Es war das germanische Volk der Goten, das den gewaltigen Raum von den Karpaten bis zum Kaukasus, vom Ladogasee bis zum Schwarzen Meer im 1. Jahrhundert nach der Zeitwende in staatliche Formen zwang.

Damals siedelten von der oberen Düna über die Wolga bis an die Ufer des Weißen Meeres Völker finno-ugrischer Sprache, die neben nordischen, primitiven europäiden und mongoloiden Menschen besonders im Westen zur ostbaltischen Rasse gezählt werden können.

Die Ostseeküste hatten Völker indogermanischer Sprachen inne, die in der Mehrzahl einen stark nordischen Einschlag verrrieten und stellenweise ostbaltisch durchmengt waren. Südlich davon saßen slawische Stämme. Den Raum zwischen Dnjepr und Don bewohnten Nachkommen indogermanischer Völker, Skythen, deren Blut stellenweise ebenfalls mit mongoloiden Bestandteilen durchsetzt war.

Alle diese Völker und Stämme wurden dann durch das Gotenvolk überschichtet, dessen hochentwickelte Bauernkultur durch die ausgegrabenen Geräte, Waffen, Gefäße und Schmuckstücke bezeugt ist.

Man unterscheidet die Ostgoten, die unter der Herrschaft der Amaler im Norden des Schwarzen Meeres siedelten, und die Westgoten unter dem Fürstengeschlecht der Balten zwischen der Ostsee und dem Dnjepr.

Um 370 hatte das Gotenreich des Königs Ermanarich seine größte Machtausdehnung und Blüte erreicht. Der Dnjepr war die Verkehrsachse dieses ganzen Staatssystems, das von germanischen Herulern, Bastarnen und Skiren im Südwesten flankiert war. So wurde die weite osteuropäische Ebene von einem germanischen Volk gegen jene Nomadenstämme gesichert, die das Europäertum und seine Kulturschöpfungen bedrohten.

Als aber hunnische Reiterheere nach Westen drängten, vermochte ihnen das Gotenreich nicht standzuhalten. Ermanarich, der den Zerfall seines Staates nicht verhindern konnte, gab sich seihst den Tod, und sein Nachfolger Winithar fiel im Kampf gegen die Hunnen.

Das Jahr 375 wurde also zum Schicksalsjahr von ganz Europa. Die Hunnen überrannten das Bollwerk am Don und drangen in das Herz des Abendlandes ein, doch fiel ihre Mehrzahl in den Kämpfen gegen die europäischen Heere, Erst im 5. Jahrhundert wichen sie wieder nach Osten zurück und verloren sich unter den Awaren und Chasaren.

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Deutsche Geschichte Die Sowjet-Union

Aus Germaniens Erde wuchs eine Eiche von wunderbarer Größe, die Menschen nannten sie »Kraft Gottes« und hielten sie heilig.

Aus Germaniens Erde wuchs der Stamm eines Volkes von wunderbarer Kraft, sie nannten sich Goten – die Guten.

Zum Ruhme Jehovas fiel die Eiche unter der Axt des Bonifazius. Das hatte symbolische Bedeutung.

Bonifazius war Germane und Mönch, Rom hatte den Germanen verdorben, Rom hatte die Guten verdorben, Rom lag im Staube vor Jehova, der seinen eingeborenen Sohn gesandt hatte, die Menschheit zu erlösen vom »irdischen Jammertal«, vom »sündigen Leben«, von dem, was man bisher als »Leben« überhaupt verstand. Das war ein großes Ziel.

Das nordliche Rom hatte einst die Länder des Mittelmeeres bezwungen, hatte Palästina, das Land der Juden, seinem Reiche eingegliedert. Vernichtet war der herrliche Glanz König Davids, wie Hohn klang die Verheißung Jehovas an sein auserwähltes Volk:

»Reichtum des Meeres wird sich dir zuwenden, die Güter der Völker werden an dich gelangen … Und Fremdlinge werden deine Mauern bauen und ihre Könige dich bedienen«. (Jes. 60)

Das Gegenteil war eingetroffen. Nun gärte die Rache des jüdischen Priesterstaates unter dem Druck der römischen Statthalter und man gebar als »Haushalter über Jehovas Geheimnisse« eine neue Lehre, auf daß Jehovas Verheißung auf neuem Wege sich erfüllte: »Nicht viel Weise nach dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen. Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Jehovas erwählt, daß er die Weisen zu Schanden macht, und was schwach ist vor der Welt, das hat Jehovas erwählt, daß er zu Schanden machte, was stark ist;
und das Unedle vor der Welt und das Verachtete hat Jehovas erwählt, daß er zunichte machte, was etwas ist, auf daß sich vor ihm kein Fleisch rühmte.» (1. Kor. 1, 26-29)

