Schlagwort: Deutsches Reich

„An die Gewehre noch einmal im Feld; noch einmal zu Hause heraus mit dem Geld!“ — „Deutsche draußen und drinnen, helft das Ende gewinnen.“ — „Durch Gold und Schwert zu Sieg und Herd.“ — „Wir schlagen sie; helft uns!“ — „Ich wage mein Leben, gib Du dein Geld; so werden wir siegen!“ — „Unser Glaube der Sieg, der die Welt überwindet; unsere Treue die Kraft, die den Sieg an unsbindet!“ — „Geld wird Tat!“ — „Helft Alle mit, dann haben wir gewonnen! “ — „Keine Hand darf fehlen, die Saat will reifen!“

Ende Dezember 1917 erließ das Kriegspresseamt (Berlin) ein Preisausschreiben, um für die bevorstehende achte Kriegsanleihe Entwürfe zu einem Plakat zu gewinnen. Zugelassen zudiesem Ausschreiben waren ausschließlich Angehörige des deutschen Heeres.

Dieser Wettbewerb fand eine ungeahnt zahlreiche Beteiligung : von der Front und aus Ersatztruppenteilen, aus der Etappe und Heimat, aus Lazaretten und Genesungsheimen gingen über 1900 Entwürfe ein, die des Spruches harrten. In Hinblick auf die zahlreichen und mannigfaltigen Schwierigkeiten, welche die Teilnehmer an dem Ausschreiben in jedem Sinne zu überwinden hatten, hatte man darauf verzichtet, Vorschriften und Bestimmungen über Format und Ausführung der Entwürfe zu erlassen. So war der Phantasie und den technischen Herstellungsmöglichkeiten der weiteste Spielraum gegeben: jedes Format und jedes, oft recht primitive, Material wurde verwendet! Pack- und Schreibpapier dienten als materielle Basis des Gedankens; Ölfarbe, Bunt- und Schwarzstift, ja sogar in einem Falle Ofenlack gaben ihm Form und Gestalt.

So wurde jede Art malerischer wie zeichnerischer Technik in den Dienst einer Aufgabe gestellt, die, wie die zahlreiche Beteiligung am Ausschreiben bezeugt, auf das Interesse und die Anteilnahme weiter Kreise gestoßen war. Und solche Mannigfaltigkeit trat auch in der Verpackung gar vieler Entwürfe zu Tage; zu Konservenbüchsen und Ofenrohrfragmenten hatte mancher gegriffen, um sein Werk an den Ort der Bestimmung gelangen zu lassen! In allen Farbenstufen und in Schwarz-Weißmanier trat manch’ neuer Gedanke ans Licht, unterstützt durch ein zündendes Wort, das von Vaterlandsliebe und Zuversicht kündet und das die mahnende und werbende Wirkung der bildlichen Darstellung gut unterstützt.

Gerade die Blätter, die aus ungeschultem Können stammen, zu deren Ausführung die des Griffels und Stiftes lange entwöhnte Hand wieder zum friedlichen Werkzeuge griff, bieten nach Form und Inhalt das weiteste Interesse; das Denken und Fühlen des Mannes, der seit Jahr und Tag in mannigfacher Weise im schweren Kampfe für die Heimat steht, hat sichtbare Gestalt angenommen und überträgt sich in fast unstillbarer Mitteilsamkeit auf die Heimat. Ein starkes Zielbewußtsein ist der Geist, der da draußen, wo diese Entwürfe entstehen, herrscht; er drückt sich in Bild und Unterschrift immer wieder, in allen Abwandlungen des gleichen Gedankens aus.

Übergroß ist der Reichtum der Gesichte, der gestaltet worden ist; Kriegswerkzeuge wie Scherenfernrohr und Tank, Geschütz und Flugzeug werden realistischoderstilisiert verwendet; das Schwert mit dem Lorbeerzweig, der Helm, der den Goldsegen in sich aufnimmt, der Friedensengel groß und klein sind etliche Symbole, die zur Verwendunggelangen; Typen des Volksheeres, der Feinde und der heimatlichen Gefilde in scharfer Profilierung wie in lebendigster Anschauung kommen zur Darstellung. Ein außerordentlicher Reichtum an Phantasie und Gedankenarbeit ist aufgeboten, um den notwendigen Zielen und Zwecken des Ausschreibens gerecht zu werden.

Von den Schlagworten, zu welchen die Unterschriften der Entwürfe sich oft geformt haben, hier nur einige wenige: „An die Gewehre noch einmal im Feld; noch einmal zu Hause heraus mit dem Geld!“ — „Deutsche draußen und drinnen, helft das Ende gewinnen.“ — „Durch Gold und Schwert zu Sieg und Herd.“ — „Wir schlagen sie; helft uns!“ — „Ich wage mein Leben, gib Du dein Geld; so werden wir siegen!“ — „Unser Glaube der Sieg, der die Welt überwindet; unsere Treue die Kraft, die den Sieg an unsbindet!“ — „Geld wird Tat!“ — „Helft Alle mit, dann haben wir gewonnen! “ — „Keine Hand darf fehlen, die Saat will reifen!“

Von der Fülle des Reichtums an künstlerischen Gedanken, die dieses Ausschreiben zur Tat werden ließ, kann hier naturgemäß nur ein geringster Ausschnitt wieder gegeben werden; eine Ausstellung der Entwürfe, die in Berlin in den Räumen der alten Sezession stattfindet, gibt eine Übersicht über all das Geleistete, dessen bester Ruhmestitel es ist, daß die Gleichmäßigkeit des Inhaltes durch die Vielseitigkeit der Darstellung restlos überwunden worden ist. Es war auch an dieser Stätte hier notwendig, auf Grundgedanken und Resultate des Ausschreibens hinzuweisen………. p. a. mkrbach.

