Abbildungen Weltgeschichte

Schon recht früh regt sich in dem schönen Inselgebiet bei der hotfnungsvollen Jugend ein Drang, sich körperlich und geistig zu betätigen, wozu sich noch sprudelnder Uebermut und Lebensfrische gesellen. An Gelegenheit zu sportlicher Betätigung fehlt es nicht.

Kaum haben die jungen Erdenbürger gelernt, auf eigene Füsse zu stellen, da tummeln sie sich bereits mit ihren älteren Geschwistern in den kühlen Fluten der Flüsse, in denen sie sich bald wie die Fische zu Hause fühlen, die sie sogar mit einer ungeahnten Geschicklichkeit zu überlisten suchen! Morgens, mittags, abends: stets wird man die Flüsse belebt sehen von einem recht beweglichen Völkchen, das seine Lebenslust in tollen Kapriolen zum Ausdruck bringt. Ein vergnügliches Bild!

Aber auch jede Jahreszeit bringt noch ausserdem ihre besonderen Vergnügungen und Spiele.

In der Zeit des Westmonsuns, der feuchten Jahreszeit, die den Menschen mehr oder weniger an das Haus oder dessen nächste Umgebung fesselt, lebt der Djankrik-Sport auf. In der so reich bevölkerten Natur lebt eine Grillenart, der Djankrik, ein sing- und gar kampflustiger Kumpan. Und gerade diese seine letzte Eigenschaft macht ihn bei der Jugend so beliebt.

Read More Jugendbelustigungen in Niederländisch-Indien

Kolonie und Heimat

In monumentalen Tempeln, Moscheen und besonders in Grabdenkmälern haben die Geschlechter, die seit altersher in Indien herrschten, und die Kasten und Religionen, die dem sozialen und geistigen Leben des Landes ihren Stempel aufdrückten, ihr Gedächtnis der Nachwelt überliefert. Insbesondere ragen hier die mohammedanischen Eroberer, welche im sechzehnten Jahrhundert das Moghul-Reich in den Zentralprovinzen, mit den Hauptstädten Delhi und Agra, gründeten, hervor. Aber auch die Hindus mit buddhistischen und brahma-nischen Denkmälern stehen wenig zurück und in neuerer und neuester Zeit sind es die Engländer, welche Indien eine ganze Reihe typischer Prachtbauten in einem indisch-gotischen Stil schenkten, Gebäude, die freilich meist höchst prosaischen Zwecken dienen. Von den mohammedanischen Denkmälern überragt in Hinsicht auf seine Bestimmung, und was die Kostbarkeit des Materials und die Ausführung in klassischer Schönheit der Linien anbetrifft, der Taj Mahal in Agra alles ähnliche in der alten und neuen Welt. Noch heute ist Agra berühmt wegen seiner Marmorarbeiten, deren Feinheit am vollkommensten in dem hier abgebildeten Wandschirm, der die beiden Sarkophage wie ein köstlicher Spitzenschleier umhüllt, zum Ausdruck kommt. Ob die blendende Sonne, ob das zarte, weiche Licht des Vollmondes ihren Glanz und ihre Strahlen durch diese durchsichtigen Marmortafeln von schneeiger Weisse auf die Ruhestätten Schah Jehans und seiner Begum, der Arjmund Banu, „Mumtaz Mahal“, dem „Stolz des Palastes“ fallen lassen, der Zauber dieser Lichteffekte ist stets ein unvergleichlicher. Während die mohammedanischen Eroberer ihren klassischen Stil, wie überall, wo sie ihren Fuss hinsetzten, anwandten, erbauten die einheimischen Herrscher ihre Prachtbauten in buddhistischer und brahmanischer Architektur. Als eines der besten Bauwerke der letzteren gilt das Marmorschloss zu Amber, Hauptstadt des Rajputenstaates von 1037 bis 1728. Von Man Sing, dem Erbauer des Gwalior und anderer Paläste um 1600 im indo-arischen Stil begonnen, ist es von den Nachfolgern durch Anbauten andauernd vergrössert worden. Von Jey Sing dem Ersten stammt der Jey Mandir „Siegeshalle“ genannte Raum, dessen Decke aus Goldinkrustationen und Hochreliefs mit eingelassenen Spiegeln besteht.

Read More Altindische Baudenkmäler

Kolonie und Heimat

Abendland und Morgenland, kulturell vereint, so zeigt sich Bombay dem Reisenden, der hier Asiens Boden betritt. Eine Riesenstadt der Industrie, des Gewerbefleisses, der Intelligenz, des Handels, ist es weniger eine Sehenswürdigkeit für den Globetrotter, der nur nach alten Denkmälern, Wunderwerken jagt, als eine Quelle für die Erkenntnis, was Abend- und Morgenland, im wechselseitigen Verkehr zu leisten vermögen, welchen Einfluss das Abendland aber auch auf den konservativen, durch tausend Kastenvorschriften verpflichteten und gebundenen Hindu und Mohammedaner auszuüben vermochte.

Bombay ist mit über 800 000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt Vorder- und Hinterindiens. Obgleich nicht ohne grössere Erhebungen, macht die Gegend von Bombay, von der See aus, doch nur den Eindruck eines flachen Küstenlandes, da die Höhen fast immer im Dunste verschwinden. Der Anblick von der Sec aus ist deshalb nicht besonders überwältigend.

Read More Ein Besuch in Bombay

Kolonie und Heimat Stadtansichten