Dieses neue Heil sandte Jehova in seinen eingeborenen – in Juda geborenen Sohn. Ein Christentum war aus jüdischen Fleische geboren, von Jehovas Geist befruchtet, brachte die jungfräuliche Mirjam den Messias zur Welt. Ein Märchen? In allen Märchen liegt ein mächtiger Sinn. Im Jahre 1854 machte eine erstarrte Hierarchie das Märchen zum Dogma, daran wird des Märchens Macht zu Grunde gehen. Einst war es übermächtig_

»Du wirst alle Völker verzehren, die Jehova, dein Gott dir geben wird.«

(5. Mose 7, 16)

»Wir sind stets wie ein Fluch der Welt und ein Fegopfer aller Leute.«

(1. Kor. 4, 13)

»Gehet hin und lehret alle Völker …«

(Matth. 28, 19)

Siehe auch:
Irminsul
Heiliges Licht
Lebendige Gotik
Schändung
Sieg der Ehre
Widukind
Taufe
Zeichen des Todes
Hingabe
Statthalter Jehoschuach
Römischer Kaiser
Offenbarendes Symbol

Abbildungen Werner Graul

I. Schriften zur germanischen Mythologie.
I. Die mythologische Forschung vor J. Grimm.

Die Wiedererweckung der Schriften des klassischen Altertums förderte die Geschichtschreibung in Deutschland. Die heidnische Zeit der Germanen trat, freilich oft noch arg entstellt, nebelhaft verschwommen und phantastisch ausgeschmtickt den Forschern vor Augen. Ebenso begannen die lateinischen Geschichtsquellen des Mittelalters auf die Chronisten einzuwirken. Die Altertumsforscher und Historiker hatten häufig Veranlassung, Uber heidnischen Götterdienst zu berichten. Es dauerte aber geraume Zeit, bis den weitverstreuten Nachrichten Sammler und damit die ersten Verfasser germanischer Mythologien erstanden. Die Aufgabe ist zwar klar vorgezeichnet, aber sehr schwer zu lösen. Bis auf J. Grimm herrschte nicht einmal für die einfachsten Grundfragen sicheres Verständniss, und noch heute schwanken die Anschauungen über wichtige Einzelheiten. Die nächste Aufgabe besteht aber in einer erschöpfenden Sammlung aller Qnellenzeugnisse. Damit ist der Baustoff gegeben, aus dem die Geschichte des germanischen Götterglaubens aufzufUbren ist. Schon die Sammlung und Sichtung, die Erklärung des Einzelnen und der Anschluss ans Ganze setzen eine hochentwickelte Geschichte und Sprachwissenschaft voraus. So lange Kelten, Germanen, Skythen, Slaven durcheinander geworfen werden, solange das historische Urteil über echt und unecht, alt und jung fehlt, ist der Begriff einer reinen unverfälschten germanischen Mythologie undenkbar. Das völlig unzuverlässige Material verstauet keine darauf begründete, befriedigende Darstellung.

Des Geographen PbilipCltiver Germania aniiqua, Leyden 1616, ist eine ausführliche Altertumskunde auf Grund der Nachrichten der klassischen Autoren, natürlich mit dem bekannten Irrtum, dass Illyrier, Germanen, Gallier, Hispanier und Britannier einer Sprache und eines Stammes, nämlich Kelten gewesen seien. Darin ist auch, besonders im Anschluss an Tacitus, vom Götterglauben and Kulte der Germanen ausführlich gehandelt. Diese Abschnitte mochten sich leicht zu eigenen Schriften über deutsche Mythologie auswachsen.

Die erste deutsche Mythologie ist von Elias Schedius geschrieben und erschien nach seinem Tode 1648 zu Amsterdam. Der Titel lautet de düs Germanis sive veteri Germanorum, -lorum, Brilannorum, Vandalorum religione. Das Buch besteht aus einer Anhäufung von Zitaten aus den klassischen Autoren und mittelalterlichen Chronisten, wo diese von den Göttern der nordischen Völker, von ihren Priestern und heiligen Bräuchen, von ihrem Heroen- und Dämonenkult berichten. Trotz des beträchtlichen Umfangs von 505 Seiten steht von echtgermanischem Götterglauben fast nichts in dem Buche. Wir begegnen nur Tuisco und der Irminsäule; zu dies Mercurii wird bemerkt, die Niedersachsen und Westfalen würden dafür Wodentag sagen. Natürlich ist der Verfasser nicht im Stande, hinter die interpretatio romana zu schauen. Umsomehr gallische und wendische Götternamen tauchen auf. Ebenso sind die gelehrten meist harsträubender Etymologie entstammenden Götzen der Chronikschreiber des 16. Jahrhunderts berücksichtigt Unter dem Wüste unbrauchbarer undeutscber oder ungeschichtlicher Materialien verschwinden die wenigen den klassischen Autoren entnommenen Nachrichten vom wirklichen germanischen Glauben. Das Vorbild der Chronisten wie des Aventinus musste den Mythologen noch mehr in Phantastereien verleiten; Olaus Magnus, von dem Saxo eifrig benutzt wurde, ist von Schede zu wenig herangezogen.

