Im Zuge der Eindeutschung der ostelbischen Gebiete kommt der Staatengründung des Deutschen Ritterordens besondere Bedeutung zu. Außerhalb des Reichsgebietes, aber auf urgermanischem Siedlungsboden östlich der Weichsel, errang der Deutsch“ Ordensstaat im Verein mit der Hanse dem Deutschtum die ihm zukommende Machtstellung an der Ostsee durch die Schaffung eines neuen deutschen Kraftfeldes zwischen Weichsel und Memel. Dieses altpreußische Gebiet ist dann mit den kurbrandenburgi-sdhen Landen verbunden zum Grundstock eines größeren Preußens deutscher Sendung geworden. In diesen Rahmen großdeutscher Entwicklung aber ist die Geschichte Königsbergs verwoben.

Deutsch-Ordensburg Königsberg. Als Kaiser Friedrich II. von Stauffen das Machtstreben des Reiches nach Süden richtete, rief Hermann von Salza, der Hochmeister des Ordens der Brüder des deutschen Marienhospitals zu Jerusalem, die Deutschen zur Unterwerfung der heidnischen Preußen. Im Jahre 1230 begann der Kampf. 1255 wurde auf einem Kreuzzuge in das Samland am Pregel eine Preußenfeste erobert. Im Schnittpunkte alter Handelswege nach Litauen und zum Bernsteinstrande gelegen, wurde sie zur Anlage einer Ordensburg bestimmt. Die Teilnahme des Böhmenkönigs hatte diesem Kriegszuge besonderen Glanz verliehen. Dem Könige zu Ehren nannte der Orden die neue Feste daher Königsberg.

Angelockt durch die günstige Lage der Burg strömten bald Siedler herbei, die sich längs des heutigen Steindammes ansetzten. Doch erlag diese Gründung bald dem Sturm der Preußen. Die Altstadt wurde daher am Pregelufer zu Füßen des Schlosses neu angelegt, wo sie sich rasch entwickelte. Die Aufgabe der neuen Burg als Bollwerk des Deutschtums im Osten ward als höchste Bestimmung auch über das gescbichtlidie Werden des jungen Gemeinwesens gesetzt. Seine Fortentwicklung aber verflocht sich eng mit dem Schicksal des Deutschordens.

Aus seiner kolonisatorischen Tätigkeit in Ungarn verdrängt, wandte der Orden seine ganze Kraft dem eroberten Lande am Baltischen Meere zu. Der Hochmeister verlegte 1309 seinen Sitz von Venedig nach der Marienburg. Königsberg aber wurde 1312 Sitz des Marschalls. Es war damit Hauptwaffenplatz für zahlreiche Kriegsfahrten geworden, die der Orden gegen seine Nachbarn ausführen mußte. Diese Unternehmungen waren zur Blütezeit des Rittertums in ganz Europa bekannt. Die abendländische Ritterschaft beteiligte sich gern an ihnen. 1340 war die Altstadt Königsberg schon ein geachtetes Mitglied der Hanse. Aber auch der Orden konzentrierte hier seine staatliche Wirtschaft. Die Erhebung der Burg zum bedeutenden Verwaltungszentrum hemmte die Machtentwicklung der städtischen Siedlung. Außer der 1286 mit Stadtrecht beliehenen Altstadt erhielten 1300 auch Löbenicht und 1327 Kneiphof vom Orden eigene Stadtrechte. Auch diese Kernstädte Königsbergs blieben in ihrer Ausdehnung beschränkt, und um sie erstand ein Kranz neuer Gemeinwesen im Bannkreise der Burg. Noch heute kennzeichnet diese Vielgestalt die Anlage des Stadtkerns.

