verschiedener Zerbster Zünfte, bei dem vor dem Schloß ein Fahnenschwenken veranstaltet wurde, die Gewehre losgeschossen wurden und ein dreimaliges »Lärmlaufen« oder »Laufen nach Kriegsart« stattfand. Mit dem Fest war ein Innungsschießen verbunden.

Siehe auch:
Germanengut im Zunftbrauch
Germanengut: das Zunftbrauchtum
Germanengut: die Zunftfeste
Germanengut: die Zunftfeste – Masken und Narren
Germanengut: die Zunftfeste – Opferbräuche
Germanengut: die Zunftfeste – Heischegänge
Germanengut: die Zunftfeste – Kämpfe und Spiele

Germanengut im Zunftbrauch