Fürs 17. Jahrhundert sind noch zu nennen SebastianKirchmaier, de Germanorum antiquorum idolatria, ad loca quaedam Taciti, Viteb. 1663 und Magn. Dan. Omeis, dissertatio de Germanorum veterum theologia et religione pagana, Altdorf 1693.

Im Norden fand die Forschung übers Heidentum reichlichere Nahrung, indem dort viele unmittelbare Quellen zu Gebot stehen, aus denen ohne Weiteres ein Teil der Göttersage und des Kultes entnommen werden kann. In Dänemark und Schweden knüpfte sich die Beschäftigung mit der heimischen Vorzeit zunächst an die historia danica des Saxo Grammaticus. Der erste Druck erschien 1514 zu Paris. Neben einer Fülle von Sagen finden sich bei Saxo Nachrichten über Glauben und Kultus der heidnischen Zeit Ein schwedischer Erzbischof, Olaus Magnus, entwarf zuerst in einem geographisch-kulturgeschichtlichen Werk über die nordischen Länder und die Sitten ihrer Bewohner einen Abriss des heidnischen Götterglaubens. Seine grosse historia de gentibus septentrionalibus, Rom 1555, handelt im 3. Buch de superstüiosa cultura populorum aquilonarium. Besonders Saxo, aber auch Adam von Bremen ist benützt; so erscheinen Thor, Odhen und Frigga, und wird der prächtige Upsalatempel geschildert. Ausserdem ist Einiges aus dem Gebiete des Volksglaubens mitgeteilt. Was geboten wird, ist freilich wenig, aber doch klar und einheitlich. In der mit reichlichen Anmerkungen versehenen Saxoausgabe des Dänen Stephanius vom Jahre 1644 wurde der Altertumskunde ein bequemes Hilfsmittel zurecht gelegt.

Am wichtigsten aber ist die um 1600 neu erstandene isländische Altertumsforschung. Fast die gesamte norwegisch-isländische Überlieferung war in isländischen Handschriften aufbewahrt. Männer, wie Arngrimr Jönsson, Björn Jönsson, Magnus Olafsson, Brynjulfr Sveinsson, durch sie angeregt der Däne Oie Worm widmeten sich der Sammlung und Verarbeitung der altisländischen Quellen. In Bälde kamen die wertvollsten Denkmäler zum Vorschein und wurden auch binnen Kurzem im Drucke zugänglich gemacht. Die isländischen und norwegischen Geschichtsquellen sind voll von ausführlichen und lebendigen Beschreibungen des Heidenglaubens. Eine förmliche Mythologie hatte Snorri Sturluson in seiner Edda um 1230 verfasst; eine Sammlung von Götterliedern, die teilweise noch im 10. Jahrhundert gedichtet worden waren, fand Bischof Brynjulfr im Jahre 1643, die sogenannte ältere Edda, die der Bischof fälschlich nach Snorris Edda benannte nnd dem weisen Sa einem gelehrten Isländer (f 1133), znschrieb. Damit war die Grundlage der nordischen Mythologie gegeben. 1665 beförderte der Däne Petras Besenins die Snorra Edda znm Druck and gab dem isländischen Urtext eine Ton den Isländern Magnus Ölafsson, Stephan Ölafsson and Tbormöär Torfason herrührende lateinische, sowie eine von Stephanies verfasste dänische Übersetzung bei. Im selben Jabre veröffentlichte er ans der Liedersammlung die Volosoö and die H0vam£l, ebenfalls mit lateinischen Paraphrasen des Stephan Ölafsson and Gadmand Andersen; 1673 wurde der Druck wiederholt Die den Ausgaben Besens beigefügten lateinischen Übertragungen verschafften ihnen weite Verbreitung auch ausserhalb der nordischen Lande. Auf lange hinaus bildeten sie die Hauptquelle für alle, die über deutsche und nordische Mythologie schrieben.

Des Johannes Schefferus 1666 ist grösstenteils mythologischen Inhalts. Ausführlich wird der heidnische Tempel von Upsala beschrieben und in besonderen Abschnitten über die dort verehrten Gottheiten Thor, Odin und Frigga gehandelt. Auch Freyr und Njord und andere Gottheiten werden besprochen. Es ist eine fleissige Darstellung des nordisch-germanischen Götterglaubens, namentlich sofern er mit schwedischem Kult in Verbindung gebracht werden kann. Nun begannen diese nordischen Arbeiten auch auf die deutschen Verfasser zu wirken.

