Statt etwas von der Geschichte der arischen Vergangenheit und Kultur zu hören, lernte unsere Jugend in den Schulen bis zu unseren Tagen herab in der Biblischen Geschichte die Vergangenheit des jüdischen Volkes kennen und hörte dabei widerwillig von Dingen, die ihr unbegreiflich blieben und bleiben mußten, weil sie uns blutfremd sind. Und so kam es, daß Friedrich Nietzsche in seinem Buch „Also sprach Zarathustra“ den Namen der größten Persönlichkeit der arischen Überlieferung als herrenlos aufnehmen und als Schlagwort für seine Weltanschauung benutzen konnte, welche das gerade Gegenteil dessen ist, was Zarathustra Spitama gelehrt und gefordert hat. Denn niemand außer einigen Spezialisten wußte damals von dem großen Reformator der iranischen Religion viel mehr als den Namen.

„Während Nietzsche jenseits von Gut und Böse steht, vom einen aus immer über das andere hinauskommen, stets neue Werte erobern und alte verlachen will, gibt der Mazdaismus den Begriffen Gut und Böse feste, aus der Gesinnung und den Bedürfnissen des iranischen Volkes bestimmte Inhalte, so daß von jedem Dinge Wesen und Tun klar ist, zu welcher Seite es gehört, und wie der Mensch, der den Sieg des Cuten will, sich dazu verhält. Für Nietzsche sind Wahr und Falsch verrückbare Werte, ja es ist ihm höchste Weisheit, zu erkennen, wie sehr sie das sind; für den Mazda-jasna, den Verehrer des Ahura Mazda und den Feind des bösen Ahriman, ist die Wahrheit das einzig Wesentliche, die Lüge der Kern alles Übels. Nietzsche stellt den einzelnen alseinzigen in die Mitte der Welt, die nun einer ins Göttliche gesteigerten Willkür ausgeliefert wird; der Mazdajasna hingegen verlangt vom einzelnen Gemeinsinn und restloses Eintreten für das Gute und Wahre aus freier, sittlicher Wahl.“

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Asien

Sechshundert Jahre vor der Zeitwende wurde Ninive zerstört und Assyrien ausgelöscht als Weltreich. An der Spitze einer starken Armee von Medern, Persern und Babyloniern nahm Kyaxares, der Mederkönig, die Stadt nach kurzer Belagerung ein, schleifte ihre Mauern, zerstörte ihre Paläste und verließ sie als Trümmerhaufen. Assyrien wurde dem Mederreich einverleibt, um nie mehr wieder als selbständiger Staat in der Geschichte eine Rolle zu spielen. Die Prophezeiung des Propheten war erfüllt.

Eineinhalb Jahrtausende hatte das Reich gedauert und zweimal hatte es sich zum Weltreich aufgeschwungen und über Westasien geherrscht. Tukulti-Ninib hatte 1275 Babylonien erobert, Assurnasirpal (885 — 860) die Grenzen des Reiches geweitet und Salmanassar II. (860—825) hatte sich aufgeschwungen zum Herrn von Westasien. Die Israeliten mußten die Oberhoheit ihres Erbfeindes anerkennen. Tiglath-Pileser III. 1(745 — 727) machte die Verluste seiner Vorgänger wieder wett und trieb jüdische Stämme in die Gefangenschaft. Salmanassar IV. (727— 722) belagerte Samaria, die Hauptstadt des nördlichen Königreiches Israel, und Sargon (722—705) eroberte und entvölkerte es, schlug die Ägypter, verkleinerte Babylonien und bekriegte Elam. Sanherib (705—681) unterwarf das unbotmäßige Babylonien nochmals, schlug die Ägypter, führte Krieg in Palästina, machte Hezekiah von Judäa zum Untertan und zerstörte endlich Babylon im Jahre 689. Esarhaddon eroberte 872 Unterägypten, und Asurbanipal (668 bis 626) bekriegte das wiederum trotzende Nilland abermals, plünderte 666 Theben, seine Hauptstadt, und unterwarf Elam völlig. Damit war der Höhepunkt von Assyriens Macht erreicht. Von nun an ging es abwärts. Ägypten und Lydien schüttelten das lästige Joch wieder ab, und vom Osten her bedrängten die Meder das Reich. Kurz nach Asurbanipals Tode schlug Kyaxares die Assyrer und belagerte Ninive zum erstenmal. Durch eine Skytheninvasion in Schach gehalten, vereinigte er sich bald darauf mit den Babyloniern, zerstörte Ninive und gliederte Assyrien ins Mederreich ein, während Babylonien dem Nabupolasar, einem assyrischen General, zufiel, der eine neue Dynastie gründete.

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Asien

Kann man die Geschichtlichkeit der Sintflut beweisen? Soweit ein vorgeschichtliches Naturereignis mit den Methoden und Ergebnissen einer Ausgrabung bewiesen werden kann, ist es geschehen. Leonard Woolley, der Ausgräber von Ur am unteren Euphrat, hat durch die Feststellung einer 2,5 m starken Tonschicht, die in beträchtlicher Tiefe die Kulturschichten unterbrach, eine Flutkatastrophe von einzigartiger Mächtigkeit einwandfrei nachgewiesen. Daß diese Flut mit der biblischen Sintflut identisch ist, kann kaum ernstem Zweifel unterliegen. Die Überlieferung einer solchen Flut ist ja nicht biblisch, sondern sumerisch und wurde im babylonischen Gilgamesch-Epos dichterisch verarbeitet, wo Utnapischti seinem, das ewige Leben suchenden Urenkel Gilgamesch die Geschichte seiner Errettung von der Flut erzählt, und zwar in fast völliger Übereinstimmung mit der späteren biblischen Fassung. Wenn wir die heutige Entfernung von Ur vom Persischen Golf in Betracht ziehen, erscheint die Möglichkeit einer großen Flut, die ohne Mitwirkung der See undenkbar ist, freilich fabulos. Wenn wir jedoch den unablässigen Landzuwachs des babylonischen Alluvialgebietes in Betracht ziehen und erfahren, daß das Meer um 400 n. d. Zw. noch bis Kuma reichte, wo heute Euphrat und Tigris sich vereinigen, und daß um 2000 v. d. Zw. die beiden Ströme noch weit voneinander getrennt in den Golf mündeten, dann erscheint Ur ganz nahe an die Meeresküste herangerückt und mußte natürlich in eine Flutkatastrophe mit einbezogen werden.

Das Tal des Euphrat war damals noch ein Sumpf, aus dem immer mehr Inseln trockenen Alluvialbodens auftauchten, der mit seiner überwältigenden Fruchtbarkeit die an harte Feldarbeit auf dem unwirtlichen Boden des nahen arabischen Plateaus oder des mittleren Euphrattals gewohnten Bauern magnetisch anzog. Die alljährlichen Überschwemmungen, die das Land weithin in eine einzige Wasserfläche verwandelten, zwangen die Siedler mehr als irgendwo anders auf Erden zum Zusammenschluß in Städten, die im Laufe der Jahrhunderte, da Schlammziegelhütten kurzlebig sind und grundsätzlich von jeder Generation erneuert zu werden pflegen, immer höher über das Alluvialland emporwuchsen, die sich aber von ihrer Gründung an durch drei bis fünf Meter starke Rohziegelmauern vor dem Hochwasser schützen konnten. Daraus erklärt sich, daß Ur und andere Städte des Schwemmlandes sogar die Große Flut überlebten.

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Asien

Abbildungen Assyrische Kunst