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Stadtansichten

Zankapfel und Brücke zwischen Deutschen und Litauern

Die Memel -Problemantik zeigt, wie nah Deutschland historisch und geographisch Litauen ist. In den Jahrzehnten des Eisernen Vorhanges haben wir Deutschen nicht nur verlernt, auf einer stummen Karte ohne längeres Nachenkcn die baltischen Staaten einzuordnen, sondern wir haben zugleich alte deutsche Kulturlandschaften und Städte aus unserem Gedächtnis getilgt, die uns einst mit dem Baltikum eng verbanden. Memel gehört dazu. Nationalistische Literatur,die an die alte imperiale Tradition anknüpfen wollte, forderten nach dem Ersten Weltkrieg nicht nur das Memelland, sondern auch das nördliche Ostpreußen bis dicht an die Hauptstadt Königsberg. Mindestens aber der äußerste Norden der Provinz jenseits der Memel sollte angegliedert werden. Das verlangten auch pragmatischere Naturen – denn die Stadt Memel mit ihrem Hafen bot dem nahezu küstenlosen Litauen einen idealen Zugang zur Ostsee. Historische Ansprüche konnte Litauen weder auf Nord-Ostpreußen noch auf das Memelland anmelden. Zwar gab es vor allem im nordostpreußischen Gumbinnen zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen beträchtlichen litauischen Bevölkerungsanteil, der sich aus Zuwanderern nach der Pest itn 18. Jahrhundert rekrutierte. Später aber sank der litauische Anteil wieder. Betrug er 1858 noch 8,7 Prozent der Gesamtbevölkerung Ostpreußens, waren es 1910 nur noch 4,4 Prozent.

Im Memelgebiet hatten ursprünglich nicht Litauer, sondern lettische Kuren gesiedelt. Die Stadt Memel, 1252 von Livländischen Schwertbrüderorden gegründet und somit drei Jahre älter als Königsberg, gehörte mitsamt den umliegenden Gebieten über 700 Jahre zum Ordensstaat und späteren Herzogtum Preußen. Anders als im übrigen nördlichen Ostpreußen lebte im Memelland eine starke litauische Volksgruppe, die dort seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts seßhaft geworden war.

Die Volkszählung von 1910, die letzte vor dem Krieg, ergab ein sehr ausgewogenes Verhältnis (50,7 Prozent mit deutscher und 47,9 Prozent mit litauischer Muttersprache), das durch eine Nachkriegserhebung der Franzosen nahezu exakt bestätigt wurde. Dennoch wäre eine Volksabstimmung höchstwahrscheinlich deutlich gegen Litauen ausgefallen: Ein Großteil der Litauer tendierte zum Deutschtum. Bei einer 1921 vom französischen Gouverneur des Memelgebietes durchgeführten Umfrage unter Eltern litauischer Schüler gaben lediglich 5,5 Prozent an, ihre Kinder sollten Lese- und Schreibuntcrricht in ihrer Muttersprache erhalten, die anderen bevorzugten Deutsch. Entsprechend fielen auch spätere Landtagswahlen aus: 1925,1926 und 1927 erreichten deutsche Parteien 91 bzw. 80,2 bzw. 76,7 Prozent, litauische Parteien dagegen nur 6 bzw. 14,6 bzw. 13,3 Prozent.

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Baltikum

Kräfte und Gegenkräfte.
Technik und Industrie führen zum Zollverein.

Während Deutschland noch immer vergeblich um die staatliche Einheit seines Volkstums rang, vollzog sich in Leben und Wirtschaft überall eine völlige Umwälzung. Schon 1765 hatte der Engländer James Watt die Dampfmaschine erfunden, wenig später folgte der mechanische Webstuhl. 1807 fuhr das erste Dampfschiff, 1816 sah man den ersten Dampfer auf dem Rhein. 1825 setzte Stephenson die erste Lokomotive auf die Schienen. 1835 erbaute man die erste deutsche Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth, die Deutschen Gauß und Weber schufen 1832 den Telegraphen. Damit waren die Grundlagen für das Zeitalter der Maschinen und der Technik gegeben. Fabriken und Bergwerke, Kohlen-, Eisen-, Holz-, Leder-und Porzellanindustrien wuchsen überall empor. England und Nordamerika, die riesige Gebiete ihr eigen nannten, zogen den größten Nutzen daraus. Deutschland konnte dieser Entwicklung nur langsam folgen. Zahlreiche Zollgrenzen zerrissen sein Wirtschaftsgebiet und hemmten Handel und Wandel. Das mußte anders werden!

Neujahrsnacht 1834. An den geschlossenen Schlagbäumen vor den Zollhäusern stehen die Frachtwagen, festlich geschmückt; die Peitschen der Fuhrleute tragen bunte Bänder. Als die Glocken das neue Jahr einläuten, heben sich die Schlagbäume zum letzten Male, um sich nie mehr zu senken.