Die zweite deutsche oder besser germanische Mythologie schrieb der Schleswiger Trogillns Arnkiel im Jahr 1690 unter dem Titel Cimbrische Heydenreligion. 1703 erschien die cimbrische Heydenreligion unverändert, aber vermehrt mit drei Abhandlungen über das goldene Horn von Tondern, Uber die Bestattungsbräuche der cimbrischen Völker, über ihre Bekehrung. Unter Cimbern versteht Arnkiel die Goten, Guten und Juten, d. h. Schweden und Dänen, die Sachsen, die Friesen, die Wenden, die er wie üblich für Nachkommen der Wandalen nimmt. Arnkiel Ubertrifft an Gehalt Schedes Versuch weit. Die nordischen Denkmäler, Besens Ausgaben, Stephanius’ Saxo, Scheflfers Upsalia, Worms monumenta Danica u. a. sind gründlich verwertet, so dass seine „gotische“ d. h. nordische Mythologie sich schon recht stattlich ausnimmt.

Für die Sachsen beruft er sich anf eine Schrift von Christof Arnold, de düs Saxonum; ihre „sieben Götzen“ leitet er ans den Wochentagen als Sonne nnd Mond, Tnisco, Woden, Thor, Freya nnd Sater (d. i. Satnrnns) ab. Für die Friesen wird Hertha, die berüchtigte Lesart für Nerthns, in Anspruch genommen. Die wendischen Götter, hauptsächlich aus des Chronisten Crantz Wmdalia entlehnt, berühren uns hier nicht. Fürs germanische Priestertum sind die Druiden und Barden maassgebend. Als Theologe geht Arnkiel sehr in die Breite und berücksichtigt fortwährend auch das übrige Heidentum, das gleichwie das germanische als klägliche Entartung ursprünglicher reiner Gottesoffenbarung gefasst wird. Zudem ist er, wie fast alle Mythologen seit Snorri und Sazo, Euhemerist:

„die heyden haben die verstorbene beiden und die böse geister vergötzet und als götter angebeten.“

Aber trotz allem ist doch vieles mit sachlichem gesundem Urteil geboten, und zuerst die nordische Mythologie zum Aufbau der deutschen Trümmer eingeführt.

J. G. Keysiers antiqmtates selectae septenlrionales et cellicae, Hannover 1720 bekunden wiederum einen bedeutenden Fortschritt, schon weil allein die Absicht des wissenschaftlichen Altertumsforschers vorherrscht. Das Buch gewährt zwar keine Gesamtdarstellung der germanischen Mythologie, aber behandelt einzelne Abschnitte z. B. den Walballglauben. Die Inschriften aus der Römerzeit, welche deutsche Götternamen enthalten, werden erörtert So hören wir von Hercules Magusanus, von Nehalennia, von den Matronen. Auch werden Erscheinungen des Volksglaubens, Seelen, Maren, Elbe besprochen. Man merkt, der Stoff erweitert und klärt sieh; allmälig tauchen bestimmtere Ziele auf. Sehr verständig urteilt Keysler S. 126, dass die Sage vom Weltuntergang ebenso wie die,von der Menschenschöpfung und Sinflut aus der christliehen Lehre entlehnt sei.

Um die Mitte des Jahrhunderts trat M. G. Schütze mit mythologischen Arbeiten hervor. Er schrieb 1743 de cruentis manorum gentüium victimis humanis, 1748 exercilationum ad maniam sacramgentilem facientium sylloge, worin von Hludana, Weleda, dem Namen Allvater, dem Minnetrinken und dem Maren-glanben die Rede ist, endlich 1750 Lehrbegriff der alten deutschen und nordischen Völker von dem Zustande der Seelen nach dem Tode überhaupt und von dem Himmel und der Hölle insbesondere. Siebrand Meyers kurtze Erörterung des ehemaligen Religionswesens der Teutschen Leipzig 1756 konnte ich nicht einsehen.

Der Genfer Mailet, der eine Zeit lang in Kopenhagen lebte, verstand es, dem Ansland den Hauptinhalt der nordischen Mythologie anf Grund von Besens und Göranssons Ansgaben sowie Bartholins anliquitatum danicarum libri (1689) in Übersichtlicher gefälliger Form darznbieten. Seine mtroduction ä Fhistoire de Danemarc Kopenhagen 1755 mit den monumeru de la mythologie et de la poSsie des Celtes et particulierement des anciens Scandinaves, ebenda 1756, verdeutscht 1765 als Geschichte von Dänemark erster Teil, gibt eine gefällige Schilderung ohne Weitschweifigkeit und gelehrten Ballast. Die nordischen Denkmäler besonders die Snorra-Edda werden einfach Übersetzt, in erklärenden Anmerkungen ist der Zusammenhang mit den deutschen und anderen „celtischen“ Überlieferungen nachgewiesen. Die celtische Religion, die Glaubenslehre der Druiden, habe sich am reinsten in Skandinavien erhalten. Von anderen Phantastereien bleibt Mailet fern. Treffend hält er denen, die Snorri der Erfindung der nordischen Mythologie zeihen, die Thatsache entgegen, dass bereits die älteren Skalden dieselbe Glaubenslehre voraussetzen. Mallets Buch ist nicht gründlich gearbeitet, aber dafür auch nicht schwerfällig. Keine gröberen VerstOsse haften ihm an, geschickt sind die vorhandenen Hilfsmittel benützt. Es erfüllte trefflich seinen Zweck, weitere Kreise mit der nordgermanischen Mythologie bekannt zu machen. Die Zeit aber war solchem Unterfangen günstig.

