Nach einem Nachtmarsche auf dem Rückzuge nach Tientsin gelangten die 2000 Mann vereinigter Hilfstruppen, bestehend aus Amerikanern, Deutschen, Engländern, Franzosen, Japanern, Italienern, Russen, am Peiho (der Fluß ist im Bilde sichtbar) vor das chinesische Fort Hsiku, am 22. Juni 1900, morgens 2-3 Uhr, und waren genötigt, dies zu nehmen. Die Deutschen marschierten etwa in der Mitte. Sie mögen wohl nach allen Kämpfen und Strapazen noch die beste Truppe gewesen sein, denn Lord Seymour zog sie in diesem Moment wieder an die Spitze. Das Fort Hsiku wurde darauf von den Deutschen vom Peitho aus und von den Engländern von der Landseite aus gestürmt. Lord Seymour hatte als Ältester den Befehl über die ganze Truppe; als solcher komandierte er: „Germans to the front!“

Siehe auch:
Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal
Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen
Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich.
Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach.
Martin Luther, der Reformator.
Volkskämpfe im Schatten der Reformation.
Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst.
Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas.
Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648).
Randstaaten werden Weltmächte.
Ein neues Deutschland ersteht.
Um die Herrschaft über Europa und die Welt.
Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes.
Das deutsche Volk will die Einheit.
Bismarck errichtet das neue Reich.
Das Reich unter Kaiser Wilhelm II.
Im Weltkrieg unbesiegt.
Die Schmach von Versailles und die Republik

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Abbildungen Weltgeschichte

Unter den französischen Graphikern zog nur ein beschränkter Kreis von Künstlern Goethe an. Weniger die Vertreter der großen Pariser Stecherschulen aus der Zeit Ludwigs XIV., deren glänzende Leistungen im Porträt bis ins achtzehnte Jahrhundert vorbildlich blieben, auch nicht so sehr die Illustrationskultur des Dixhuitieme, sondern jene Meister aus dem Anfang des siebzehnten Jahrhunderts, die, zum Teil Maler, in zarten Radierungen ein außerordentliches zeichnerisches Können entfalteten. Es seien vor allem Gallot und Claude Lorrain genannt; aber noch einer großen Reihe von anderen Künstlernamen aus diesem Kreise begegnen wir im Katalog der Goetheschen Kupferstichsammlung, in Tagebüchern, Briefen und in Gesprächen. Mit welchem Geschick Goethe die Blätter dieser Meister, wahre graphische Pretiosen, gesammelt hat, wird noch unten bei dem Versuch über den Sammler Goethe im Zusammenhang zu berichten sein.

Claude Lorrain mochte ihm schon als einer der bedeutendsten Landschafter wichtig sein; in Rom erhielt er die kostbaren Originalradierungen des Meisters zum Geschenk.

,,Rat Reifenstein hat mir neulich ein Geschenk gemacht, das wertheste Gastgeschenk, das er mir zum Abschied hätte geben können: Originalradferungen von Claude Lorrain. Sie sind unschätzbar wie alles von seiner Hand“ (An Herzog Carl August, Rom, 18. März 1788).

Sehr oft und mit wahrer Begeisterung wurden diese Blätter, sowie Stiche anderer Meister nach Claudes Landschaften betrachtet, wie uns besonders Eckermann berichtet. Im Gespräch vom 13. April 1829 vernehmen wir auch eine feine historische Charakteristik Claudes, bei dem ,,sich die Natur und Kunst auf der höchsten Stufe und im schönsten Bunde findet“. Goethe empfahl übrigens das Studium des Meisters angelegentlich jungen Künstlern wie z. B. Friedrich Preller.

Von dem knappen skizzenartigen Vortrag der französischen Graphiker vom Anfang des siebzehnten Jahrhunderts mußte Goethe besonders angezogen werden. Lippmann sagt von ihnen: „sie beschränken sich auf die einfachsten Ausdrucksmittel und geben ihren Blättern selten eine malerische Haltung  Goethe selbst hat bestätigt, daß er gerade deshalb diese Künstler so hoch schätze, weil ihre Nadel ,,alles leistet was sie will und nur will, was zum Zweck dient“. In dem Nachtrag „Antik und Modern“ zu „Philostrats Gemälden“ (1820) findet sich eine Beschreibung der Radierungsfolge „Flucht nach Aegypten“ von Sebastien Bourdon. Die Stilcharakteristik dieses Künstlers lautet: „Durchdringendes vollständiges Denken, geistreiches Leben. Auffassen des Unentbehrlichsten, Beseitigung alles Überflüssigen, glücklich flüchtige Behandlung im Ausführen. Mehr bedarf es nicht. Denn wir finden hier so gut als irgendwo die Höhe der Kunst erreicht. Der Parnaß ist ein Montserrat, der viele Ansiedelungen in mancherlei Etagen erlaubt; ein jeder gehe hin, versuche sich und er wird eine Stätte finden, es sei auf Gipfeln oder in Winkeln.“

Schließlich fesselte Goethe die besondere satirische Begabung der französischen Kunst. In dem Reisetagebuch über den Frankfurter Aufenthalt von 1797 hat man eine Reihe von Bemerkungen zu französischen satirischen Kupfern gefunden; sie sollten wohl zu einem Aufsatz für die Propyläen dienen. Begreiflicherweise handeln diese z. T. schlagend charakterisierenden Notizen fast durchweg von dem Gegenständlichen, lassen aber den rein künstlerischen Wert nie aus dem Auge.

Text aus dem Buch: Goethe und die graphischen Künste (1913), Author: Brandt, Hermann.

Goethe und die graphischen Künste – Vorwort und Einleitung
Goethe und die graphischen Künste – Die Grundlagen der Urteile
Goethe und die graphischen Künste – Kupferstich und Radierung – Die Italiener.
Goethe und die graphischen Künste – Kupferstich und Radierung – Deutsche.
Goethe und die graphischen Künste – Kupferstich und Radierung – Niederländer.

Siehe auch:
Die altdeutsche Buchillustration
Deutsche Zeichenkunst im 19. Jahrhundert
Deutsche Exlibris
Die deutsche Graphik
Die deutsche Buchmalerei
Die altdeutsche Buchillustration

Goethe und die graphischen Künste