Schlagwort: Friedrich II.

…und sein Hofstaat in Palermo

Kunstdrucke

Auf der Treppe des bischöflichen Palastes geht König Friedrich II. dem rasch heraufsteigenden jugendlichen Kaiser Joseph II. entgegen; er legt den Arm um seine Schulter und tief und herzlich blicken die beiden ehemaligen Gegner einander in die Augen. An der Spitze des kaiserlichen Gefolges schreitet Laudon, der Held von Kunersdorf, der mit offener Neugier die Blicke auf den großen Heerführer richtet, mit dem er so oft um die Siegespalme gerungen.

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Deutsche Geschichte-Zeittafel
Germanen kämpfen um Europa
Die Wikinger, eine neue germanische Welle.
Das Reich der Deutschen beginnt
Großtaten des deutschen Volkes-Das Rittertum und seine Aufgaben
Großtaten des deutschen Volkes-Deutsche gewinnen Raum im Osten
Deutsche Bauern und Bürger sichern das Neuland.
Deutsche Städte — deutsche Kunst.
Großtaten des deutschen Volkes-Die deutsche Hanse.
Der deutsche Bauer und sein Schicksal
Eine neue Welt tut sich auf— Große Erfindungen
Fürstentrotz und Glaubensstreit zerstören das Reich.
Die Not ruft den Erneuerungs willen des Volkes wach.
Martin Luther, der Reformator.
Volkskämpfe im Schatten der Reformation.
Der Kampf deutscher Fürsten gegen Kaiser und Papst.
Glaubenskämpfe in anderen Ländern Europas.
Am Glaubensstreit geht das Reich zugrunde.
Der Dreißigjährige Krieg (1618—1648).
Randstaaten werden Weltmächte.
Ein neues Deutschland ersteht.
Um die Herrschaft über Europa und die Welt.
Wiedergeburt und Befreiung des deutschen Volkes.
Das deutsche Volk will die Einheit.
Bismarck errichtet das neue Reich.
Das Reich unter Kaiser Wilhelm II.
Im Weltkrieg unbesiegt.
Die Schmach von Versailles und die Republik

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Friedrich II. (Friedrich der Große):

Während der Offizier die Worte niederschreibt, tritt der König, nun schon den Soldatenrock um die Schultern, neben ihn. Die blauen Augen treffen den Blick des Adjutanten. Der König schlägt ihm auf die Schultern:

„Stelle Er sich vor, was mein Geist in dieser Nacht gelitten. Fast war das Maß meiner Leiden zu groß. Der Tod schien Rettung zu sein. Höre Er. Als mich der Tod aus dem Leben locken wollte in dieser Nacht, habe ich, obschon das Sterben leicht gewesen wäre, dem Tode den Gehorsam verweigert. Im dunkelsten Augenblick griff meine Hand nach dieser Dose, die das Gift enthält. Weiß Er, was es heißt, wenn ich lebend hier stehe? Oft ist es leichter, aus dem Leben zu gehen, als nicht zu sterben. Der schwerere Weg ist im Leben immer der richtigste. Ich habe ihn gewählt, damit mein Staat aufrechterhalten bleibe. Der Wille ist stärker als Tod und Verderben!“

Heilige Stille erfüllt den Raum. Der Offizier steht in vollendeter Haltung vor dem König.

„Mögen die Jungen der Nation es für alle Zeiten merken. Es gibt Augenblicke, in denen der Tod aus dem Leben lockt vor der Zeit. Wer dem Tode folgt und sich zum Gift oder zur Kugel flüchtet, ist ein Schwächling und übt am Leben Verrat!“ —

Des Königs Mut und der Wille zum Leben retteten Preußen. Auf die Niederlage von Kunersdorf folgten die Siege von Liegnitz und Torgau. Und Preußen gewann den Siebenjährigen Krieg.

Das preußische Wunder war Friedrich selber. Das Wunder war der Gedanke der Pflicht. Er wurde in Preußen geboren, und seine vollkommenste Verkörperung war der König.

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Allgemeine Zitate Leitgedanken

Der Tod begleitete mit einladender Geste den Weg, auf dem Offiziere und Soldaten ihren todwunden König Friedrich trugen, ihn aus dem Fährhause bei Ötscher hinüber über die Oderbrücke nach dem Schlosse Reitwein zu bringen. Als er auf der Bettstatt lag, ganz allein im düsteren Raum (die Offiziere besprachen im Nebenzimmer das Unglück des Tages), pochte der Tod beim König an:

Folge mir, verlaß den Weg des Leidens und der Qualen. Ausruhen sollst du von den Mühsalen des Lebens. Siehe, ich schenke dir Ruhe und Frieden.

Des Königs Gedanken kreisten um das Blutbad von Kunersdorf, er vernahm im Geiste das Lärmen der Schlacht, fühlte die vereinigte Streitmacht der Russen und Österreicher heranfluten, feuerte sein Heer zum Kampfe an, mußte aber doch erkennen, daß der Hunde dort zu viele waren, die das edle Wild zu Tode hetzen wollten. Für einen Augenblick kam das volle Bewußtsein zurück. Die zittrige Hand ergriff ein Blatt und brachte den Befehl an den General Fink zu Papier.

Als der General an das Krankenlager trat, bewegten sich die blassen Lippen des Königs. Er suchte mit letzter Kraft die Zeilen des Blattes zu wiederholen:

„Die unglückliche armée, so ich Ihm übergebe, ist nicht mehr im Stande, sich mit den Russen zu schlagen… Wen Laudon nach Berlin wolte, Solchen könte Er unterwegens attaquiren und Schlagen. Solches, wo es guht gehet, gibt dem ungelük einen anstandt und hält die Sachen auf. Zeit gewonnen ist Sehr vihl bei dißen desparaten Umständen.“ —

Der König liegt allein. Dunkelheit füllt den Raum, und in ihr werden aufs neue die Stunden der unseligen Schlacht wach: In dem Fiebertraum stürzen Pferde, sterben Krieger, in den Ohren braust der gelle Ruf des Kampfgewühls.

Da heben sich die Augenlider, der Blick fällt in den Spiegel an der Wand: Der König schaut ein weißes Angesicht und im Schatten tiefer Höhlen verglimmende Augen. Ein Schrei möchte sich der Kehle entringen. Der Tod legt die Hand auf die Schulter des Königs und spricht leise, ganz leise, gütige Worte, um ihn aus dem qualvollen Leben des ewigen Kampfes zu locken.

Das Herz schlägt matt. Der König hat seit der verlorenen Schlacht nichts mehr an Speise und Trank zu sich genommen. So hat die Erscheinung des Todes es leicht, den Gedanken ans Sterben zu nähren. Ein ermatteter Leib ist rascher bereit, das Leben aufzugeben. —

Leitgedanken