1766 erschien Gerstenbergs Gedicht eines Skalden, worin nach dem Vorgang eines dänischen Dichters namens Tullin die nordische Mythologie ebenso zum äussern Schmuck und Aufputz verwendet wurde wie bisher die antike. Aus dieser Anregung ging die Bardenpoesie hervor, welche vorwiegend nordische, dann aber auch deutsche Mythologie und keltische Bestandteile in die deutsche Dichtung einführte. Was bisher nur auf gelehrte Kreise beschränkt geblieben war, gewann nunmehr die Teilnahme der literarisch gebildeten Welt Rasch verflog zwar der eigentliche Bardengesang, aber länger hielt das einmal erregte Interesse für nordisch-deutsche Mythologie an. 1787 erschien der erste Band der älteren Edda zu Kopenhagen; darin standen die wichtigsten GOtterlieder, von denen bisher nur wenige durch Besen und Bartholin zugänglich gewesen waren. Dem isländischen Texte waren lateinische Übersetzungen und ausführliche Einleitungen und Erläuterungen, ebenfalls lateinisch, beigefügt. Natürlich erwuchs hieraus der Erforschung des nordischen Götterglaubens eine kräftige Förderung, die auch in Deutschland lebendigen Widerhall fand. Man begann sehr bald, die Edda bei uns einzubUrgern. Der schwäbische Schulrektor David Gräter (1768—1830) entfaltete eine rege Thätigkeit, die Ergebnisse und Errungenschaften der nordischen Altertumskunde in Deutschland weiteren Kreisen zn vermitteln. Populäre Handbücher der deutschen und nordischen Mythologie, meist unselbständig, dttrftig und höchst verschroben, von ungründlicher handwerksmässiger Mache, tauchten in grösserer Anzahl auf.

Auch im Norden nahm unter dem Einfluss dichterischer, auf die Vorzeit gerichteter Bestrebungen die Beschäftigung mit dem Götterglanben neuen Aufschwung.

Im Jahre 1801 löste Oehlenschläger die Preisfrage der Kopenhagener Universität, ob die Einführung der nordischen Mythologie an Stelle der antiken in die Dichtung der Gegenwart rätlich sei. In epischen und dramatischen Werken brachte nachmals Oehlenschläger selbst die Sagenwelt der Vorzeit seinem Volke wieder nabe. 1819 erschienen Götter Nordens (verdeutscht von Legis 1829), ein Versuch, in freier poetischer Nachbildung den Gesamtinhalt der Eddamythen als einheitliche Dichtung zu erweisen. N. F. S. Grundtvig Nordens Mytologi 1808 sucht dem Volke mit überschwänglicher Bewunderung die tiefsinnige nordische Götterlehre in subjectiver moderner Empfindung wieder vorznfttbren. Denselben Zweck verfolgt Hauchs nordische Mythenlehre, Leipzig 1847.

Um die mythologische Überlieferung richtig zu verstehen, bedarf es eingehender Quellenkritik, um den Ursprung der Mythen zn ergründen, ihrer Auslegung. Erst spät kam die erste Frage zum Bewusstsein, heute ist der Streit darüber heftiger denn je. Voreilig aber drängte sich allezeit die Deutung mangelhaft verstandener Thatsachen vor. Man nahm das Überlieferte einfach hin, wie es war, und ergoss die wunderlichsten Erklärungen darüber. Heute fällt das Schwergewicht auf Quellenkritik, von deren Entscheidung die Auslegung ganz und gar abhängt.