Fröhlich knallen die Peitschen, die Pferde ziehen an, die Kutscher singen:

„Dein Vaterland ist viel zu klein, das ganze Deutschland soll es sein!“

Und ohne Zoll geht’s weiter.

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Deutsche Geschichte

Um die Führung Deutschlands.

Volk und Reich unter den Habsburgern.
Die Habsburger im Südosten.

Die herrlichen Länder am Mittellauf der Donau, am Oberlauf der Elbe, der Sau und Drau sind seit alters deutsches Land. Schon Marbod hielt in Böhmen vor fast zwei Jahrtausenden die Wacht gegen Rom. Später wurde das Deutschtum in Böhmen vor allem von Kaiser Karl IV. aus dem Hause 1348 Luxemburg in Schutz genommen. 1348 gründete er in Prag die älteste deutsche Universität.

Seit Rudolf von Habsburg bildeten die österreichischen Länder, zu denen später Böhmen und Mähren hinzukamen, den Kern der habsburgisehen Hausmacht. Aus der Reihe der Habsburger ragt Kaiser Maximilian hervor. Er stärkte die deutsche Kultur im Südosten und erhob die Wiener Universität zur bedeutendsten des Reiches. Ihm verdanken wir die Erhaltung des herrlichen Gudrunliedes. Maximilian wollte auch das Reich und das Kaisertum erneuern, aber er scheiterte an der Eifersucht und der Kirchturmspolitik der Kurfürsten.

Auf der Wacht gegen die Türken.
Wien wird gerettet.

Zur Zeit Karls V. drohte von Asien her eine große Gefahr. Diesmal waren es die Türken, die vor Wien rückten, dort aber blutig abgewiesen wurden. Doch blieben Ungarn und Siebenbürgen in ihrer Gewalt. Von hier aus unternahmen sie ihren zweiten, gefährlicheren Vorstoß.

Vom Stephansdom in Wien weht die deutsche Fahne. Graf Rüdiger 1683 von Starhemberg hat sie mit dem Schwur aufgepflanzt, mit ihr zu siegen oder zu fallen. Aber so weit sein Blick über die Felder um Wien schweift, überall Zelte mit dem Halbmond. Ludwig XIV. von Frankreich hat die Türken herbeigerufen, tun! das Reich in die Zange zu nehmen und ganz in seine Gewalt zu bringen. Schon fiel der westliche Eckpfeiler, Straßburg, in seine Hände, nun sollte der Östliche folgen, Wien! Allein mit der Bürgerschaft und einer Besatzung von 12000 Mann steht Graf Rüdiger. Was ist das gegen 200000 Türken, Tataren und andere wilde Völkerschaften Asiens! 60 Tage schon dauert die Belagerung. In höchster Not schickt Graf Rüdiger ein ganzes Bündel Raketen als Hilfeschrei in die Luft. Und über dem Kahlenberge steigt die Antwort auf. Die Befreier sind da! Ein Heer aus allen Teilen Deutschlands, von Elbe. Main und Rhein rückt an. Herzog Karl von Lothringen führt es. Auch andere Völker kämpfen mit. Die Schlacht tobt, das Besatzungsheer bricht aus den Toren. Sieg!

Sieg! gellen die deutschen Hörner. Zerschlagen ist das Türkenheer, wild flutet es zurück. Riesige Beute ward den Siegern. Im Zelte des türkischen Feldherrn findet man die Briefe Ludwigs! Dank dir. wiedergewonnene Ostmark, du hast damals Deutschland gerettet!

Der große Reichsfeldherr Prinz Eugen von Savoyen.

Im Heere des Siegers steht ein junger, 20 jähriger Offizier, Prinz Eugen von Savoyen. Er sollte später den Sieg vollenden. Klein und unscheinbar ist er, aber er will trotzdem Soldat werden. König LudwigXIV. von Frankreich weist den lombardischen Prinzenhöhnisch ab und schafft sich dadurch seinen gefährlichsten Gegner. Die kaiserliche Armee nimmt ihn auf. Er erringt Erfolg auf Erfolg, wird Hauptmann, Oberst, und mit 30 Jahren ist er bereits Reichsfeldherr. Im Feldlager ist sein Platz.

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Deutsche Geschichte