Siehe auch:Das Baltikum
Das Balten-Gebet
Baltikum-Die ersten Freikorps
Litauen war ehemals mächtige europäische Großmacht
Baltikum-11. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Das Baltikum wird zerstückelt
Das Ende Alt-Livlands
Rußlands Dauerprobleme mit seinen Ostseeprovinzen
Der Untergang des Deutschen Ritterordens
Und immer wieder russische Grausamkeiten
Das Baltikum zwischen Bolschewisten und Zaristen
Der Erste Weltkrieg im Baltikum
Deutsche Truppen im Baltikum-Abwehrkämpfe gegen die Roten
Baltikum-Die Landeswehr
Das Baltenregiment
Das Baltikum und seine wechselnden Staatsformen
Baltikum-Das Ende der deutschen Dominanz

2. Reich

Deutsche Gedenkhalle Deutsche Geschichte Kunstdrucke

Die Feier des 25 jährigen Erinnerungstag der Neubegründung des deutschen Reiches findet unter Entfaltung großer Pracht im Weißen Saale des königlichen Schlosses in Berlin statt. Kaiser Wilhelm II. erscheint in Garde du Corps-Uniform, das Haupt mit dem Adlerhelm bedeckt, vom roten Samtmantel umwallt. Nach Beendigung seiner dem Gedächtnisse des großen Tages gewidmeten Thronrede ergreift der Kaiser begeistert die Fahne des ersten Garderegiments zu Fuß, senkt sie vor der Versammlung und spricht mit erhobener Stimme:
„Angesichts dieses erwürdigen Feldzeichen, welches eine fast zweihundertjährige ruhmbedeckte Geschichte bezeugt, erneuere Ich das Gelübde: Für des Volkes und des Reiches Ehre einzustehen, sowohl nach Innen als nach außen, Ein Reich, Ein Volk, Ein Gott.“

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal
Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen
Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich.
Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach.
Martin Luther, der Reformator.
Volkskämpfe im Schatten der Reformation.
Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst.
Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas.
Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648).
Randstaaten werden Weltmächte.
Ein neues Deutschland ersteht.
Um die Herrschaft über Europa und die Welt.
Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes.
Das deutsche Volk will die Einheit.
Bismarck errichtet das neue Reich.
Das Reich unter Kaiser Wilhelm II.
Im Weltkrieg unbesiegt.
Die Schmach von Versailles und die Republik

Deutsche Gedenkhalle Deutsche Geschichte Kunstdrucke

Zum Jahrestag der Flaggenhissung im November 1884.

Fünfundzwanzig Jahre sind in diesen Tagen verflossen, seit Karl Peters mit seinen Freunden durch Hissung der deutschen Flagge in der Landschaft Usagara den ersten Schritt getan hat zur Gründung unserer Kolonie Deutsch-Ostafrika. Diese Flaggenhissung zusammen mit den Verträgen, die er in den folgenden Tagen und Wochen im Namen der »Gesellschaft für deutsche Kolonisation“ mit verschiedenen eingeborenen Häuptlingen abschloss, sollten die formelle Grundlage bieten für die Erwerbung eines grösseren Kolonialgebiets in Ostafrika durch das Deutsche Reich. Diese kühne Tat ist um so höher zu bewerten, als die Schwierigkeiten, die Peters sogar von der heimischen Regierung in den Weg gelegt wurden, jeden andern von dem Versuch zur Ausführung eines solch gefährlichen Vorhabens abgeschreckt hätten. Wurde ihm doch bei seinem Eintreffen in Zanzibar im Auftrag des Auswärtigen Amts in Berlin von dem deutschen Konsul eröffnet, dass die deutsche Regierung jede Stützung des Petersschen Unternehmens ablehne. Es sei — hiess es in jenem Schreiben des Auswärtigen Amts — der Regierung zu Ohren gekommen, dass ein gewisser Dr. Peters sich nach Zanzibar begeben habe, um im Gebiet Sr Hoheit des Sultans von Zanzibar eine deutsche Kolonie zu gründen. Falls der „pp. Peters“ wirklich in Zanzibar eintreffen sollte, so wolle der deutsche Konsul ihm eröffnen, dass er dort Anspruch weder auf Reichsschutz für eine Kolonie, noch auch Garantie für sein eigenes Leben habe. Gehe er dennoch mit seinem Plan vor, so geschehe dies lediglich auf seine eigene Gefahr und Verantwortung.

Kolonie und Heimat