Von schwedischen Gelehrten ging die Ansicht aus, die nordische Sagen- und Mythenwelt sei uralt. In Schweden machte Olof Radbecks berüchtigtes Werk Atlantica, 1675—1702 in 4 Teilen erschienen, grosses Aufsehen. Sein Grandgedanke ist, dass Schweden die Insel Atlantis, die Urheimat aller Volker, aller Kultur und Religion sei. Die schwedischen Sagen, die nordische Mythologie überragen an Altehr-wttrdigkeit weit die griechisch-römische Überlieferung. J. Gö-ranson, der 1746 die Snorra-Edda nach der Upsalahandschrift mit schwedischer and lateinischer Übertragung herausgab, 1750 die Völuspa als die „patriarchalische Lehre der uralten kinder,<folgen Hess, wandelt mit seinem Urteil in Rudbecks Spuren. Die Edda ist von Snorri Sturluson im 13. Jahrhundert aus alten Runen abgeschrieben, sie war aber, wie Herodot und Plato beweisen, schon 300 Jahre vor Trojas Erbauung auf Messingtafeln aufgezeichnet and wanderte damals nach Griechenland. Trotzdem wird flachem Euhemerismus gehuldigt, Odin gilt als menschlicher nachmals vergötterter König. Solch wüste Phantasterei suchte J. Schimmelmann „isländische Edda d. i. die geheime Gotteslehre des ganzen alten Kattiens oder des europäischen “ Stettin 1777 und in der „Abhandlung von der alten isländischen Halle und Leipzig o. J. in Deutschland zur Geltung zu bringen, doch glücklicherweise ohne Erfolg. Für Schimmelmann ist die Edda das älteste Götterbuch, das dem europäisch-celtischen Urvolk bei dessen erstem Auszug aus Asien mitgegeben wurde.

Solchem Überschwang trat die besonnene Frage nach Alter und Herkunft der Snorra Edda, nach ihrem Verhältniss zur Liedersammlung (der sogenannten älteren Edda), nach Alter und Herkunft der darin enthaltenen Mythen entgegen, aber freilich mit unzureichenden Mitteln und mit arger Verkennung der wahren Sachlage. F. Adelung in Beckers Erholungen 1797, II hielt die Götterlehre der Edda für eine blosse Erdichtung, für eine Nachbildung christlicher Ideen. Am entschiedensten erklärte sich Fr. Rühs in seiner Geschichte der Religion, Staatsverfassung und Kultur der alten Scandinavier 1801, in seiner Übersetzung der Snorra-Edda 1812, S. 120ff., in seiner Abhandlung über den Ursprung der isländischen Poesie aus der angelsächsischen 1813 gegen die Echtheit der Edda-Mythen. Seine Beweise sind freilich schwach, seine Behauptungen aber finden neuerdings mehrfach Bestätigung. Peinlich berührt die hässliche Schimpferei gegen die Brüder Grimm in Rühs letzter Abhandlung. Aber man muss zu seiner Rechtfertigung berücksichtigen, dass er gereizt worden war. Rühs behauptet mit gutem Fug, die nordische Mythologie, wie sie in der Kunstdichtung der Skalden und in der Edda vorliege, sei nie Glaube des Volkes gewesen, nur in unbedeutenden Einzelheiten darauf begründet Die Meinungen des Volkes hätten den ersten Keim hergegeben, der aufs freieste und mannigfaltigste mit christlichen, jüdischen, griechisch-römischen Ideen weitergebildet worden sei. Vermischung von Christlichem und Heidnischem habe schon vor der Bekehrung stattgefunden. Weil jene Mythen von Anfang an nur zum Zwecke der Unterhaltung als poetischer Stoff dienten, konnten sie auch nach Annahme des Christentums noch ungeschwächt fortwirken. Oft spielten Angelsachsen Vermittler fremder Kultureinflüsse. Gedichte, in denen Fremdwörter wie töflur d. i. Tafeln (Vpl.) oder hrimkalkr (Kelch) Vorkommen, können nicht uralt sein. Dem Einwurf, der ihm seinerzeit von P. E. Müller ebenso wie neuerdings einem Bugge von Finnur Jönsson gemacht wurde, dass schon die Skaldengedichte des 9. Jahrhunderts die nordische Mythologie voraussetzen, stellte er den Satz entgegen, die betreffenden Strophen seien jünger und jenen alten Skalden nur unterschoben worden. Rühs hatte freilich keine klare Vorstellung darüber, wie der echte nordische Volksglauben, den wir namentlich aus den Geschichtsquellen kennen lernen, zu den Erdichtungen der Skalden sich verhielt. Er ging zu weit, indem er alles leugnete, und gab damit seinen Gegnern selber die Waffen zu seiner Bekämpfung.

