Nachdem es der Moskauer Regierung gelungen war, die Folgen des Niedergangs der Industrie in der Zeit des Kriegskommunismus wenigstens teilweise zu überwinden, nahm sie im Jahre 1925 die Verwirklichung ihrer Induatrialisierungspolitik im Angriff. Das bedingte aber eine bedeutende zahlenmäßige Stärkung der Arbeiterschaft, die nach der marxistischen Lehre für die Erreichung des sozialistischen Wirtschaftsideals unbedingt erforderlich war. Es versteht sich aber von selbst, daß die für einen intensiven Ausbau der Sowjetindusirie benötigten gewaltigen Geldmittel nur aus der Landwirtschaft her-kommen konnten. Jedoch reichten die üblichen Einnahmen aus der Besteuerung des Bauerntums und aus den Getreidebereitsteillungen zu festen Preisen dazu nicht aus, so daß die Sowjets di« sich auf dem flachen Lande ergebenden Schwierigkeiten sehr oft unter Waffenanwendung zu meistern suchten.

Als es hieß, zwischen einem Verzicht auf die industriellen Rizsenpläne und einer vollständigen Umgestaltung der Landwirtschaft zu wählen, entschied man sich für den zweiten Weg. So kam es seit 1929 — angeblich im Interesse des „Aufbaues des Sozialismus“ — zu der berüchtigten Kollektivierung der Landwirtschaft in der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken.

Ueber die konkreten Formen dieser Maßnahme wurden die Bolschewisten erst nach einem langen Experimentieren schlüssig, da sie anfangs nur die Notwendigkeit einer Unterordnung der Landwirtschaft unter den staatlichen Wirtschaftsapparat klar erkannteu und gar nicht wußten, was für Produktionsmethoden anzuwenden seien, um den sog. sozialistischen Aufbau im Dorf durchführen zu können.

Man liebäugelte zunächst mit der Idee einer Verpflanzung des Sozialismus unter die Bauern mit Hilfe von sowjetischen Staatsgütern (abgekürzt: Sowchos), die verantwortlichen Kreise hielten aber daran fest, daß die Kollektivwirtschaften (abgekürzt: Kolchos) dabei von grundlegender Bedeutung sein müßten. Andererseits war man über das Tempo der Kollektivierung nicht einig, denn die Annahme, sie stelle — sofern ihr Programm mit dem Entwicklungsplan der Volkswirtschaft nickt zusammenhängen — einem Fünfjahresprozeß dar, entsprach nicht den Tatsachen.

Deswegen sah die vom Sowjetkongreß im Frühjahr 1929 beschlossene Fassung des zweiten Wirlschaftsplanes auch einen nicht so schnellen Gang der Kollektivierung vor. Die unplanmäßig« Intensivierung aber wurde erst im Januar 1930 durch das Zentralkomitee der KPdSU(B.) gebilligt Jedoch mußte Stalin in seinem Aufsatz „Schwindel vom Erfolg“ zwei Monate darauf gegen diese Entscheidung scharf Stellung nehmen, indem er die Freiwilligkeit des Beitritts zu den Kolchosen verkündet«. Das führte naturgemäß zu einer Verlangsamung der Kollektivierung und zur Bauernflucht aus den Zwangswirtschaften. Im Herbst 1930 setzte dann eine neue Kolchoswelle ein, und im Sommer 1931 machte der Staat seine ersten Versuche zur Stabilisierung der kollektiven Landwirtschaft.

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Die Sowjet-Union


Zahlreich sind in den Kolonien die Nutzpflanzen verschiedener Art, die dem Eingeborenen teils als Hauptnahrung, teils als Zukost dienen und bis zu einem gewissen Grade auch für den Europäer von Wichtigkeit sind. Neben allerlei Fruchtbäumen, unter denen in manchen Gegenden namentlich die Banane eine hervorragende Rolle spielt, sind für den ostafrikanischen Neger verschiedene Hirsearten von ausserordentlicher Wichtigkeit, die ihm seinen täglichen Mehlbrei, die Hauptnahrung, liefern und überdies zur Bereitung des geliebten Negerbieres dienen.

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Kolonie und Heimat