Schlagwort: deutsches Wesen

Wenn Deutsch-Südwestafrika wirklich ein deutsches Land werden soll, so muss in ihm die deutsche Frau möglichst bald in gleicher Weise eine Stätte finden wie der Mann. Wir hier in der Heimat als die glücklich Besitzenden werden uns dessen meist gar nicht bewusst, wie sehr zum echten Typ des Deutschtums die deutsche Frau gehört; erst dort, wo sie fehlt, erkennt man dies deutlich an dem, was dann fehlt. In der Priesterin des häuslichen Herdes fehlt der Grund-und Eckpfeiler des Familienlebens. Ohne Familienleben aber gibt es für den Deutschen da draussen auf die Dauer kein wahres Heim, und wo dem Deutschen das Heim fehlt, da ist nicht seine Heimat. Südwest soll und muss aber von den Deutschen, die dort wirken und leben, als ihr neues Heimatland betrachtet werden, wenn anders es ein deutsches Land werden und bleiben soll. Südwest ist jetzt völkisch und kulturell betrachtet in seiner Gesamtheit noch kein deutsches Land. Der ganze Süden des Schutzgebietes trägt mehr burisch-britischen als deutschen Charakter, und im ganzen Lande ist das Deutschtum noch nicht seinem vollen Inhalte nach gefestigt. Man hört sehr oft den Satz, dass fern von der Heimat das Deutschtum besonders hell und klar erstrahle. Der Satz klingt sehr schön, aber er trifft in dieser Allgemeinheit nicht zu. Die deutsche Natur ist an sich schon sehr aufnahmefähig für Fremdkörper; deshalb dringen Fremdes und Fremdartiges in der Ferne sehr leicht und sehr nachhaltig in deutsches Wesen ein. Hier wird in Südwest noch viel gesündigt. Selbst die, denen die beste Bildung als Schutz ihres deutschen Wesens zur Seite steht, sie vergehen sich doch fast ausnahmslos beim Gebrauch ihrer Muttersprache, die sie mit allen möglichen und unmöglichen Brocken aus der Sprache der sonst doch keineswegs gleichwertig erachteten Hottentotten und Hereros und der Buren verunzieren. Es ist schmerzlich und peinlich zugleich, eine so verschimpfte Muttersprache mit anhören und bemerken zu müssen, dass das Würdelose eines solchen Gebarens selbst von den Gebildeten noch nicht allgemein empfunden wird. Hier mag die deutsche Frau, hier mag die Mutter der Muttersprache wieder zu der stolzen Stellung verhelfen, die ihr gebührt, und ohne die das ferne Land kein deutsches Heimatland wird. Wir brauchen in Südwest jedoch die deutsche Frau nicht allein zur Schaffung und Aufrechterhaltungdeutschen Heimatbegriffes und des deutschen Heimatgefühles, wir brauchen sie bitter notwendig auch zur Festigung des Rassebewusstseins. Die Hunderte von Kindern aus Gemeinschaften von Farbigen und Weissen, die man überall im Lande antrifft, sind eine namenlos traurige Erscheinung. Jedes einzelne dieser unglücklichen Geschöpfe ist ein Sinnbild des Niederganges und der Entartung einer Rasse. Für solche Kennszeichen der Rasseentartung aber ist kein Platz im Bilde von Südwest, und unsre einzige Siedelungskolonie kann keinen Raum haben für eine Mischlingsbevölkerung. Hier helfen freilich nicht schöne Theorien, nicht doktrinäre Erörterungen, nicht moralisierende Ermahnungen und Traktate, hier hilft allein die Anwesenheit und das Wirken und Walten einer genügend grossen Anzahl deutscher Frauen und Mädchen.

Kolonie und Heimat

Der Kampf um deutsche Kultur in Amerika.

Das Gedächtnis an die große Pfälzerwanderung im Jahre 1710, das wir in diesen Tagen feiern, der eigentliche Anfang unserer Geschichte in diesem Lande, weckt mit dem sinnenden Rückblick in die Vergangenheit und der freudigen Umschau in die Gegenwart auch Gedanken der Zukunft.

So mischen sich ja auch an den Festtagen unseres eigenen Lebens Gefühle der Erinnerung an vergangene Tage mit Vorsätzen und Entschlüssen fürs kommende Leben. Und aus dieser Stimmung heraus gebiert sich im Gemüte gesunder Menschen und Völker eine Selbsterneuerung und Erhöhung des eigensten Lebens, die die Quelle alles wahren Fortschritts ist. Dürfen wir heute von einer Erneuerung deutsch-amerikanischen Lebens reden? Gibt es überhaupt ein deutsch-amerikanisches Volkstum?

Der Kampf um deutsche Kultur in Amerika