Verzeichnis der 93 Abbildungen unten.

Die Zeiten, in denen griechisch-römische Kultur als höchstes Ideal und als einziges oder doch vornehmstes Bildungsmittel erschien, sind vorüber; die Gegenwart hat es gelernt, auf eignen füßen zu stehen. Wenn wir aber auch von antikem Wesen nicht mehr direkt abhängig sind, so werden wir uns doch hütten müssen, die Beschäftigung mit dem Altertume überhaupt als antiquiert und unnütz zu erklären.

Antike Kunst bietet bietet so viel herrliches und Großes, antike Technik so viel Herrliches und Großes, antike Technik so viel erstaunlich Durchdachtes, antikes Privatleben so viel liebenswürdiges Anheimelndes, daß wir der alten Kultur nie den Rücken wenden dürfen. Wir haben aufgehört, direkt praktisch von Griechen und Römern zu lernen – wenigstens bis zu einem gewissen Grade; wenn wir sie näher kennen lernen, sie zu lieben. Recht wenigen freilich, ist eine solch eingehende Beschäftigung mit dem Altertume möglich; allen denen aber, die der antiken Welt nicht durch eigne Studien nahe stehen, soll hier, soweit es auf engen Raume möglich war, ein Bild jener Kultur gegeben werden, der nicht nur unser deutsches Volk, sondern ganz Europa und die ganze europäische Welt ihre Bildung verdankt.



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Italien – Frankreich – Deutschland – Holland – Jugoslawien – Russland

Gabriel de Grupello – Georg Kolbe – George Petel – Giacomo Manzu – Guido Mazzoni – Ivan Mestrovic – Louis Claude Vassé – Mari S. Andriessen – Michelangelo Buonarroti – Ossip Zadkine

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ALS das Merkzeichen der gotischen Plastik (gegenüber der älteren romanischen Kunst) gilt ihre fröhliche Hingabe an das Leben, ihre feinfühligere Obacht auf Aussen- und Umwelt, von der bescheidensten Pflanze bis zum gerngrossen Sichgehaben der ritterlichen Gesellschaft. Wirklich stellt das immer fortschreitende Studium der Natur die eine Seite ihres Wesens dar. Jenes geht zunächst mehr auf das Allgemeine in Form, Bewegung und Ausdruck; es langt schliesslich an beim Individuellen. Es sucht das Jugendliche, Feine, Liebenswürdige auf, nicht das Androhende, aber es hat auch einen Blick für das Absonderliche; einen lachenden zumeist. Doch darf man sagen, dass die Gotik gerade in der Grimasse am meisten Tiefe habe.

Den Gradmesser für das Naturgefühl gewährt, wie in späteren Jahrhunderten wohl die Landschaft, so hier das begleitende Blätter- und Rankenwerk. Seit etwa 1160 glaubt man es wie ein Zuströmen frischen, jugendlichen Saftes zu spüren; ein feines Verständnis für die Zartheit — die sanftere Welle — im organischen Leben spricht nun aus Kunstformen, die im einzelnen der Natur oft garnicht abgesehen, vielmehr aufgespeicherten Schätzen uralter Ueberlieferungen entnommen sind. Auch hier langt man — wie im Faltenwerk der Gewandung, in den Köpfen der Figuren — nach etwa zwei Menschenaltern bei einer eingehenderen Nachbildung der Naturform an. Ueberraschend ist die Wendung zum Lebensvollen in der Erfindung. An den Laibungen der Portale z. B., die damals wie schon früher mit Kränzen von Statuetten bedeckt sind, war es üblich, den innersten Ring mit Engeln zu schmücken, die den göttlichen Personen auf dem Tympanon adorierend sich zuwenden. Man stellt sie meist einfach übereinander. Am Pariser Hauptportal dagegen (Anfang des 13. Jahrhunderts) schliessen sie sich wie zu einem Reigen zusammen; sie erscheinen hier in Brustbildern, auf den (das Tympanon umrahmenden) Rundstab mit den Händchen sich aufstützend, mit den Aermchen sich legend, wie neugierige Kinder: die nachdenklicher, die dreister, die selig staunend, der Huldigung vergessend über fröhlichem Entzücken. Es ist eine Vermenschlichung eines alten Themas, wie man sie eher der Frührenaissance zumutete.

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Das Museum: eine Anleitung zum Genuss der Werke bildender Kunst