Schlagwort: Indigo

Deutschland, der Träger der Welt-Kultur.

Es freut mich, dass Sie schliesslich die Überlegenheit deutscher Kultur auf dem Felde der Wissenschaft anerkennen, der reinen sowohl wie der angewandten. Aber obwohl Darwin und Pasteur nur Stufen zum Tempel höherer Wissenschaft sind, behaupten Sie, Herr Professor, dennoch, dass diese Männer die hervorragendsten wissenschaftlichen Führer der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts sind. Es gibt Deutsche wie Rudolf  Virchow, der hochbedeutende Cellular-Pathologe, Archäologe und Anthropologe, Robert Koch, der berühmte Bakteriologe, Justus Liebig, der Entdecker der Kohlenstoffpräparate, der auch das Chloroform entdeckt hat und gleichzeitig der Begründer der landwirtschaftlichen Chemie ist. Sodann Hermann Helmholz, einer der ausgezeichnetsten Männer der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts, eine Autorität auf verschiedenen Gebieten, Ernst Häckel, der Naturphilosoph und Zoologe, und mancher andere, der ebenso bedeutend ist wie Darwin und Pasteur. Deutschland hat noch andere Söhne dieser Art hervorgebracht — Männer weltberühmter Errungenschaften: wie Professor Billroth , einen der grössten Chirurgen seiner Zeit, Professor Behring, den Entdecker des Diphtherie-Serums, Professor Ehrlich, dem wir das Salvarsan verdanken, Röntgen, welcher der Welt durch die nach ihm benannten Strahlen einen unendlichen Dienst geleistet hat, und andere, die wunderbare Erfolge zu verzeichnen haben und deren Namen für immer weltberühmt sein werden.

Leitgedanken


Das Handwerk ist bei den Eingeborenen Togos verhältnismässig sehr hoch entwickelt, wie uns ein Gang durch jedes Völkerkunde-Museum erkennen lässt. Allerdings finden wir bestimmte Kunstfertigkeiten immer in verschiedenen Gegenden, aber gerade dies hat die Entwicklung des Handelsverkehrs in ähnlicher Weise begünstigt, wie die Teilung des Landes in Viehzucht- und Ackerbaugebiete.

Allgemein verbreitet ist die Baumwollspinnerei und -Weberei, am besten ist sie aber bei den mohammedanischen Stämmen in Nord-Togo ausgebildet. Zwei Arten von Webstühlen sind bekannt. Ein grosser Stuhl, auf dem meterbreite Tücher hergestellt werden können, ist auf die Landschaft Tschaudjo beschränkt. Sonst wird ein kleiner Webstuhl benutzt. Auf ihm lassen sich nur einige Zentimeter breite Bänder verfertigen, die nachher zusammengenäht werden müssen. Diesen Webstuhl stellt unser Bild 2 dar. Bild 1 zeigt die Vorbereitung zum Weben, das Kettenspannen. Noch verbreiteter als die Weberei ist ihr Hilfsgewerbe, die Färberei. Verschiedene Farbstoffe, z. B. Rotholz und Indigo werden im Lande selbst gewonnen und spielen im Handel der Eingeborenen eine gewisse Rolle. Besonders auf den Märkten von Nord-Togo werden Farbstoffe feilgeboten. In der Nähe der Küste, namentlich in den Lagunen, die der Küste entlang ziehen, liegen die Eingeborenen eifrig dem Fischfang ob. Demgemäss ist die Herstellung von Netzen wichtig. Unser Bild 4 führt uns einen Netzstricker aus Porto Seguro vor.

Kolonie und Heimat

Nicht lange nach der Zeit, als sich durch die Entdeckung des westlichen und östlichen Indien eine neue Welt, das bereits im Mittelalter und selbst früher erträumte Dorado, vor der erstaunten alten Welt aultat, erwachte in dem kleinen uns stammverwandten Volke der Niederländer ein so reger kaufmännischer Unternehmungsgeist, wie er in der Kultur- und Handelsgeschichte des 17. und der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ganz einzig dasteht. Und wenn sich ein Volk in Europa in jener Zeit des goldenen Segens der beiden Indien hat teilhaftig zu machen gewusst, dann sind es die Holländer, welche denn auch als „steinreiche Mynheers“ damals geradezu sprichwörtlich wurden. Wie ehedem von dem spanischen, so konnte man auch von dem niederländischen Kolonialreiche sagen, dass die Sonne niemals in ihm untergehe. Während in den spanischen und auch in den portugiesischen Besitzungen Kreuz und Schwert regierten, Hessen die schlauen Holländer den Eingeborenen in ihren Kolonien in Niederländisch – Indien in religiöser und politischer Beziehung so viele Freiheit, wie nur möglich und suchten sie, so weit es eben anging, durch gute Worte zu bereden, möglichst viele wertvolle Kolonialprodukte für sie zu sammeln oder selbst in eigenen Pflanzungen heranzuziehen. Als sie auf diese Weise später der steigenden Nachfrage auf dem Weltmärkte nicht mehr zu genügen vermochten, gingen sie dazu über, die Eingeborenen einfach zu „pressen“, um für sie ein grösseres bestimmtes Quantum von den stark begehrten Kolonialwaren zu produzieren und zwar entweder gegen eine lächerlich geringe Bezahlung oder gar, nach vorhergegangenen Fehden, ohne irgend welche Vergütung.

Kolonie und Heimat