J. Grimm wandte sich in der Leipziger Literaturzeitung 1812, Nr. 287 u. 288 scharf und heftig gegen Rtths. P. E. Müller hatte 1811 in einer besondern Schrift Achtheü der Asalehre und den Wert der Snorronischen “ verfochten. Der Beweis der Echtheit wird in der Hauptsache aus den Skaldengedichten und an der dichterischen Sprache erbracht, die vom 9. bis zum 13. Jahrhundert immer die Mythologie zur Voraussetzung haben. Somit könne von einer Fälschung keine Rede sein. Müller fasst die Angelegenheit nicht ganz richtig auf. Es wird ja eine besondere Skaldenmythologie, gepflegt und ausgebaut zum Zwecke der Dichtung, aber unterschieden vom eigentlichen Volksglauben, eben behauptet. Dass die Skalden sich insgesamt dieser Mythologie bedienen, beweist doch nichts für ihre „Echtheit“, insofern etwa Volkstümlichkeit damit gesagt sein soll. Aber das Ansehen und überlegene Wissen des dänischen und der beiden deutschen Gelehrten schlug den ersten kritischen Zweifler nieder. Leidenschaftliche Vorliebe verblendete schon damals gerecht abwägendes Urteil. Man glaubte, einen Zerstörer nnd Schänder altheiliger Überlieferung zn sehen, während in Wirklichkeit doch nur die Quellen aufgezeigt werden sollen, aus denen nordische Dichter für ihre grossartigen Schöpfungen Anregungen und Motive entnahmen. Den erhabenen Einheitsgedanken in der nordischen Mythologie suchten Dichter und Gelehrte recht deutlich hervorzuheben, nm zn beweisen, dass nicht etwa genial veranlagte Skalden des 10. Jahrhunderts eben das, was wir an der nordischen Göttersage bewundern, geschaffen haben, sondern um den allgemeinen Schluss daraus zu folgern, dass es so längst vor ihnen gewesen sei.

Die Deutungsversuche sind geschichtlich, euhemeristisch, wonach geschichtliche Vorkommnisse der Urzeit den Mythen zu Grunde liegen sollen, philosophisch und physikalisch. Mit starken Einschränkungen liegt in allen diesen Erklärungen ein Körnchen Wahrheit, doch wurden sie einseitig Übertrieben und verallgemeinert, und keine trifft den Kern der Urreligion.

Der Euhemerismus, der neben der Theologie von Anfang an die germanische Mythologie durchzieht, wurde am stärksten in des Dänen Suhm Buch om Odin 1771 vertreten. Mit nüchternem Verstände soll die alte Überlieferung aufgefasst und ausgelegt werden; in Wirklichkeit aber bildet sich eine Lehre auf Grund der irrtümlichen und verkehrten Meinungen der alten Geschichtschreiber. In den angelsächsischen Stammtafeln, bei Ari und Snorri ist die altgermanische Vorstellung von der göttlichen Herkunft des Adels und Königtums dahin verderbt, dass Woden-Odin, Njord, Freyr als sterbliche menschliche Vorfahren der geschichtlichen Könige betrachtet werden. Von den Äsen, den nordischen Göttern, wird Abstammung aus Asien behauptet nnd von ihrer Einwanderung aus dem Ursitz am Tanais Uber Sachsen nach Dänemark und Skandinavien gefabelt. Die Einwanderung geschah unter der Führung Odins. Diese Geschichten nimmt Suhm wörtlich, er sucht drei geschichtliche Persönlichkeiten mit Namen Odin festzustellen. Diese hätten sich den Namen der ursprünglichen Gottheit Odin beigelegt. Dass anf solche Art ein Zerrbild der nordischen Göttersage entstehen muss, ist klar. Nur die Namen und das ursprüngliche Wesen bleiben den Göttern, alle Überlieferung im Einzelnen den Menschen, die sich ihre Namen anmaassten. Eine seichtere und flachere Auffassung ist kaum denkbar. Die Übereinstimmung der nordgermaniseben Religion mit andern wird auf die gemeinsame Urheimat der gesamten Menschheit in Asien zurückgeführt. Der Glaube an einen einigen Gott liegt allen heidnischen Religionen und mithin auch der nordischen zu Grunde, wie aus dem Namen Allvater erwiesen wird. Hatten die früheren theologisch gesinnten Verfasser diesen Gedanken folgerichtig aus der biblischen Geschichte entwickelt und die heidnische Vielgötterei, den Abfall vom Monotheismus, auf den Teufel zurückgeführt, so bricht sich allmälig eine philosophische Erklärung Bahn. Der wahre einige Gott stand als geistiges Wesen tiber der Natur, aber bald wurde er als Weltseele in der Natur, in den Naturerscheinungen, z. B. in der Sonne, im Winde, im Donner gesucht Hiermit melden sich die Anfänge der natursymbolischen Mythendeutung.

Von Deutschland gieng die philosophisch-physikalische Mythendeutung aus, die wenigstens insoweit Gutes wirkte, dass sie den flachen Euhemerismus wegfegte. Positive Ergebnisse von bleibendem Werte hat sie freilich wenig zu verzeichnen.

Crentzers Symbolik und Mythologie 1810—1812, Görres Mythengeschichte der asiatischen Welt 1810, Kannes Pantheum der Naturphilosophie 1811 riefen diese Richtung ins Leben.

Den alten Religionen liegt nach Creutzer der Kern einer reineren monotheistischen Urreligion zu Grunde, der von priester-lieben Lehrern in der Form von Zeichen (Symbolen) und Erzählungen (Mythen) mitgeteilt, durch die Einmischung volkstümlicher Sagen, durch die poetisch gestaltende Kraft und durch die Empfindung der belebten Natur zu einer polytheistischen Gliederung answuchs, aber in den Mysterien am reinsten erhalten war. Den Kern durch Vergleichung aller Überlieferten Mythologien ans Licht zu ziehen ist Aufgabe der Wissenschaft. Die Urreligion entstand im Morgenland. Zugleich ist die Aufgabe gestellt, die Mythen, die ja nur Allegorien sind, auf ihren eigentlichen Grund zurückzuführen, und das Göttliche Überall, auch in den Naturerscheinungen zu suchen.

Den Fachgelehrten fiel die Aufgabe zu, die allgemeinen philosophischen Sätze am mythologischen Stoffe anzuwenden. Das that in Deutschland Mono in der Geschichte des Heidentums im nördlichen Europa 1822—24. In der Einleitung bekennt er sich zur Anschauung, dass man durch Vergleichung stammverwandter Glaubenslehren die Stammreligion, durch Vergleichung der Stammreligionen die Religion der Menschheit und die Art und Weise ihrer Verzweigung und Teilung in die unendliche Vielheit der Völker lerne. Bei der Darstellung beschränkt er sich aber mehr auf Verarbeitung der Überlieferung, die nnr beiläufig ansgelegt wird, nnd schildert so das nordische und deutsche, d. i. sächsische, fränkische, gotische Heidentum je für sich allein. Viel nenes Material wird zielbewusst in grösserem Rahmen bearbeitet Den landläufigen mythologischen Handbüchern der damaligen Zeit ist Mono an Wissen nnd Urteil weit überlegen. Bemerkenswert ist, dass Mone auch die Heldensage ihrer mythischen Bestandteile halber in grösserem Maassstabe zur Mythologie heranzieht

In Dänemark wirkte der sehr verdienstreiche Isländer Finn Magnusen in diesem Sinne. Seine vierteilige Eddalehre, Kopenhagen 1824—26, handelt ausführlich vom Ursprung der nordischen Mythen, welche „sowohl mit dem grossen Buche der Natur, als auch mit den mythischen Systemen der Griechen, Perser, Inder und mehrerer anderer alter Völker“ verglichen werden. Auch ihm schwebt die Urreligion und ihre Entstehung aus Naturerscheinungen als letzter Grund aller Mythologien vor. Ebenso ist sein veterum Borealium mytkologiae lexicon 1827 eingerichtet Darin ist mit erstaunlicher Vollständigkeit die gesamte nordische Götterlehre nicht bloss der Edda, sondern auch der übrigen altnordischen Quellen in Form eines ausführlichen Wörterbuches geordnet. In Nyerups Wörterbuch der skandinavischen Mythologie, Kopenhagen 1816 hatte er eine brauchbare Vorarbeit. Finn führte auch in den einzelnen Abhandlungen seines Wörterbuches die Vergleichung und Auslegung der einzelnen nordischen Mythen durch. Die Deutungen sind freilich grösstenteils verfehlt, schon weil die Sternkunde allzu sehr bervortritt. Darnach wären die Germanen vorwiegend Sternanbeter gewesen und hätten überaus genaue astronomische Kenntnisse sehr künstlich zu Mythen verwandelt. Trotz den verfehlten allgemeinen mythologischen Anschauungen bilden Mones und Finn Magnusens Schriften aber doch den Höhepunkt der mythologischen Forschungen vor Uhland und J. Grimm. Es war unendlich viel Thatsächliches geboten, dessen Wert noch heute andauert und durch die verkehrten Meinungen, welche die Verfasser über die Erklärung des fleissig zusammengetragenen Stoffes hegten, nicht beeinträchtigt wird.

Zum Schlüsse des Abschnittes möge ein kleines Verzeichniss solcher Schriften stehen, die das Studium der deutschen Mythologie zu popularisieren suchten. Darin kommen die allgemeinen Anschauungen, die man bisher mit Hilfe der Forschung erreicht hatte, deutlich zum Ausdruck. Abgesehen von einigen unverbesserlichen rückfälligen Nachzüglern stehen die populären Mythologien nach J. Grimm auf einem unvergleichlich höheren Standpunkt.

Text aus dem Buch: Handbuch der germanischen Mythologie (1895), Author: Golther, Wolfgang.

Siehe auch:
Handbuch der germanischen Mythologie – Vorwort.

Abkürzungen:

ahd. = — althochdeutsch,
mhd. = mittelhochdeutsch,
nhd. = neuhochdeutsch,
as. = altsächsisch,
ags. = angelsächsisch,
an. = altnordisch,
nds. = niederdeutsch,
mnds.= mittelniederdeutsch,
ndl. = niederländisch.

Handbuch der germanischen Mythologie